- Organisation & Zeitmanagement

Wie organisiere ich mich am besten?

Kalender vs. Bullet Journal

Das neue Jahr hat begonnen und damit hat sich einmal mehr die Frage gestellt, wie ich 2019 am besten meine Termine und Aufgaben in den Griff bekomme, so dass alles rechtzeitig erledigt und nichts vergessen wird. Schließlich kann man nicht alles im Kopf behalten. Falls das doch jemand schaffen sollte, dann hat er meinen allerhöchsten Respekt!

Da ich mich in letzter Zeit diesbezüglich mal wieder intensiver mit dem sogenannten Bullet Journal befasst habe, habe ich tatsächlich in Erwägung gezogen, mir selbst eines zu erstellen. Da ich auf anderen Blogs ausschließlich positives über die Nutzung eines Bullet Journals gelesen habe, dachte ich, das ist genau das richtige für mich: Kalender, Tagebuch, To-do-Liste, Timer, Planer, Notizbuch, alles in einem. Eigentlich echt eine tolle Sache und vor allem ganz individuell nach den eigenen Bedürfnissen gestaltbar. Ich war schon kurz davor, mein eigenes Bullet Journal zu kreieren. Nach intensiver Überlegung bin ich aber doch wieder zu dem Entschluss gekommen, dass das zu viel Arbeit ist. Da ich ein ungeduldiger Mensch bin und alles sofort haben möchte, dauert es mir zu lange, bis das Bullet Journal soweit vorbereitet ist, dass ich es vollumfänglich nutzen kann. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wann ich die Zeit und Motivation zwischen Arbeit, Fußball, Blog und Haushalt aktuell aufbringen sollte.

Dennoch hat mich der Gedanke an das Bullet Journal nicht so richtig losgelassen. Also habe ich überlegt, ob es nicht einen Kompromiss zwischen meinem derzeitigen Kalender und Notizbuch und dem Bullet Journal gibt. Eigentlich mag ich keine halben Sachen, aber mit meiner momentanen Organisation bin ich auch nicht wirklich zufrieden. Zum Beispiel tauchen meine To-dos zurzeit nur im Tageskalender auf, d. h. mir fehlt der Überblick über meine kompletten anstehenden Aufgaben, wenn ich nicht ständig blättern will. Allerdings will ich auf mein Kalenderbuch, das für das ganze Jahr 2019 gültig ist und für jeden Tag eine eigene Seite hat, auf keinen Fall verzichten. Das Kalenderbuch hat sich mehr oder weniger sowohl für den Beruf als auch für meinen Alltag bewährt und begleitet mich jeden Tag.

Daher müsste dieser Kalender nur etwas erweitert werden, damit er meinen Ansprüchen genügt. Und dafür habe ich mir letztendlich Anregungen aus dem Bullet Journal geholt. Für alle, die nicht wissen was ein Bullet Journal ist bzw. wie es aufgebaut ist, das muss euch wirklich nicht peinlich sein, an mir ist das auch lange Zeit vorbeigegangen. Aber wer weiß, vielleicht entdeckt ihr das Planungsinstrument gerade jetzt für euch. Daher ein paar kurze Sätze und ein paar Internetseiten zur Anregung.

Wenn ihr euch ein Bullet Journal kaufen wollt, dann kauft ihr ein leeres Notizbuch. Jawohl, ihr habt richtig gehört, ein leeres Notizbuch. Was ihr dazu noch benötigt, ist ein Stift, Kreativität und eine grobe Vorstellung, wie es später aussehen soll. Die Struktur haltet ihr im Index (Inhaltsverzeichnis) mit Topics und Seitenzahlen fest. Unverzichtbare Inhalte sind der Jahreskalender, eine Monats- und Wochenübersicht sowie der Tagesplaner. Außerdem werden im Bullet Journal neben Terminen auch Aufgaben festgehalten in Form einer To-do-Liste mit Checkboxen. Im Habit Tracker könnt ihr Aktionen nachverfolgen, wie z. B. wann ihr Sport gemacht habt. Meistens enthält das Bullet Journal eine Seite, auf der ihr eure persönlichen Ziele definiert und überprüfen könnt. Manche notieren ihre Lieblingsrezepte im Bullet Journal oder eine Packliste für den Urlaub oder einen Serientracker usw. Jeder kann es nach seinen ganz individuellen Bedürfnissen gestalten sowohl inhaltlich als auch grafisch.

Hier noch ein paar Links mit Ideen, Tipps und Erläuterungen zum Bullet Journal:

https://www.punktkariert.de

https://lilablumenwiese.com

https://editionf.com

Ich hoffe, ihr habt jetzt eine grobe Vorstellung zum Bullet Journal, Bilder dazu findet ihr zu genüge im Netz bzw. unter den o. g. Links.

Welche Anregungen habe ich mir nun aus dem Bullet Journal geklaut?

  • Urlaubskalender: Ich habe mir einen Jahreskalender ausgedruckt, in den ich ausschließlich meine Urlaubstage eintrage. So sehe ich auf einen Blick, wann ich Urlaub habe und wie viel Resturlaubstage mir noch bleiben. Der Urlaubskalender (DIN A1) hängt bei mir im Büro über dem Schreibtisch und klebt mittlerweile auf Seite 1 und 2 in meinem Kalenderbuch. Diverse Vorlagen für Jahreskalender findet ihr im Internet bei http://www.kalenderpedia.de. Wenn ihr die Muse und die Zeit habt, könnt ihr den Urlaubskalender beliebig aufhübschen, in dem ihr bspw. Bilder eures nächsten Reiseziels einfügt oder draufklebt. Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude und sorgt möglicherweise für mehr Motivation, wenn ihr den nächsten Urlaub stets vor Augen habt.

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  • Geburtstagskalender: Wiederum in Form einer Jahresübersicht, allerdings ohne Zuordnung der Wochentage. Er enthält nur Monate und Tage, so dass er nicht jedes Jahr neu erstellt werden muss, aber natürlich jederzeit durch weitere Geburtstagskinder ergänzt werden kann. Aus diesem Grund pflege ich den Geburtstagskalender in Excel (zum Download: Geburtstagskalender.xlsx) und mache mir jedes Jahr einen Ausdruck, welchen ich ebenfalls in mein Kalenderbuch klebe.

190114_geburtstagskalender2

  • Tageskalender/Kalenderbuch: Enthält alle Termine (Job + privat) mit Uhrzeit, Ort und genaueren Beschreibungen, teilweise auch To-dos, wenn diese zwingend an dem jeweiligen Tag zu erledigen sind. Oft trage ich da meine grobe Büro-Tagesplanung ein, insbesondere wenn viel ansteht und wichtige Abgabetermine sind. Für meine Tagesplanung nehme ich mir daher jeden Morgen ein paar Minuten Zeit, damit ich eine grobe Struktur für den bevorstehenden Tag habe. Dabei habe ich gelernt, man darf sich den Tag nicht zu vollpacken, sondern immer genügend Puffer für Unvorhergesehenes lassen.

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  • To-do-Liste: Enthält alle Aufgaben, die in nächster Zeit zu erledigen aber keinem konkreten Tag zugeordnet sind. Also Aufgaben, die ich innerhalb eines mir festgesteckten Zeitraums flexibel erledigen kann, die aber trotzdem nicht vergessen werden sollten. Teilweise übernehme ich Aufgaben aus meiner To-do-Liste in meinen Tageskalender, wenn ich meine konkrete Tagesplanung durchführe. Hierzu könnt ihr euch ebenfalls meine Vorlage downloaden unter: To-do-Liste.pdf

190114_to-do-liste

Alles weitere wie z. B. Rezepte, persönliche Ziele u. a. halte ich weiterhin in einem großen DIN A4 Notizbuch fest. Das mittlerweile allerdings Seitenzahlen und ein Inhaltsverzeichnis bekommen hat, was mir ungemein hilft, mich darin schneller zurechtzufinden. Ebenfalls ein Tipp, den ich aus dem Bullet Journal übernommen habe.

Das beschriebene Planungssystem hat sich für mich bisher bewährt und ich fühle mich damit ausreichend organisiert, ohne dass mir der Aufwand zu groß wird. Schließlich kann man sich auch überorganisieren, vor allem dann, wenn man mehr Zeit in die Planung, den Kalender, das Bullet Journal usw. steckt, als in die Ausführung der Aufgaben selbst. Auf jeden Fall wird mich mein Kalenderbuch weiterhin jeden Tag begleiten und ich werde sicherlich nicht auf einen digitalen Kalender oder ein digitales Bullet Journal umsteigen. Mit Stift und Papier fühle ich mich immer noch am wohlsten, auch wenn das im digitalen Zeitalter vielleicht etwas oldschoolmäßig klingt.

Wie man am besten Ordnung hält, ist letztendlich jedem selbst überlassen bzw. von den individuellen Vorlieben abhängig, oder man lebt eben nach dem Motto:

Ordnung ist das halbe Leben, ich lebe in der anderen Hälfte.

4 Gedanken zu „Wie organisiere ich mich am besten?“

  1. Hey Kerstin,

    Danke für den interessanten Beitrag. Das Bullet Journal war mir neu, ich fand es aber grundsätzlich sehr interessant. Persönlich gehöre ich noch zu der Fraktion, die ganz „oldschool“ einen kleinen Tischkalender zur Organisation der täglichen Aufgaben und anfallenden Arbeiten nutzt. Das mag zwar hier und da antiquiert auf andere Menschen wirken – erst recht, wenn ich bei Terminvereinbarungen als einziger im Raum Stift und Kalender zücke, während alle anderen ihre Smartphones in die Hand nehmen.

    Es hat aber einen entscheidenden Vorteil! Ich bin viel weniger von meinem Smartphone abhängig und das bedeutet, dass ich nicht etwa beim Aufrufen des Kalenders oder der Erinnerungsliste in Benachrichtungen von Facebook, WhatsApp etc. hängen bleibe, sondern auf das Wesentliche fokusiert bleibe. Auch hilft es mir, am Wochenende das Smartphone mal links liegen zu lassen. Ganz im Sinne einer anzustrebenden Work-Life-Balance, aber das wäre jetzt ein Thema für sich. Wie ich darüber denke, habe ich in diesem Blogbeitrag niedergeschrieben, falls es von Interesse sein sollte: https://ausbilderschein24.de/work-life-balance-optimieren/

    Viele Grüße
    Dennis

    Gefällt 1 Person

    1. Hey Dennis,
      ich kann auf Stift und Papier auch nicht verzichten, genauso wenig wie auf Bücher. Tablet, Kindle und Handy können mir nicht den Geruch und das Gefühl von Papier ersetzen. Und wie du schon sagst, wir hängen ohnehin zu lange am Smartphone und es ist nichts persönlicher als die eigene Handschrift.
      Die einzigen Termine, die ich im Outlook vermerke und mit dem Smartphone synchronisiere, sind Termine, die für meinen Job relevant sind.
      Deinen Blogbeitrag werde ich auf alle Fälle bei nächster Gelegenheit durchlesen.
      LG Kerstin

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