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Wie wichtig soziale Kontakte sind …

Da ich nun schon seit 6 Wochen zu Hause verweile, weil ich ja immer noch krankgeschrieben bin, habe ich mal wieder sehr viel Zeit zum Nachdenken, vermutlich zu viel Zeit. Und da ich die meiste Zeit ohne jegliche Gesellschaft bin, ist euch jetzt sicherlich klar, wie ich ausgerechnet auf das Thema „soziale Kontakte“ komme. Bevor ich euch aber etwas über die Wichtigkeit sozialer Kontakte berichte, möchte ich euch mal ein bisschen aus meinem derzeitigen Alltag erzählen und was die Einsamkeit mit mir gemacht hat.

Nachdem ich anfänglich die mangelnde Hygiene und mein Chaos zu Hause auf meine starken Einschränkungen nach der OP schieben konnte, gibt es jetzt eigentlich keine Ausreden mehr. In den ersten Tagen nach der Entlassung aus dem Krankenhaus habe ich mich sogar mit meinen Joggingklamotten schlafen gelegt, bis ich wieder etwas agiler war. Anfangs war ich extrem auf die Hilfe von Familie und Freunde angewiesen und bin auch unheimlich dankbar für die großartige Unterstützung. Dann kam die Phase, in der ich zu stolz war, für jede Kleinigkeit Hilfe anzunehmen und sehr viel selbst versucht habe, mehr oder weniger erfolgreich. So habe ich z. B. auf Knien mit dem Handstaubsauger den Boden gesaugt. Da war aber immerhin die Motivation noch da. Die ist jetzt leider fast weg, vor allem nachdem ich erfahren habe, dass meine Krücken auch die folgenden 6 Wochen mein ständiger Begleiter sein werden.

Ich finde momentan morgens keine Motivation aufzustehen, da alles noch so beschwerlich ist. Bis ich mich dann mal aufraffe, gefrühstückt habe und fertig bin, um mit Homeoffice zu starten, ist meist 10 Uhr. Meine Mittagspause besteht aus einer Folge „Tote Mädchen lügen nicht“ auf Netflix. Mit waschen und putzen habe ich es gerade nicht so, für wen denn auch? Ich habe zumeist ja keinen Kontakt zu anderen menschlichen Wesen, außer telefonisch. Für meine Übungen mit dem Theraband muss ich mich quälen, aber da siegt meistens tatsächlich meine Disziplin. Mein Abendessen besteht immer öfter aus einem Fertiggericht oder Chips oder Spekulatius. Um 17 Uhr wird schon wieder der Fernseher eingeschaltet. Lesen macht gerade auch keinen Spaß und müde werde ich abends ebenfalls nicht. Von was denn auch?

Das Resultat meiner Lethargie ist, ich kann mich so nicht leiden, finde mich selbst eklig und nutzlos. Was so selbstverständlich nicht weitergehen kann. Und ich bin sicher, hätte ich mehr soziale Kontakte, wäre das anders. Ich würde mich nicht so gehen lassen. Dadurch wurde mir einmal mehr bewusst, wie wichtig soziale Kontakte für Menschen sind. Sonst zähle ich bald die Personen in den Fernsehserien, die ich regelmäßig verfolge, zu meinen Freunden.

family walking on path

Wie wichtig sind für euch soziale Bindungen zu Familie und Verwandten, zu Freunden, Kollegen oder Nachbarn? Wie lange würdet ihr ohne jeglichen sozialen Kontakt auskommen? Seid ihr sehr kontaktfreudig oder eher Einzelgänger?

Ich bin wohl eine Mischung aus beidem. Ab und zu bin ich schon gern mal alleine. Nichtsdestotrotz treffe ich natürlich gerne meine Freunde, Kollegen, Mannschaftskameraden im Verein usw. Leider habe ich viele Freundschaften in der Vergangenheit vernachlässigt. Was dann passiert, kennt ihr bestimmt selbst, die Freundschaft schläft irgendwann ein. Oft ist die soziale Verarmung der Preis, den man für die berufliche Karriere bezahlt, da der Tag eben nur 24 Stunden hat. Wer sehr viel arbeitet hat dementsprechend weniger Zeit für Freunde.

Dabei sind soziale Kontakte immens wichtig für ein gesundes und glückliches Leben (siehe auch Die Säulen eines glücklichen Lebens). Schließlich ist der Mensch ein soziales Wesen. Freundschaften oder soziale Kontakte im Allgemeinen sollten als Ausgleich zur Arbeit unbedingt gepflegt werden. Nur so hat man die Möglichkeit, sich aussprechen zu können, gemeinsame Erlebnisse zu unternehmen und Spaß zu haben. Wir sehnen uns nach menschlicher Nähe und mögen es, gebraucht zu werden und zu helfen. Und in meinem Fall, bin ich so unendlich dankbar, dass ich Menschen habe, die jetzt gerade für mich da sind. Entscheidend ist dabei nicht wie viele Freunde oder Bekanntschaften man hat, die Qualität der Beziehung ist viel wichtiger.

person holding baby s feet

Überlegt euch gut, was eine Freundschaft wert ist, wenn es noch nicht mal für eine kurze WhatsApp-Nachricht reicht. Vielleicht sollte man sich ganz bewusst von sogenannten „Freunden“ trennen, weil die einem einfach nicht guttun. Aber das ist ein anderes Thema.

Ich bin jedenfalls froh, wenn ich wieder arbeiten gehen kann. Der erste Schritt raus aus der Isolation zurück in die Zivilisation. Dann klingelt morgens wieder kurz vor 6 Uhr der Wecker, ich bin frisch geduscht, esse vernünftigere Sachen und zu Hause wird wieder geputzt. Der Jogginghose werde ich allerdings nachtrauern, es gibt nichts bequemeres. 😊

Folgendes bleibt jedenfalls unbestritten:

Freunde machen gute Zeiten schöner und schlechte Zeiten einfacher.

8 Gedanken zu „Wie wichtig soziale Kontakte sind …“

    1. Oh je, hoffentlich nichts Schlimmes und du bist wieder auf dem Weg der Besserung!? Vielen Dank für den Kommentar, liebe Grüße und ein schönes Adventswochenende!
      Kerstin 🙂

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  1. Definitiv, ich glaube die eigene Familie und natürlich die Freunde sind besonders wichtig. Denn oft helfen kleine Gesten von Freunden/Familie, oder ein ehrlich gemeinter Rat dabei, sich sofort besser zu fühlen.
    Lg Angie

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  2. Ich bin ein Einzelgänger. Mir geht es gut, wenn ich den ganzen Tag alleine in meiner Wohnung verbringen kann. Das hat sich bei über die Jahre so ergeben, dass ich die meiste Zeit alleine bin. Wenn ich einen Menschen brauche, zum Beispiel für ein Gespräch, nehme ich halt Kontakt auf. Mensche treffe ich, wenn ich meine Spaziergänge mache oder einkaufen gehe. Das genügt mir. 🙂

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    1. Ich weiß, es gibt auch Menschen, die lieber die meiste Zeit alleine verbringen, so wie du. Ich denke mal, dass das aber eher auf eine Minderheit zutrifft.
      Für mich war es sehr schwierig, die letzten 10 Wochen so viel Zeit alleine verbringen zu müssen, da ich aufgrund meiner Verletzung auch noch sehr hilflos war.
      Aber am Ende muss jeder für sich selbst herausfinden, wie ers ich am wohlsten fühlt.
      Liebe Grüße und vielen Dank für deinen Kommentar.
      Kerstin

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      1. Für mich ist es immer schwer längere Zeit mit Gruppen zusammen sein zu müssen. Ich habe Gelegenheiten bekommen das zu trainieren. Aber es ist ganz einfach nichts für mich. Ich glaube, dass das als Kind bei mir auch schon so war, dass ich mich lieber alleine irgendwohin zurückgezogen habe. Ich habe gerne Zweisamkeit. Das wollen aber nur sehr wenige. Ausserdem wird man immer dabei gestört. Schade.

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      2. Große Gruppen sind mir dann doch meistens auch zu viel. Vielleicht klappt das mit der Zweisamkeit bei dir ja doch noch. Das reicht mir oft auch schon. Nur eben alleine möchte ich nicht immer sein.

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