Stories of my life

WANTED – Selbstreinigendes Auto gesucht!

Heute möchte ich euch mal wieder eine „Story of my life“ erzählen. Es war letzten Endes einfach zu lustig, um es euch vorzuenthalten. Hauptdarsteller: mein Auto, die Waschanlage und ich. Special Guest: ein guter Freund von mir, nennen wir ihn Thomas.

Nachdem ich mein Auto gefühlt schon seit einem halben Jahr waschen wollte – es hatte es wirklich mehr als verdient – habe ich mich diese Woche schließlich auf den Weg zur Waschanlage gemacht. Eigentlich wasche ich mein Auto lieber selbst, aber zum einen ist das mittlerweile verboten, es im eigenen Hof zu waschen und zum anderen war meine letzte Selbstwaschaktion nicht von Erfolg gekrönt. Ich hatte versucht, mein Auto im Schnellverfahren in der Mittagspause in einer Waschbox zu reinigen. Resultat: ich musste es zu Hause nochmal waschen. Es sah in der Tat nach der Waschbox schlimmer aus als vor dem Waschen. Die Waschbox hat zudem eine Münze nach der anderen verschlungen und das für drei Spritzer Wasser und einer Wolke aus schwarzem Schaum.

Daher fiel meine Wahl dieses Mal auf die Waschanlage, zumal ich nicht wirklich Zeit gefunden hätte, es selbst zu waschen. Will man das nämlich richtig ordentlich machen, kostest mich das mindestens einen halben Tag. Da ich einen riesen Respekt vor Waschanlagen und Waschstraßen habe, ein Grund mehr warum ich es lieber zu Hause waschen würde, habe ich die Waschaktion immer wieder aufgeschoben. Warum ich so einen Bammel vor Waschanlagen habe … tja, das erklärt wohl die folgende Geschichte. Jedenfalls habe ich Thomas zur moralischen Unterstützung mitgenommen, es war eine sehr weise Entscheidung.

Glücklicherweise war Freitagnachmittag in der Waschanlage quasi nichts los. Ich konnte mir somit ausreichend Zeit lassen und hatte keine Hektik. Der Kassenautomat hatte augenscheinlich einen Defekt. Es stand dort zwar nur der Hinweis, dass zurzeit keine Kartenzahlung möglich ist, aber ich bin der Überzeugung: der war ganz kaputt. Da ich nicht genügend Kleingeld hatte, habe ich mir einen 5 Euro-Schein in Münzen wechseln lassen und schön brav den Automat damit gefüttert. Aber irgendwie akzeptierte er meine Münzen nicht. Ich wollte das nicht wahr haben und habe diese immer wieder neu eingeworfen, bis mich Thomas ausgebremst hat. Ich müsse wohl zuerst das Waschprogramm auswählen. Ach so! Und warum sagt mir das der Automat nicht? OK, es stand da wohl. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.

In der Zwischenzeit hat Thomas mein Auto abgespritzt und ein bisschen eingeweicht, quasi die Vorwäsche getätigt. Besonders toll fand ich, dass er den Beifahrersitz gleich mit eingeweicht hatte. Weil wer kontrolliert schon vorher, ob alle Fenster zu sind? Also erstmal, so gut es ging, den Innenraum wieder trockengelegt. In der Zwischenzeit war das Auto auch außen getrocknet. Nochmal von vorne das Ganze. Zum Glück waren wir immer noch die einzigen in der Waschanlage.

Ich mich wieder aufgemacht zu meinem Freund den Automaten. Nachdem das Programm ausgewählt war, habe ich die restlichen Münzen eingeworfen. Thomas hatte wohl kein Vertrauen in mich, wollte mir helfen und hat ebenfalls am Automat rumhantiert. Bis schließlich zwei Münzen auf den Boden gefallen sind. Eigentlich halb so wild, wenn da nicht der blöde Rost gewesen wäre, in den das Schmutzwasser abläuft. Natürlich ist eine meiner Münzen genau dort hineingerollt. Super!

Ich hatte kein Reservegeld mehr, weil ich ausschließlich das Geld für die Waschanlage eingesteckt hatte. Der Automat gab die Münzen aber nicht mehr her, d. h. das ausgewählte Programm ließ sich nicht abbrechen. Toll, das ganze Geld verschenkt, oder etwa doch nicht? Thomas hatte sich mittlerweile am Gitterrost zu schaffen gemacht. Nach mehreren Versuchen konnten wir das Gitter tatsächlich raushieven und die Münze aus dem Schmutzwasser rausholen. Anscheinend waren wir nicht die einzigen, die ihr Geld zwangsläufig im Gitterrost hinterlassen hatten. Denn es handelte sich hier wohl kaum um einen Wunschbrunnen. So sind wir am Ende sogar noch mit einem Plus aus der Geschichte rausgegangen. Thomas hat sich das Geld für sein Bemühen und das Waschen des Autoinnenraumes redlich verdient. Glücklicherweise stand immer noch keiner in der Warteschlange.

Endlich war das Programm gestartet und das Auto bereit, um in die Waschanlage gefahren zu werden. Stopp, noch nicht ganz. Das Gitter musste zuvor wieder auf seinen Platz. Nur so konnte der Super-GAU, dass nun auch noch das Auto in der Ablaufrinne feststeckte, verhindert werden. Es gab keine weiteren Vorkommnisse und das Auto kam schließlich tatsächlich sauber aus der Waschanlage raus. Puh!

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Meinen Respekt vor Waschanlage habe ich nach dieser Geschichte selbstverständlich immer noch nicht abgelegt. Aber ich habe festgestellt, dass ich zu keiner Zeit so in Rage war, dass ich mich nicht mehr kontrollieren konnte. Früher hätte ich Thomas dermaßen zur Schnecke gemacht, auch wenn er gar nicht Schuld an der ganzen Misere war. Ich hätte mein Auto geschnappt, schmutzig wie es war und wäre schnurstracks nach Hause gefahren. Demgegenüber konnte ich einfach nur schmunzeln, auch wenn ich mich natürlich tierisch geärgert habe. Heute kann ich nur noch darüber schmunzeln.

Was lernen wir daraus? Immer schön die Ruhe bewahren. Oft ist es gar nicht so schlimm, wie es zuerst erscheint und am Ende kann man sogar noch über sich selbst lachen. Denn …

Über andere lachen kann jeder. Über sich selbst lachen ist für Fortgeschrittene.

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