- Organisation & Zeitmanagement

Sag NEIN zu permanenten Überstunden!

Gehört ihr auch zu der Sorte und seid morgens als erstes im Büro und geht abends als letztes? Sagt mal, habt ihr kein Zuhause? Habt ihr euch eigentlich schon mal Gedanken darüber gemacht, wie das bei euren lieben Kolleginnen und Kollegen ankommt? Nein? Dann ist spätestens jetzt der Zeitpunkt dafür!

Was sind überhaupt die Gründe für Überstunden?

Ich würde mal behaupten, in den seltensten Fällen ist der Grund, dass die Arbeit so viel Spaß macht, dass man sich gar nicht davon lösen kann. Wenn das so ist, herzlichen Glückwunsch, ihr habt das große Los gezogen. Ich will damit jetzt nicht sagen, dass mir meine Arbeit keinen Spaß macht, ABER meine Freizeitbeschäftigungen machen mir mindestens genauso viel Spaß UND ich brauche zwischendurch einfach mal Abstand von meinem Job.

Einer der Hauptgründe für Überstunden ist sicherlich, dass viele, wie z. B. ich, nicht alle Aufgaben innerhalb des 8 Stunden Arbeitstages erledigen können. Das ist natürlich ein Dilemma, für das allerdings meistens nicht ihr selbst verantwortlich seid. Falls ihr nicht gerade euer eigener Chef seid, dann wäre jetzt ein Gespräch mit eurem Vorgesetzten angebracht. Es ist durchaus kein Problem, hin und wieder Überstunden zu machen, aber es darf nicht die Regel werden.

Die besonders ehrgeizigen unter uns erhoffen sich, durch ihr hohes Engagement und die Überstunden eventuell bessere Chancen auf eine Beförderung. Wenn die Karriereziele an erster Stelle stehen, ist man gerne bereit, länger zu arbeiten. Oder aber die Überstunden werden, ähnlich wie bei meinem Arbeitgeber, ganz gut vergütet. Wem Geld wichtiger ist als die eigene Gesundheit darf gerne rund um die Uhr arbeiten. Das meine ich natürlich nicht ernst und ich erzähle euch gleich wieso.

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Jetzt kommen wieder die lieben Kollegen ins Spiel. Aus meiner Sicht verhalten sich Menschen, die regelmäßig 50 Stunden pro Woche arbeiten, unkollegial. Der Chef sieht das selbstverständlich gerne, aber denkt ihr eure Kollegen auch? Wenn euch die Kollegen nicht interessieren, dann macht nur weiter so! Nur wollen die meisten Menschen eben keine 50 Stunden pro Woche arbeiten, oder können es ggf. gar nicht aufgrund von anderen Verpflichtungen. Es gibt z. B. viele, die kleine Kinder zu Hause haben, ein Haustier besitzen, eine ehrenamtliche Tätigkeit begleiten usw. Der Tag hat nun mal nur 24 Stunden, wovon wir allein 8 Stunden für das Schlafen abziehen müssen, hinzu kommt die Zeit für den Weg zur Arbeit, sowie die Zeit, die für Haushalt, Garten und Kochen benötigt wird. Was bleibt dann noch für einen selbst übrig? Wie steht’s mit der sogenannten Me-Time oder Quality-Time oder der Zeit für Sport? … Da haben wir den Salat, bei einem 10 Stunden Arbeitstag bleibt nämlich quasi nichts übrig. Außerdem kommt man dermaßen ausgebrannt nach Hause, dass man eigentlich auf gar nichts mehr Lust hat. Es wird schnell eine Tiefkühlpizza in den Ofen geschoben, dass man nicht noch mehr Zeit durch Kochen verliert. Das war dann euer Tag und den Kolleginnen und Kollegen habt ihr mit eurem Übereifer noch ein schlechtes Gewissen gemacht, da diese pünktlich das Büro verlassen haben.

Was bedeuten Überstunden für unsere Gesundheit?

Wenig Überstunden zu machen hat nichts mit Faulheit zu tun, sondern mit Vernunft. Das Leben ganz und gar der Arbeit zu widmen, ist auf Dauer ungesund. Laut Wissenschaftler sind selbst 8 Stunden am Tag grenzwertig für Körper und Geist. Besser wären 6 Stunden, da laut Experten der Output einer 30 Stunden Woche der einer 40 Stunden Woche gleicht. Das halte ich allerdings für unrealistisch. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Regelarbeitszeit für einen Vollzeitbeschäftigten auf 30 Stunden gesenkt wird, zumindest nicht bevor ich in Rente gehe. Jedenfalls wäre die Einhaltung der 40 Stunden Woche für viele bereits ein Fortschritt bzw. ein Wunsch. Menschen sind keine Maschinen, sondern Lebewesen mit Grenzen. In der heutigen Zeit ist zwar alles schneller geworden, dennoch schlägt das Herz eines Menschen weiterhin im selben Rhythmus. Durch ständige extrem lange Arbeitszeiten hört es vielleicht viel zu früh zu schlagen auf. Weniger Freizeit zum Ausruhen und Ausgleich führt zudem meist zu psychischen Belastungen bis hin zum Burnout.

Für euch liebe Chefs gilt daher: nur ausgeruhte Mitarbeiter sind motivierte und leistungsfähige Mitarbeiter! Wir haben ja kein Problem damit, Überstunden zu leisten, wenn es mal brennt, allerdings nicht permanent. Dann sollte schleunigst die Personalplanung überdacht werden.

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Wie sind Überstunden gesetzlich geregelt?

So viel ich weiß, sind Überstunden nur dann zulässig, wenn diese im Arbeitsvertrag erwähnt werden. Das Arbeitsgesetz erlaubt maximal 48 Stunden pro Woche, in Ausnahmefällen über einen kurzen Zeitraum sogar bis zu 60 Stunden. Wobei zeitnah zwingend ein entsprechender Freizeitausgleich erfolgen muss.

Was man sonst noch zum Thema Überstunden wissen sollte

Für alle, die ein schlechtes Gewissen haben, wenn sie pünktlich Feierabend machen: das braucht ihr nicht haben! Pünktlich in den Feierabend zu gehen, sollte nämlich der Normalfall sein. Der ein oder andere sitzt nur wegen des schlechten Gewissens die Zeit ab und macht eventuell sogar private Sachen, nur um die Zeit totzuschlagen und nicht der erste zu sein, der abends aus dem Büro stürmt. Das halte ich persönlich für völlig bekloppt, aber vielleicht erkennt ihr euch darin wieder. Also, wer mit seinen Aufgaben fertig ist, bitte geht nach Hause!

Leider ist in Deutschland eine Kultur entstanden, die vor allem die honoriert, welche besonders viele Überstunden leisten. Oft artet das innerhalb eines Teams in einen regelrechten Wettbewerb aus: welcher Mitarbeiter hat die meisten Überstunden? Aber sind die Mitarbeiter mit den meisten Überstunden auch die produktivsten oder effektivsten Mitarbeiter?

Manchmal ist einfach eine ungleiche Arbeitsverteilung die Ursache von Überstunden. Natürlich gibt es Kollegen, die reißen die Arbeit regelrecht an sich, um dann später festzustellen, dass sich diese trotz vieler Überstunden nicht erledigen lässt.

In Deutschland liegt die Arbeitsstundenzahl pro Woche für Vollzeitbeschäftigte im Schnitt übrigens bei 43,5 Stunden.

Ich persönlich würde euch empfehlen, öfter mal selbstbewusst NEIN zu sagen, wenn euch die Arbeit wieder über den Kopf wächst. Ihr tut eurer Gesundheit nichts Gutes, eure Produktivität leidet und eure Work-Life-Balance gerät aus dem Gleichgewicht. Wider Erwarten verschafft ihr euch durch ein berechtigtes NEIN sogar Respekt beim Vorgesetzten und vor allem werdet ihr von euren Kollegen nicht gehasst. Die wollen i. d. R. nämlich auch keine Überstunden machen und wenn ihr ständig auf „fleißiges Bienchen“ macht, lasst ihr alle, die pünktlich Feierabend machen, schlecht dastehen. Wenn kurzzeitig dann doch mal Überstunden gefragt sind, rauft euch im Team zusammen! Das ist letzten Endes für alle die beste Lösung.

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Hier habe ich noch einen Artikel für euch, damit es mit dem pünktlichen Feierabend klappt: http://gluecksplanet.com

FROHES SCHAFFEN! 😉

 

 

3 Gedanken zu „Sag NEIN zu permanenten Überstunden!“

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