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Work-Life-Balance – Was tun, um nicht aus dem Gleichgewicht zu geraten?

Mittlerweile habe ich mich bzw. wir uns intensiv damit befasst, was Work-Life-Balance (WLB) ist und durch welche Faktoren sie beeinflusst wird (siehe Auf der Suche nach der Work-Life-Balance). Aber eigentlich interessiert uns doch hauptsächlich, wie man eine gute oder bessere WLB erreicht. Vorab möchte ich aber noch ein paar Worte darüber verlieren…

Warum Work-Life-Balance so wichtig ist

Jeder von uns hat sicherlich schon mehr oder weniger erfahren bzw. erfahren müssen, was passiert, wenn man aus dem Gleichgewicht gerät. Man fühlt sich erschöpft und hat das Gefühl, dass man nicht mehr alles im Griff hat. Der hohe Druck und die Dauerbelastung machen uns nicht nur unzufrieden sondern häufig auch krank. Wir sind frustriert, was sich schlecht auf die Arbeit aber auch auf das Privatleben auswirkt. Unter Dauerstress ist man fehleranfällig, was die Unzufriedenheit noch verschärft.

Ganz extrem habe ich das in 2012 gespürt, als mein Leben phasenweise nur noch aus Arbeiten und Überstunden bestand und natürlich besonders während des Hausbaus. Wobei beim Hausbau irgendwann ein Ende abzusehen war und ich ein Ziel vor Augen hatte. Dadurch erschien die Situation nicht ganz so aussichtslos. Aber aus diesen Phasen habe ich unheimlich viel gelernt und sogar neue Kraft geschöpft. Zum einen habe ich festgestellt, dass ich meines Erachtens sehr belastbar bin, da ich nichtsdestotrotz weiterhin funktioniert habe und zum anderen habe ich mir endlich Gedanken gemacht, was ich vom Leben erwarte, was mich glücklich und zufrieden macht. Und das ist eben nicht der Job alleine und das Abarbeiten meiner sonstigen privaten To-Dos.

Zu dieser Zeit hatte ich insbesondere mit Schlafstörungen zu kämpfen, gerade dann als die Regeneration durch ausreichenden Schlaf umso wichtiger gewesen wäre. Der Stress macht sich aber nicht nur in Form von Schlafstörungen bemerkbar, auch Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich, Rückenschmerzen, Magenschmerzen und/oder Bluthochdruck sind Symptome von Stress. Im schlimmsten Fall führt es zu Burnout und langfristig zu Depressionen.

Der Auslöser für die Stresssymptome sind, wie an meinem Beispiel herauszulesen ist, die seltenen Erholungsphasen. Vor allem dann, wenn die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit aufweicht (z. B. durch Abrufen von Mails nach Feierabend), können wir nicht mehr richtig abschalten. Generell erschweren Internet, Social Media und die ständige Erreichbarkeit die Erholung. Anstatt einer nachhaltigen Erholung sind wir unter Daueranspannung. Dabei sind Pausen und Erholungsphasen extrem wichtig. Denn nur ausreichende Erholungsphasen bauen Stress ab bzw. lassen Stress gar nicht erst aufkommen. Somit bleibt man dauerhaft leistungsfähig.

Leider fühlt sich mittlerweile jeder Dritte permanent gestresst und überlastet. Der Arbeitgeber sollte daran Interessiert sein, dem Mitarbeiter genügend Zeit für das Privatleben einzuräumen, da gilt: zufriedene Mitarbeiter sind bessere Mitarbeiter!

Vielleicht können wir noch etwas von den Schweden lernen. Denn die Schweden liegen sowohl bei den Produktivitätsraten als auch bei der allgemeinen Lebensfreude ganz weit vorne im europäischen Vergleich.

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Meine Tipps für eine bessere Work-Life-Balance

Da ich mich schon seit geraumer Zeit mit der WLB beschäftige, einiges ausprobiert und einige Erfahrungen gesammelt habe (gerne auch nachlesen unter Meine ganz persönliche Work-Life-Balance), habe ich selbstverständlich auch ein paar Tipps für euch:

  • Me first! Steht zu euren Bedürfnissen und euren persönlichen Zielen und äußert diese auch lautstark. Opfert euch nicht komplett für andere (Arbeitgeber, Kollegen und sogar Freunde oder Partner) auf.
  • Macht Sport zum Ausgleich! Selbst nach einem sehr anstrengenden Tag hilft es mir, mich am Abend noch in irgendeiner Art sportlich zu betätigen. Auch wenn die Überwindung manchmal groß ist, probiert es aus oder integriert den Sport einfach in eure Morgenroutine.
  • Sich selbst Grenzen setzen und einhalten, wie z. B. pünktlich Feierabend machen.
  • Im Kontrast zum Arbeitsalltag solltet ihr unbedingt ein Hobby haben, dass ihr regelmäßig pflegt und bei dem ihr wirklich gut abschalten könnt. Bei mir ist es neben dem Sport das Schreiben.
  • Ihr müsst unbedingt lernen, Prioritäten zu setzen und wenn die Belastung zu groß wird und ihr erschöpft seid, lernt NEIN zu sagen!
  • Aufgaben dürfen auch gerne mal delegiert werden. Genauso wie ihr andere unterstützt, habt auch ihr das Recht, euch Unterstützung zu holen.
  • Da ich morgens am effektivsten bin, habe ich es mir angewöhnt, in der Früh gleich die unliebsamen oder komplizierten Aufgaben zuerst zu erledigen. Das hilft ein Stück weit, den Kopf frei zu bekommen.
  • Eine gute Planung/gutes Zeitmanagement mittels Kalender, Notizblätter, Pinnwand, To-Do-Listen usw. ist die halbe Miete. Dabei ist es wichtig, dass man die Dauer der Aufgaben besser einzuschätzen lernt. Plant immer ausreichend Puffer für Unvorhergesehenes mit ein und natürlich für euch und eure Me-Time.
  • Wenn möglich, die Arbeit nicht mit nach Hause nehmen. Denn somit verschwimmt die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit, was mich zumeist belastet.
  • Wenn man von vorneherein Ordnung hält, spart das einerseits Zeit beim Suchen, man kann strukturierter arbeiten und es müssen keine längeren Aufräumphasen erfolgen, die man manchmal gerne bis zum Sankt Nimmerleinstag aufschiebt.
  • Gönnt euch immer wieder kleine Auszeiten, in denen das Smartphone auf Flugmodus geschaltet wird. Um besser einschlafen zu können, habe ich es mir mittlerweile angewöhnt, das Smartphone ab 22 Uhr auszuschalten. Das hilft wirklich.
  • Selbst Ernährung hat Einfluss auf die WLB. Aber das ist ein Kapitel für sich.
  • Habt ihr trotzdem immer noch das Gefühl, die Arbeit wächst euch über den Kopf? Vielleicht wäre eine Option, die Arbeitsstunden zu reduzieren?! Das funktioniert bei mir leider nicht, da ich auf das Geld angewiesen bin. Aber bei mir wäre selbst das Einhalten der 40-Stunden-Woche schon ein Fortschritt.
  • Kommt ihr allerdings bei eurem Job überhaupt nicht mehr klar – schreckliche Kollegen, ignorante Vorgesetzte oder langweilige, eintönige Aufgaben – so bleibt nur noch ein Jobwechsel.

Aber seid ehrlich zu euch, seid ihr wirklich gestresst oder manchmal nicht einfach nur träge und ein bisschen faul und lasst deshalb zu viel Zeit ungenutzt verstreichen? Ich bin auch nicht an jedem Tag super effizient und extrem fleißig. Es gibt Tage, an denen würde ich mir gerne selbst in den A… treten, wenn ich könnte. Abends ärgere ich mich dann, wenn zu viel liegen geblieben ist. Faule Tage, darf ich mir allerdings nicht zu oft erlauben, da sich sonst alles stapelt. Schließlich schafft es kein anderer für mich weg. So geschehen als ich krank war, was – wie ihr wisst (Wie ein Virus alles in Frage gestellt hat…) – zu riesen Frust und Zweifel geführt hat.

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Ich hoffe, ich konnte euch ein paar sinnvolle Ansätze zur Verbesserung eurer WLB mit auf den Weg geben. Aber vielleicht habt ihr ja auch noch ein paar gute Tipps für mich?

Ein erfülltes Leben besteht nicht darin, es möglichst vollzupacken. Sondern darin, Unnötiges wegzulassen und die Dinge zu tun, die dir Energie, Spaß und Sinn geben.

(Dr. Martin Krengel)

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