Selbstmanagement

Probier’s mal mit Dankbarkeit!

In der heutigen Zeit habe ich manchmal das Gefühl, dass Dankbarkeit zum Fremdwort wird, dass viele gar nicht mehr wissen, was dieses Wort bedeutet. Manchmal vergesse ich selbst den Sinn von Dankbarkeit. Irgendwie konzentrieren wir uns viel mehr auf die Dinge, die wir nicht haben aber gerne hätten als auf das, was uns bereits gehört. Ständig eifern wir etwas hinterher, was nur schwer erreichbar oder sogar unerreichbar für uns ist. Macht uns das glücklich? Mit Sicherheit nicht. Wir sollten uns eher auf die Dinge konzentrieren, die wir haben und uns glücklich machen. Nur müssen wir uns eben daran erinnern, dass diese Dinge uns glücklich machen. Wir müssen auch den Wert von kleinen Dingen oder Momenten wieder schätzen lernen. Es geht nicht darum, immer mehr Besitz anzuhäufen, noch mehr Erlebnissen hinterherzujagen und nach noch mehr Erfolg zu streben … wenn man nicht einmal inne hält und stolz auf das ist, was man bereits erreicht hat.

Ich zum Beispiel habe mir immer eine kleine Familie gewünscht, ich hätte so gerne ein eigenes Kind. Es hat lange gebraucht bis ich akzeptiert habe, dass das nicht möglich ist. Aber anstatt dem hinterher zu trauern, was ich nicht haben kann, blicke ich nun nach vorne und versuche das Positive zu sehen. Ich kann beispielsweise ganz spontan und ohne Verpflichtungen verreisen oder einfach mal ausgehen. Ich kann meine Zeit so einteilen und nutzen, wie es mir gefällt. Ich kann mich voll und ganz auf meinen Job konzentrieren ohne dabei als Rabenmutter abgestempelt zu werden … und vielleicht klappt es ja bald zumindest mit einer kleinen Nichte oder einem kleinen Neffen.

Ich habe mittlerweile auch gelernt, dass es nichts bringt, wenn ich mich ständig mit anderen vergleiche. Wenn ich sehe, dass andere z. B. mehr Geld haben, hübscher oder erfolgreicher sind. Es wird immer welche geben, die reicher, schöner oder erfolgreicher sind. Also würde ich nie mit mir zufrieden sein, wenn ich mich ständig an anderen orientiere, die es aus meiner Sicht besser haben. Dann ist es doch viel klüger, wenn ich auf mich selbst schaue und stolz darauf bin, was ich persönlich erreicht habe … und das bin ich auch 🙂

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Entscheidend ist, die eigene Grundeinstellung zu ändern und nicht zu denken „ich bin glücklich, wenn …“ sondern sich bewusst zu werden, dass „ich bin glücklich weil …“ die bessere Einstellung ist. Viele von uns neigen dazu, die Welt eher schwarz zu sehen und legen den Fokus auf das Negative. Sie denken permanent an die Dinge, die schlecht laufen oder die Dinge, die sie nicht haben. Aber wie schafft man es, den Fokus auf das Schöne zu legen? Denn eines ist sicher: wer dankbar ist, ist gleichzeitig auch zufrieden und glücklicher. Um sich die positiven Dinge oder Momente vor Augen zu führen, nutzt man häufig das sogenannte Dankbarkeitstagebuch oder Glückstagebuch.

Ihr fragt euch jetzt vielleicht:

  • Was ist ein Dankbarkeitstagebuch?
  • Wie funktioniert das Dankbarkeitstagebuch?
  • Und warum lohnt es sich ein Dankbarkeitstagebuch zu schreiben?

Das möchte ich euch im Folgenden beantworten.

Ein Dankbarkeitstagebuch ist eine psychologische Hilfe, die dabei unterstützen soll, das eigene Leben zu verbessern und positiver zu sehen. In einem Dankbarkeits- oder Glückstagebuch notiert man seine persönlichen Erfolge, gute Erinnerungen an Dinge oder Situationen wie auch schöne Momente, die einem widerfahren sind und die zu positiven Gefühlen geführt haben. Dabei gibt es kein richtig oder falsch. Den Inhalt bestimmt jeder für sich ganz individuell.

Das Dankbarkeitstagebuch sorgt dafür, dass wir uns auf die schönen Momente konzentrieren, indem wir uns an sie erinnern während wir sie aufschreiben. Dadurch entsteht eine positive Affirmation, die uns hilft, uns selbst in einem besseren Licht zu sehen sowie uns und unser Leben positiver zu bewerten. Es ist im Prinzip ganz einfach, je mehr sich die Seiten füllen umso positiver und glücklicher erscheint uns unser Leben.

Das Dankbarkeitstagebuch hilft auch dabei, das Selbstbewusstsein zu stärken, indem wir unsere Erfolge darin notieren oder niederschreiben, wenn wir ein positives Feedback erhalten haben. Wir registrieren somit, dass wir bei unseren Mitmenschen deutlich besser ankommen, als wir eventuell vermutet hätten.

Es ist kein Geheimnis, dass negative Gedanken den Schlaf beeinflussen. Man schläft schlecht oder kann erst gar nicht einschlafen. Man grübelt über Stresssituationen nach, die im Laufe des Tages möglicherweise im Job aufgetreten sind oder man lässt sich nochmal den Streit mit dem Partner durch den Kopf gehen. Nicht zuletzt können Geldprobleme zu schlaflosen Nächten führen. Schreibt man hingegen vor dem Schlafengehen in sein Dankbarkeits- bzw. Glückstagebuch bleiben eher die schönen Momente und Erfolgssituationen im Gedächtnis haften. Außerdem schenkt man kleinen Glücksmomenten mehr Beachtung und kann so mit einem positiven Gefühl deutlich besser einschlafen.

Durch das Dankbarkeitstagebuch sensibilisiert man seine Empfindungen und achtet mehr darauf, was einem Freude macht. Man lernt sich selbst dadurch womöglich sogar besser kennen.

Letztendlich soll das Dankbarkeitstagebuch eine Ansammlung von vielen kleinen glücklichen Momenten beinhalten, die einem helfen, herauszufinden, was einem glücklich macht und von was man mehr im Leben haben möchte.

Dann fange ich doch gleich mal damit an, mein Dankbarkeitstagebuch zu füllen …

Nenne 3 positive Dinge, die dir heute passiert sind:

  • Was ist mir heute gut gelungen? => Einen neuen Blogpost zu veröffentlichen.
  • Was war heute schön? => Vor dem Fernseher zu chillen und gemütlich „Im Rausch der Tiefe“ zu schauen.
  • Worüber habe ich mich heute gefreut? => Mein Oma zu sehen und auf mein leckeres Essen, vor allem weil ich es gestern schon vorgekocht hatte und sich der Aufwand und das Chaos in der Küche in Grenzen hielt 😉

Worüber bist du am heutigen Tag dankbar? => Ich bin jeden Tag dafür dankbar, dass ich gesund und fit bin und dass ich keine Existenzängste haben muss.

Worauf bist du heute stolz? => Trotz des Regenwetters habe ich mich überwunden, Joggen zu gehen und das tat richtig gut.

Und, habt ihr euch mittlerweile Gedanken gemacht, worüber ihr dankbar seid?

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Übrigens gibt es bereits vorgefertigte Glückstagebücher zu kaufen, z. B. auf https://www.amazon.de (*unbezahlte und nicht beauftragte Werbung*). Es hat sich aber auch ein kleines Notizbuch bewährt, welches ihr nach Belieben gestalten könnt, so dass es euch gefällt. Oder man kann seine Gedanken in einem Bullet Journal (mehr zum Thema Bullet Journal unter DIY: Mein ganz persönlicher Kalender) niederschreiben, wenn ihr so etwas besitzt. Mir genügt für’s erste die Version mit dem Notizbuch, schließlich zählt vor allem der Inhalt.

Und denkt immer daran:

Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.

(Francis Bacon)

2 Gedanken zu „Probier’s mal mit Dankbarkeit!“

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