► Selbstmanagement

Frustriert? – Tipps, wie du das ändern kannst

Gerade in der stressigen Vorweihnachtszeit ist das Frustpotenzial bei mir mal wieder sehr hoch. Deshalb habe ich mich intensiv mit dem Thema „Frust“ auseinandergesetzt, bzw. damit wie sich Frust bekämpfen lässt. Zufällig hat TwistheadCats – einer meiner Lieblingsblogs – kürzlich ebenfalls über das Thema „Frustration“ berichtet: Nie wieder ärgern? Der Weg vom Rumpelstilzchen-Dasein zur inneren Ausgeglichenheit. Da habe ich mir gedacht, ich knüpfe daran an und schreibe über meine eigenen Erfahrungen diesbezüglich und erzähle euch mal, was mich regelmäßig aus der Haut fahren lässt und wie sich das zukünftig bestenfalls vermeiden lässt. Schließlich muss man nicht immer erst warten, bis das eigene Leben aus der Bahn gerät, um etwas zu ändern. Ich denke, bei mir ist jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen, um Schritt für Schritt Veränderungen in meinem Leben vorzunehmen. Diejenigen von euch, die LiWoBa seit fast einem Jahr begleiten, haben meine bisherigen Ansätze und Fortschritte mitverfolgen können.

Meine größten Frustauslöser sind aktuell mein Job, die Planung für das Skiwochenende für meine Fußballmannschaft, mein Ärger mit dem Sky-Abo und – wie alle Jahre wieder – das bevorstehende Weihnachtsfest. Im Job fühle ich mich zeitweise einfach im Stich gelassen, weil ich das Gefühl habe, es interessiert aktuell keinen, ob ich freitags 2 Stunden länger arbeiten muss, ob ich trotz Krankmeldung zur Arbeit komme und ob ich die ganzen Weihnachtskarten für die Kunden am Wochenende geschrieben habe. Bei der Planung fürs Skiwochenende fehlt mir einfach das nötige Feedback meiner Mannschaftskameraden. Und ich weiß jetzt schon, am Ende ist es doch wieder nicht recht, was ich organisiert habe. Irgendjemand hat immer etwas auszusetzen. Mir geht so etwas sehr nahe, da ich generell den Anspruch habe, alles möglichst perfekt zu machen, so dass auch jeder zufrieden ist.

20181211_215623.jpgNoch mehr Nerven und Energie kostet mich Sky, und das schon seit August. Zuerst schickt Sky mir einen Receiver, den ich nie bestellt habe. Dann verrechnen sie mir die Versandkostenpauschale und erstatten nur einen Teil zurück. Jetzt buchen sie mir seit 2 Monaten 10 Euro zu viel ab. Da könnte ich wahnsinnig werden. Tja und dann steht wieder mal Weihnachten vor der Tür. Das ist bei uns zu Hause in der Familie dermaßen unentspannt und stressig, dass ich auch da ständig Angst habe, etwas falsch zu machen. Und all diese Dinge führen bei mir zu Frust, mal abgesehen von Kleinigkeiten, z. B. wenn eine Flasche herunterfällt und kaputt geht oder ich auf dem Weg ins Büro mal wieder im Stau stehe. Das führt normalerweise nur kurzzeitig zu Frust. Nur wenn sich die Frustration und diese Kleinigkeiten aufsummieren, denkt man irgendwann, man ist die ärmste Sau auf der ganzen weiten Welt … und so geht es mir seit Anfang Dezember.

Frust oder Frustration entsteht also, wenn man Erwartungen an Menschen oder Situationen hat, die nicht erfüllt werden.

Frust ist somit eine Reaktion auf ein Erlebnis, bei dem man sich benachteiligt fühlt. Frust tritt oft in Zusammenhang mit Enttäuschung, Trauer, Ärger oder Wut auf. Dabei können manche Menschen besser mit Enttäuschungen umgehen, ich gehöre leider definitiv nicht dazu. Woran das liegt? Laut Psychologenmeinung ist das so: Wer bereits im Kindesalter gelernt hat, Frust und Misserfolge zu verarbeiten bzw. zu tolerieren, reagiert auch als Erwachsener wesentlich entspannter, wenn`s mal nicht so läuft. Anscheinend habe ich das als Kind nicht gelernt, so dass ich jetzt eine geringe Frustrationstoleranz habe.

Was sind die Folgen von Frust?

Manche kompensieren ihren Frust durch Essen oder extensives Shoppen. Andere wiederum trinken plötzlich mehr Alkohol, rauchen verstärkt oder greifen zu Medikamenten. Ich bin eher der Typ, der zum Workaholic mutiert, aggressiver wird und in Grübelei verfällt. Dabei entsteht eine innere Unruhe und Unzufriedenheit. Hält diese Stimmung dauerhaft an, so erhöht das die Gefahr einer ernsthaften Erkrankung wie Burnout oder Depression. Außerdem macht Dauerfrust zusehends schlapp, insbesondere dann, wenn alltägliche Situationen immer mehr enttäuschen und man so keinen Antrieb mehr hat. Allerspätestens dann muss man versuchen, einen Ausweg zu finden.

Was hilft gegen Frust?

Prinzipiell ist die eigene Einstellung zum Leben zu hinterfragen und die Frustrationstoleranz zu erhöhen. Eine Lappalie, wie z. B. wenn eine Flasche herunterfällt und zerbricht, ist nicht gleich eine Katastrophe. Außerdem muss man sich bewusst werden, dass Frustempfinden ganz normal ist und niemand permanent glücklich ist.

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Den Umgang mit Frust kann man lernen bzw. den Frust abbauen, wenn man die Ursachen der Frustration kennt. Mögliche Ursachen für Frust sind:

  • dass man seine eigenen Fähigkeiten falsch eingeschätzt hat, sich nämlich überschätzt hat
  • dass man die Erwartungen an Situationen oder das Verhalten anderer falsch eingeschätzt hat
  • dass wir von uns selbst und anderen Perfektion erwarten

Sobald wir die Ursache identifiziert haben, können wir alles daran setzen, den Frust abzubauen oder dem Frust vorzubeugen und dafür habe ich die folgenden Tipps für euch:

10 Tipps zum Frustabbau

  1. Bewegung oder Sport, das funktioniert bei mir immer… zumindest vorübergehend
  2. Entspannung, in Form von Entspannungsübungen, einem heißen Bad oder einer Tasse Tee. Ich verfalle bei zu viel Ruhe leider zu oft ins Grübeln.
  3. Ablenkung wie z. B. ein Kinobesuch oder ein Treffen mit Freunden
  4. Manchmal hilft auch, wenn man eine Nacht darüber schläft. Am nächsten Tag sieht die Welt oft viel besser aus.
  5. Manchmal muss man den Frust auch einfach akzeptieren. Allerdings sollte man das nicht ständig tun, denn wenn man sich immer als Opfer sieht, ist man auch sehr oft frustriert.
  6. Man sollte sich hinterfragen, ob der Frust an der Situation etwas ändert? NEIN, tut er natürlich nicht. Also verschwendet nicht unnötige Energie an eure Frustration.
  7. Wer sich klar ausdrückt und NEIN sagt, ärgert sich hinterher nicht, wenn es nicht so läuft, wie man sich das vorgestellt hat.
  8. Was immer hilft, ist Lachen. Humor ist so ziemlich die beste Prophylaxe gegen alles. Also kleine Missgeschicke einfach mit Humor nehmen.
  9. Denkt daran, dass ihr aus Frustsituationen oft etwas Guten ziehen könnt oder zumindest daraus lernen solltet.
  10. Manche wiederkehrende Frustsituationen lassen sich womöglich ganz vermeiden, wenn dem rechtzeitig vorbeugt und geschickte Lösungen sucht. Ich vermeide auf meinem allabendlichen Nachhauseweg z. B. die B39 und umgehe somit der Hauptverkehrsstrecke im Feierabendverkehr.

Meine erste Erkenntnis ist auf jeden Fall, dass ich meine Frustrationstoleranz erhöhen muss, ich darf nicht aus jeder Mücke gleich einen Elefanten machen. Außerdem ist Weihnachten in absehbarer Zeit vorbei und im neuen Jahr bin ich normalerweise auch im Job wieder frisch motiviert, wenn ich mich mal ein paar Tage erholen konnte. Der Skiurlaub ist irgendwann auch abgehakt, so dass wieder neue Frustauslöser kommen können 😉 Ich hoffe, ich bin bis dahin gewappnet 🥊

Frustration lähmt uns, hält uns in Trägheit gefangen. Aggression geht unter in unserer Trägheit, frisst uns auf von innen. Und der Ausgang aus dieser Misere wäre ein einfaches und unkompliziertes Lächeln.

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