► Streben nach Glück

Wie ein Virus alles in Frage gestellt hat…

Ihr habt sicherlich festgestellt, dass es seit über einer Woche ziemlich ruhig um mich geworden ist, sei es auf LiWoBa oder den sozialen Medien. Das liegt nicht daran, dass ich plötzlich die Lust verloren habe – na ja, irgendwie schon – nein, im Ernst, mich hat ein Magen-Darm-Virus niedergestreckt und zwar so richtig. Ich hatte gar keine Kraft, mich vor das Notebook zu setzen und konzentriert einen Text zu produzieren. Ich konnte nichts anderes tun, als auf der Couch vor mich hin zu vegetieren und dabei meine Gedanken kreisen zu lassen… und genau das war das Problem! Die Gedanken ließen sich trotz allem nicht abstellen… und schon war sie wieder da, die KRISE!

Plötzlich habe ich mein ganzes Tun oder Nichtstun, sprich mein ganzes Leben in Frage gestellt. Aufgrund meines Kranken-Daseins habe ich mich wie aus dem Nichts mit allem komplett überfordert gefühlt. Von jetzt auf nachher hatte ich das Gefühl, meine Aufgaben würden mir über den Kopf wachsen, obwohl ich vor einer Woche noch absolut mit mir im Reinen war.

Wieso konnte diese Krise überhaupt entstehen?

Nachdem ich so langsam wieder zu Kräften komme und somit wieder klarer denken kann, war das natürlich meine erste Frage: wie konnte es so weit kommen? Ich denke, dass ich mir die Frage ein Stück weit beantworten kann.

Erwischt hat es mich an Ostern, von Sonntagnacht auf Montag. Da ich ja ein so wunderbar durchorganisierter Mensch bin, war der Montag selbstverständlich mit den verschiedensten Aufgaben verplant, so z. B. wollte ich unbedingt die Fenster putzen. Dinge tun, für die an normalen Wochenenden einfach keine Zeit bleibt. Und dann macht mir meine Gesundheit einen Strich durch die Rechnung, bereits das zweite Mal in diesem Jahr. Das war eine völlig ungewohnte Situation für mich. Ich sah schon wieder, meine ach so kostbare Zeit verrinnen. Ich musste sie ungenutzt verstreichen lassen, untätig zu Hause auf der Couch liegen. Für mich ist das eine mittlere Katastrophe, schließlich habe ich niemanden, der die Aufgaben für mich erledigen könnte. Natürlich weiß ich, es gibt schlimmeres als schmutzige Fenster oder Unkraut im Garten. Trotzdem hat es dazu geführt, dass es in mir eine mittlere Panik ausgelöst hat.

Und plötzlich stellt man sich existenzielle Fragen wie…

  • soll mein Leben die nächsten 30 Jahre so weitergehen, durchorganisiert sein von vorne bis hinten mit wenig Freizeit?
  • schaffe ich das alleine mit dem Haus überhaupt oder komme ich nun doch an meine Grenzen, zudem noch der Fulltime-Job und mein Blog?
  • habe ich mir etwa die ganze Zeit nur eingebildet, dass ich mittlerweile wesentlich ausgeglichener bin?
  • was habe ich überhaupt Schönes im meinem Leben, es besteht doch nur aus Aufgaben und Pflichten?
  • bin ich glücklich?

Mit diesen Gedanken kam die Angst, dass ich mich für nichts mehr motivieren könnte. Schließlich hatte ich im Augenblick zwar Zeit, aber weder Lust zum Fernsehen noch zum Lesen und was anderes ging sowieso nicht. Außerdem hatte ich Angst, dass ich nie mehr Appetit auf irgendetwas bekommen würde. Schon der Gedanke an Essen löste bei mir Übelkeit aus. Ich weiß, ich hatte eigentlich „nur“ einen Magen-Darm-Virus. Das und zu viel Zeit zum Nachdenken… und wieder mal absolut keine Geduld. Auch das gute Zureden von Freunden prallte direkt an mir ab.

cheerful close up coffee cup

Was habe ich daraus gelernt?

Dass manche Dinge Zeit brauchen und der Mensch, also in diesem Falle ich, etwas mehr Geduld. Das heißt, man muss den Dingen auch die Zeit geben und nicht sofort in Panik verfallen. Eigentlich weiß ich das, ich bin schließlich kein dummer Mensch und trotzdem wird man plötzlich von solch negativen Gedanken/Gefühlen/Stimmungen übermannt.

Das hat mich einmal mehr erkennen lassen, wie eng doch Geist und Körper zusammenhängen. Raubt einem so ein Virus alle Kräfte, schon klopft die Depression an die Tür. Ist man im umgekehrten Fall immer negativ gestimmt, kann sich der Körper auch nicht energiegeladen fühlen.

Jedenfalls war meine Panik und Katastrophenstimmung wieder total unnötig, da es mir schon deutlich besser geht, nicht nur gesundheitlich sondern auch was die Stimmung angeht.

Wenn wir unsere Erwartungen verringern, werden wir Zufriedenheit erfahren.

(Dalai Lama)

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