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How to be Single – die Vor- und Nachteile des Singlelebens

How to be Single, wer weiß das schon besser als ich?! Schließlich bin ich mittlerweile seit 4 Jahren Single. Eigentlich nichts Schlimmes … habe ich gedacht. Aber dann kam mal wieder Weihnachten, ein Fest im Kreise der Familie. Und da sich bei uns Weihnachten nicht auf den engeren Familienkreis beschränkt, sondern – aufgrund des Geburtstags meiner Mama – Hinz und Kunz vorbeischaut, ist alle Jahre wieder ein ganz schöner Trubel angesagt. Und plötzlich habe ich nicht mehr das Gefühl, dass Single sein nichts Schlimmes ist. Ehrlich gesagt, fühle ich mich manchmal so, als hätte ich eine schlimme Krankheit. Denn in unserem erweiterten Familienkreis ist Single sein so gar nicht normal und schon gar nicht in meinem Alter. Ich bin leider die einzige Ausnahme. Aber habe ich mir das etwa so ausgesucht? – Nicht wirklich! Kann ich etwas dafür? – Ich glaube nicht! Würde ich mir den Nächstbesten schnappen, der gerade um die Ecke läuft, wäre das schließlich auch wieder nicht recht. Glücklicherweise ist Weihnachten nur einmal im Jahr und bei anderen Familienfesten habe ich mich ziemlich rar gemacht.

Wieder im Alltag angekommen, ist das Singleleben aus meiner Sicht echt nicht das Schlechteste. Es gibt genügend Gründe, die für ein Single-Dasein sprechen.

10 Gründe, die für ein Single-Dasein sprechen

  1. Man muss sich nicht vor dem Partner rechtfertigen, wenn dieser mal wieder eifersüchtig ist. Zum Glück bin ich selbst keine eifersüchtige Person.
  2. Ich ganz allein entscheide, was bei mir im Fernsehen läuft und wann der Fernseher läuft. Ich muss mich nicht erklären, wenn ich mich von anspruchlosen Serien wie „Berlin Tag & Nacht“ berieseln lasse. Außerdem kann ich mich auf der ganzen Couch ausbreiten 😊
  3. Ich kann mich zu Hause auch mal gehen lassen, muss weder gekämmt noch frisch geduscht sein und mir nicht ständig die Frage anhören, ob ich auch noch etwas anderes als Bayerntrikots zum Anziehen habe 🤨
  4. Ich muss mich zwecks Essen nur mit mir allein absprechen und kann mich ganz spontan umentscheiden. Falls ich mal keinen Hunger habe oder nur Chips essen möchte, ist selbst das kein Problem.
  5. Ich kann den kompletten Kleiderschrank für mich alleine nutzen und muss nicht ein einziges Fach davon abgeben. Es würde zwar sicherlich nicht schaden, mal wieder auszumisten … aber ich muss es nicht tun.
  6. Es gibt keine Schwiegermonster.
  7. Meine Freizeit gehört ganz allein mir. Ich kann sie nach Belieben gestalten, ohne mich mit jemandem abstimmen zu müssen. Die wenige Freizeit, die mir bleibt, ist ohnehin so kostbar, dass man ungern ständig Kompromisse eingehen will.
  8. Ich muss mir nachts nicht das Schnarchen oder generell das Atmen des Partners anhören und kann mich diagonal ins Bett legen, wenn ich das möchte.
  9. Der Dreck in der Wohnung ist ganz allein von mir … Hm, welcher Dreck eigentlich?
  10. Ich muss die Dreckwäsche von niemandem außer von mir selbst anfassen und muss keine stinkenden Socken einsammeln.

Kurz zusammengefasst, ich bin frei und unabhängig und muss meine Energie nicht für Streitereien verschwenden.

photo of person walking on deserted island

Wieso wünschen sich die meisten Singles trotzdem einen Partner?

Während man mit 30 noch so manche Ausrede vorschieben kann, wie z. B. sich primär um die Karriere kümmern zu wollen, noch etwas Spaß haben zu wollen, nicht nur nach einem Kompromisspartner zu suchen, sondern nach Mr. Right … so wird man spätestens mit 40 als hoffnungsloser Fall abgestempelt. Das ist die Phase, in der bei vielen Singles die Torschlusspanik der Verzweiflung weicht. Manchmal habe ich das Gefühl, manche Leute wissen überhaupt nicht, wie sie damit umgehen sollen, wenn man mit fast 40 noch Single ist … und noch dazu eine Frau. In deren Augen ist das einfach nicht normal. Ich glaube, meine Mitmenschen haben mehr Probleme damit als ich. Sie wissen nicht, ob Sie einen bemitleiden sollen oder nicht. Aber das Thema erst gar nicht ansprechen, das geht anscheinend auch nicht. Jedes mal dieselbe Frage: „Tut sich bei dir noch nichts? Gibt es da niemanden?“ „Nein, gibt es nicht, auch keiner in Aussicht und so wirklich danach suchen, tue ich auch nicht. Ich komme nämlich ganz gut alleine zurecht.“ Dann kommt auch schon der nächste Seitenhieb: „Mit dem Nachwuchs wird es aber solangsam eng.“ – Ach nee, danke für den Hinweis, da wäre ich jetzt echt nicht von alleine drauf gekommen 😤

Das nächste Problem meiner lieben Mitmenschen: wo platziert man einen Single am besten bei Hochzeiten? Schließlich passt man ja nirgends so richtig dazu. Bei Mutter und Oma ist man zu jung, bei jungen Familien mit Kindern wirkt man wie das fünfte Rad am Wagen. Aber Hochzeiten versuche ich ohnehin zu meiden, wenn das irgendwie möglich ist.

Glücklicherweise ist die Frau von heute emanzipiert, oft erfolgreich im Beruf, somit finanziell unabhängig von der Männerwelt und hat auch ohne Mann ein erfülltes Leben. Das ist tatsächlich so, auch wenn das viele nicht glauben wollen. Und wenn man mit sich im Reinen ist, findet man irgendwann schon den Richtigen.

Aber was könnte mich letztendlich dazu bewegen, mich wieder auf einen Mann einzulassen?

silhouette photo of man leaning on heart shaped tree

10 Gründe, die gegen das Single-Dasein sprechen

  1. Die meisten Singles vermissen wohl den Austausch von Zärtlichkeiten. Das Argument zieht bei mir allerdings nicht. Dafür habe ich meine beiden Kuscheltiere. Alternativ könnte ich mir ein Haustier zulegen, wenn ich nicht so häufig unterwegs wäre.
  2. Mir fehlt ein Partner für Unternehmungen insbesondere Reisen, das gebe ich ehrlich zu. Denn in meinem doch schon etwas fortgeschrittenen Alter gibt es kaum noch Freundinnen mit Single-Status. Die meisten sind verheiratet, haben Kinder und somit andere Verpflichtungen.
  3. Und wem vertraue ich meine Probleme und Sorgen an? Ja, auch als Single hat man Probleme, nämlich das Single sein 😂 Nein, Spaß beiseite! Glücklicherweise gibt es immer jemanden, der ein offenes Ohr für mich hat, entweder im Büro oder ich rufe einfach einen Freund an.
  4. Die Ungewissheit bezüglich meiner Zukunft beschäftigt mich. Muss ich allein alt werden? Davor habe ich tatsächlich ein bisschen Angst, vor allem vor der Einsamkeit. Wie wird es zukünftig aussehen, wenn ich mal in Rente bin, wer ist dann für mich da?
  5. Oft stellen mich zu Hause Kleinigkeiten vor eine große Herausforderung, wie z. B. soll ich meinen Terrassentisch ganz alleine in die Garage verfrachten? Das ist schlichtweg unmöglich. Oder wie kann ich IKEA-Möbel alleine aufbauen, da die Aufbauanleitung immer für 2 Personen bestimmt ist?
  6. Wer macht mir mein Gurkenglas auf, die Marmelade oder mein Barilla Pesto, wenn meine Kraft nicht ausreicht? Apropos Essen, die Packungen/Portionen sind absolut nicht singlefreundlich, an einem Glas Pesto esse ich meistens 4 Tage lang und das ist nicht gerade abwechslungsreich 😕
  7. Wer kümmert sich um mich, wenn ich krank bin? Wer kocht mir dann Tee oder geht für mich einkaufen?
  8. Wir hilft mir bei der Hausarbeit oder im Garten? Das ist nämlich ganz schön viel Arbeit, wenn man sich um alles alleine kümmern muss, insbesondere im Sommer wenn der Rasen gemäht und bewässert werden muss.
  9. Wer entsorgt die Spinnen für mich? Das ist in der Tat ein ganz entscheidender Punkt, da ich eine mittelgroße Spinnenphobie habe.
  10. Wer fotografiert mich für meinen Blog und für Instagram und sagt mir ab und zu, dass ich gut aussehe? OK, das weiß ich auch so 🙈

Ehrlich gesagt, viel schlauer bin ich jetzt nicht. Man muss es einfach nehmen wie es kommt und das Beste daraus machen, erzwingen kann man sowieso nichts.

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Wie sieht eigentlich der typische Single aus?

Denn Single ist nicht gleich Single, die kann man nicht alle über einen Kamm scheren, selbst da lässt sich differenzieren (Quelle: https://www.match-patch.de). Es gibt nämlich:

  • welche, die überhaupt nicht allein sein können, die sich nur in einer Partnerschaft vollkommen fühlen und als Single todunglücklich sind
  • geschiedene Frauen oder Männer, die ihre neu gewonnene Freiheit anfänglich genießen und es ebenso genießen wieder von anderen beachtet und vielleicht sogar begehrt zu werden
  • freiheitsfanatische Singles, die sich in einer festen Partnerschaft eingeengt fühlen, nach Unabhängigkeit streben und ihre Freiräume brauchen, also Singles die eigentlich gar keine Partnerschaft wollen
  • pragmatische Singles, die warten bis das Schicksal an die Tür klopft und plötzlich der Traumpartner vor ihnen steht, sie warten einfach ab, weil sie der Überzeugung sind, dass sich das von selbst regelt
  • die panischen Singles, bei denen die biologische Uhr tickt und die Angst haben, dass das Leben an ihnen vorbeizieht, für diese ist der Single-Status absolut inakzeptabel

Und nun die große Frage, welcher Single-Typ bin ich? Vielleicht von allem ein bisschen, wie so oft passe ich in keine vorgefertigte Schublade.

Warum ist ein Single überhaupt Single?

Habt ihr euch das schon mal überlegt? In einer Umfrage einer Partneragentur (Quelle: https://www.klamm.de) wurden am häufigsten die nachfolgenden Gründe genannt:

  • man trifft einfach nicht die richtige Person
  • die eigenen Erwartungen sind zu hoch
  • man hat so viel zu tun, dass keine Zeit für die Partnersuche bleibt
  • man traut sich nicht, fremde Menschen anzusprechen
  • man geht selten aus und hat somit nur geringe Chancen, jemanden zu treffen
  • das große Selbstbewusstsein schreckt andere Menschen ab
  • man hängt immer noch am Ex-Partner und vernichtet damit jegliche Chance auf eine neue Beziehung
  • man ist davon überzeugt, zu wenig Geld zu besitzen und dadurch unattraktiv zu wirken
  • man findet sich zu unattraktiv, um jemanden kennenzulernen
  • man ist überzeugt von seinem Single-Leben und wünscht aktuell keinen Partner

Obwohl es in unserer heutigen Welt durch das Online-Dating und den Partnerbörsen mehr Möglichkeiten gibt, Menschen kennenzulernen und ganz unverbindlich Kontakt aufzunehmen, hat noch nicht jeder Topf seinen Deckel gefunden und ich habe eben Sondermaße 😖

Ihr seht schon, mit dem Thema „Single“ kenne ich mich aus, ansonsten hätte ich niemals so viel Text produziert. Ich hoffe, ich habe euch damit nicht gelangweilt. Vielleicht geht es dem ein oder anderen von euch ähnlich wie mir und er findet sich in der ein oder anderen Textpassage wieder?

Seid ihr trotzdem noch traurig wegen eures Single-Daseins, können euch folgende Sprüche vielleicht zumindest kurzzeitig aufmuntern: How to be Single – die besten Sprüche

 

10 Gedanken zu „How to be Single – die Vor- und Nachteile des Singlelebens“

  1. Sehr gut geschrieben 😊
    Ich musste bei der Auflistung der Single Typen lachen. Finde ich mich da irgendwie in zwie Anteilen wieder. Auf der einen Seite der freigeist, auf der anderen aber die innere Uhr die mich manchmal anbrüllt als gäbe es kein Morgen mehr 😅

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    1. Danke dir. Ich habe mich mittlerweile mit dem Singleleben arrangiert, deshalb sehe ich das Thema nicht mehr allzu ernst. Es bringt sowieso nichts daran zu verzweifeln. Also, wie aus allem anderen auch, immer das Positive sehen 🙂

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      1. Damit hast du wohl recht 😏😏.
        Aber es ist immer wieder aufs neue eine Herausforderung wenn doch jemand meint zu sagen „und warum bist du, in deinem Alter, noch nicht längst verheiratet?“ 😅

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