► Selbstmanagement

Blogparade: Entspannung & Stressbewältigung

Wie mache ich das?

Kommunikatz hat in ihrer aktuellen Blogparade „Entspannung und Stressbewältigung – Wie macht Ihr das?“ dazu aufgerufen, die eigenen Erfahrungen zum Umgang mit Stress zum Besten zu geben. Und da dieses Thema zu meinem Blog wie die Faust auf’s Auge passt und ich es zudem sehr interessant und wichtig finde, war für mich sofort klar: da möchte ich teilnehmen! Ich habe mich dazu entschieden diesen Blogbeitrag losgelöst von jeglicher Recherche zu schreiben, schließlich geht es um die ganz persönlichen Erfahrungen, Strategien und Techniken. Wenn ihr Recherchen wollt, könnt er nachschauen unter Gib dem Stress keine Chance, da habe ich mich schon einmal mit diesem Thema beschäftigt und festgestellt, dass viele verbreitete Praktiken bei mir nicht funktionieren. Ich bin eben besonders 😉

Nichtsdestotrotz habe ich mittlerweile einen Weg für mich gefunden, mit Stress umzugehen. Sonst könnte ich ja nichts zu diesem Thema beitragen. Also habe ich insbesondere intensiv über das vergangene Jahr nachgedacht, überlegt, was ich im Gegensatz zu früher geändert habe und versuche nun dem Ganzen etwas Struktur zu verleihen.

Aus meiner Sicht gibt es, pauschal gesagt, zwei Arten von Stress:

  • den Stress, den man sich selbst macht und
  • den Stress, den man von außen herangetragen bekommt.

Richtig ungemütlich wird’s, wenn beides zusammenkommt.

Wie kann man sich Stress vorstellen, den man sich selbst macht? – Wenn ich wieder mal denke, gleichzeitig auf mehreren Hochzeiten tanzen zu müssen. Bin ich z. B. an einem Tag auf zwei Geburtstagsfeiern eingeladen, dann sollte ich mich für eine entscheiden, wenn es mir ansonsten Stress bereitet. Es ist gar nicht gut, erst eine Stunde zur einen Feier zu gehen und anschließend noch zwei Stunden auf den nächsten Geburtstag … und dort fällt mir ein „Ach, es ist ja auch noch 90iger Party in der Fabrik. Das darf ich aber auf keinen Fall verpassen!“ Am Ende ist man überall zwar physisch anwesend, aber mit den Gedanken nicht so wirklich dabei, d.h. man kann nichts davon so richtig genießen.

Den Stress, der von außen an mich herangetragen wird, kann ich nicht ganz so gut beeinflussen. Wenn mein Chef mir einen riesigen Stapel Arbeit auf den Schreibtisch legt, den ich bis zum Ende der Woche abarbeiten muss und das niemals mit einem 8-Stunden Arbeitstag zu erledigen ist, was dann? Entweder auf die Barrikade gehen oder schlucken und sich rasch an die Arbeit machen. Akzeptieren und zum Workaholic mutieren, darf aber keine Dauerlösung sein. Diese Erfahrung habe ich bereits hinter mir.

Es gibt also Dinge, die wir beeinflussen können und solche, auf die wir wenig bis gar keinen Einfluss haben.

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Auf jeden Fall hilft es, schon mal die Dinge besser in den Griff zu bekommen, auf die wir Einfluss haben. Also müssen wir als allererstes herausfinden, was uns am meisten stresst und worin die Ursache von diesem Stress liegt. Entsteht der Stress z. B. dadurch, dass ich mir zu viele Dinge in zu kurzer Zeit vornehme? Oder rührt der Stress daher, dass ich mich selbst zu sehr unter Druck setze, weil ich etwas besonders gut machen möchte und Angst davor habe zu scheitern? Oder aber bin ich einfach ein Mensch, der viel zu viel nachdenkt und deshalb nicht zur Ruhe kommt? Schließlich lässt sich das Gehirn nicht so einfach abschalten.

Wenn ich mir zu viele Dinge vornehme, ich gefühlt immer zu wenig Zeit habe und drohe, den Überblick zu verlieren, habe ich 2 Möglichkeiten: (1) entweder ich reduziere meine To Dos oder aber (2) ich verbessere mein Zeitmanagement bzw. meine Effizienz. Dafür gibt es genügend Ratgeber und Tipps im Internet, natürlich auch auf LiWoBa: Zeitmanagement oder Die verlorene Zeit

Sich selbst zu sehr unter Druck zu setzen, ist kein guter Motivator sondern ein großer Stressfaktor. Entweder muss ich an meiner Selbsteinschätzung arbeiten – möglicherweise bin ich besser, als ich denke – oder ich muss mich akzeptieren, genauso wie ich bin, mit allen Fehlern, Ecken und Kanten. Kein Mensch ist perfekt, auch ich darf Schwächen haben. Das macht einem sogar oft sympathischer, wenn man sich das eingesteht und ist keinesfalls peinlich.

Das Steuern der Gedanken ist vermutlich am schwersten. Ich selbst bin ein sehr kopflastiger Mensch, bei mir wird alles von vorne bis hinten und oben bis unten analysiert. Da kommt das Gehirn natürlich nicht zur Ruhe. Hier hilft nur Ablenkung, die Gedanken auf etwas anderes lenken und zwar auf leichte Kost. Wenn ich mir einen Film anschaue, der mich wieder zum Nachdenken bringt, habe ich mein Ziel nicht erreicht. Ob ihr’s glaubt oder nicht, ich habe mir sogar schon TKKG Hörspiele angehört, wenn ich mal abschalten wollte. Das versetzt mich in meine Kindheit zurück und gibt mir ein gutes Gefühl.

Gegen Stress durch Fremdbestimmung gibt es im Prinzip nur ein Mittel: lernt NEIN zu sagen! Bringt den Mut dazu auf, ihr werdet sehr bald merken, es lohnt sich. Aber auch das braucht Übung (Wie das geht, könnt ihr hier nachlesen: Sag NEIN zu anderen und JA zu dir selbst). Oft hilft nämlich nicht mal mehr ein optimales Zeitmanagement und ich habe ein ziemlich gutes. Aber selbst ich komme hin und wieder an Grenzen. Deshalb überlege ich mir mittlerweile immer sehr genau, was ich mir aufhalse und wo ich sage, NEIN das funktioniert so nicht. Als JA-Sager wird man leider zu oft ausgenutzt und wenn man endlich mal NEIN sagt, geht die Welt davon auch nicht unter. Die Arbeit muss dann eben mal ein anderer machen.

Akuten Stress bekämpft man am einfachsten mit Tätigkeiten, die einem gut tun, woran man Spaß hat und eben die notwendige Ablenkung findet. Ich habe meinen Ausgleich seit eh und je im Sport gefunden. Das hilft sowohl dauerhaft gegen Stress als auch gegen akuten Stress. Es gibt nichts erholsameres als Bewegung in der Natur, sich nach einem anstrengenden Arbeitstag beim Joggen so richtig auszupowern. Selbst ein kleiner Spaziergang in der Mittagspause kann wahre Wunder bewirken. Mentales sowie autogenes Training, Atemübungen oder progressive Muskelentspannung funktionieren bei mir hingegen nicht. Dazu habe ich wohl noch nicht den richtigen Zugang gefunden. Was zu einem passt und gut funktioniert, muss am Ende eben jeder für sich selbst herausfinden.

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Prinzipiell hat sich auch meine mittlerweile doch recht positive Lebenseinstellung stressmildernd ausgewirkt. Wenn man nicht immer alles so pessimistisch sieht, setzt das nochmals neue Kräfte frei. Im Gegensatz dazu beraubt uns der Pessimismus aller Energie. Ich bin dankbarer geworden, für das was ich habe und strebe nicht ständig nach dem, was schwer zu bekommen ist. Mein Selbstwertgefühl hat sich zum Positiven gewandelt, so dass ich mich nicht mehr so sehr unter Druck setze und mich ständig mit anderen vergleiche und im Wettbewerb stehe. Summa summarum sind das alles Punkte, die ich mir im Laufe meines Lebens erarbeiten musste bzw. erlernen musste. Lebenserfahrung ist oft der beste Ratgeber gegen Stresssituation, sei es die eigene Lebenserfahrung oder die von Freunden oder Familienangehörigen. Da ich mir i. d. R. nicht viel sagen lasse, habe ich alles alleine auf die harte Tour herausfinden müssen.

Liebe Kommunikatz, ich hoffe, du kannst das ein oder andere auch für dich anwenden oder es hat dich zumindest auf neue Ideen und Ansätze zur Stressbekämpfung gebracht. Ich wünsche dir auf deinem Weg alles Gute und bin bespannt auf die anderen Beiträge.

Stress passiert nicht. Stress ist die Art, wie du auf die Dinge reagierst.

Ein Gedanke zu „Blogparade: Entspannung & Stressbewältigung“

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