► Streben nach Glück

Verzicht – Meine Erfahrungen während der Fastenzeit

Nun ist die Fastenzeit vorüber und damit auch meine Challenge, Verzicht zu üben (siehe dazu auch: Verzicht – Vom Haben zum Sein). Soll ich ehrlich sein? Ich bin froh. Auch wenn ich alles freiwillig gemacht habe, ist es schön, dass jetzt alles wieder „normal“ ist.

Heute werde ich euch eine kurze Zusammenfassung geben, wie meine Fastenzeit, also der Verzicht, ausgesehen hat. Meine einzelnen Challenges haben in der folgenden Reihenfolge stattgefunden:

  • eine knappe Woche ohne Süßigkeiten
  • 24 Stunden ohne Smartphone
  • 3 Tage ohne negative Gedanken, lästern, aufregen und meckern
  • die komplette Fastenzeit ohne Shopping, keine neuen Klamotten, Schuhe oder Accessoires
  • eine knappe Woche vegetarisch ernähren
  • einen Tag nur Wasser trinken
  • ein Tag ohne Auto

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Wie zu erwarten war, ist mir der Verzicht bei manchen Sachen leichter gefallen als bei anderen. Eine Woche auf bestimmte Dinge bei der Ernährung verzichten, ist absolut machbar. Schließlich war es ein überschaubarer Zeitraum. Man muss allerdings darauf achten, dass man nicht aus Gewohnheit im Kühlschrank doch zur Schokolade greift 😅. Die ersten zwei Tage hatte ich am meisten damit zu kämpfen, da ich gerade eine After Eight Heißhunger Phase hatte, die ich dann unvernünftiger Weise mit Chips kompensiert habe 😏. Umso mehr habe ich mich nach der Woche auf das erste Stück Schokolade gefreut und ihr glaubt gar nicht, wie gut das geschmeckt hat 😊. Meine vegetarische Woche war für mich ganz unproblematisch. So richtig habe ich nicht mal wahrgenommen, dass ich auf etwas verzichte. Da ich generell meinen Fleischkonsum reduziert habe und viele neue leckere fleischlose Gerichte für mich entdeckt habe, war das easy.

Mein 24-Stunden digital Detox war zeitweise sogar entspannend und es hat nicht zu Entzugserscheinungen geführt. Ich hatte nicht das Gefühl etwas zu verpassen, die digitale Welt hat sich über Nacht auch nicht komplett verändert 😜. Da man aus Gewohnheit allerdings so oft das Smartphone in die Hand nimmt, musste ich es zwischendurch einfach mal streicheln 😂.

Die dritte Challenge, der Versuch, meine Gedanken zu steuern, war mir leider unmöglich. Ich habe mich echt angestrengt und trotzdem versagt 😩. Wenn ich meinen FC Bayern anschaue, da kann ich einfach nicht entspannt sein. Schließlich gibt es beim Fußball immer einen (Un)parteiischen, der leider so oft nicht meiner Meinung ist 😠. Was das Lästern betrifft, da wird man oft ungewollt bei einem ganz normalen Gespräch verwickelt. Noch bevor man es richtig bemerkt, ist man mittendrin und lästert mit. Traurig, aber wahr 😔. Ein bisschen gehört das Meckern und Lästern zum Alltag und eben zu mir, aber es darf nicht zu viel sein. Fazit: Positivität ist nichts, wofür man einfach einen Schalter umlegen kann … es sich aber definitiv lohnt, daran zu arbeiten.

Bzgl. des Themas „Shopping“ … jetzt war ich schon so fleißig und habe meinen Schrank ausgemistet (könnt ihr gerne hier nachlesen: Wenn der Kleiderschrank mal wieder ausgemistet werden muss … so geht’s!) mit dem Ergebnis, dass ich danach ungeheure Lust auf neue Sachen bekommen habe. Vor Ostern gibt es auch noch überall tolle Rabattaktionen, die einem ständig in Versuchung führen 😥. Da ist das schon nicht einfach, standhaft zu bleiben. Aber keine Angst, ich musste nicht nackt aus dem Haus gehen. Ich habe noch etwas im Schrank gefunden. Aus meiner Sicht braucht man sowieso nicht ständig neue Sachen, aber ab und zu darf man sich mal wieder etwas gönnen. Das werde ich sicherlich sehr bald tun 😊.

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Einen Tag lang nur Wasser trinken ist echt bescheuert 😕 und macht so gar keinen Spaß. Ich habe mich damit den ganzen Tag nicht gut gefühlt und bin extra bis kurz nach Mitternacht aufgeblieben, damit ich vor dem ins Bett gehen, noch etwas anderes zu mir nehmen kann. Das werde ich definitiv nicht wiederholen.

Zu guter Letzt habe ich auf mein Auto verzichtet und bin ins Büro geradelt. 17 km hin und 17 km wieder zurück, über Berg und Tal. Ich war, obwohl ich eigentlich recht fit bin, mit den Kräften am Ende 😓. Radeln ist dann doch nochmal eine andere Bewegung. Der Wind war auf dem Heimweg auch nicht gnädig zu mir und hat mir nahezu die komplette Strecke munter entgegengeweht. Jetzt fragt lieber nicht, wie es anschließend meinem Hintern ging 😫… Trotzdem werde ich im Sommer den ein oder anderen Tag wieder mal das Fahrrad nehmen. Prinzipiell ist das Auto natürlich viel bequemer und zeitsparender und das weiß ich auch wirklich jeden Tag zu schätzen.

Welche Erkenntnis habe ich schließlich aus meinem Experiment gewonnen?

Da ich mittlerweile ohnehin ein dankbarer Mensch bin, der gelernt hat, Dinge wertzuschätzen, konnte ich bereits vorher richtig einschätzen, was Verzicht bedeutet. Deshalb

  • bin ich froh, um mein Auto, was mir Unabhängigkeit, Flexibilität und Bequemlichkeit bietet.
  • bin ich froh, dass ich selbst entscheiden kann, was ich essen möchte, da ich sowohl das Geld als auch das riesen Angebot im Supermarkt habe.
  • sollte ich mehr darauf achten, dass ich mich von Smartphone und sozialen Medien nicht so abhängig mache und mehr Offline-Zeiten einbaue.
  • sollte ich bewusster konsumieren, seien es Klamotten, Nahrungsmittel, Elektronik oder sonstige Dinge.

Nun der Appell an euch: Lernt die Dinge, die ihr habt wertzuschätzen und zu genießen und konsumiert alles in Maßen nicht in Massen.

Das Leben in den geringen Dingen wertzuschätzen, ist eine Kunst des Lebens. (Monika Minder)

 

 

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