Selbstmanagement

Mein Weg zu einem besseren Selbstwertgefühl

Love yourself first because that’s who you’ll be spending the rest of your life with

Nicht ohne Grund habe ich mir genau diesen Leitsatz für meinen Blog ausgewählt. Aus meiner Sicht ist ein gesundes Selbstwertgefühl die Basis für ein glückliches und zufriedenes Leben sowie eine gute Work-Life-Balance.

Ich weiß, für viele Menschen gibt es scheinbar 1000 Gründe sich nicht zu mögen, vielleicht betrifft das auch dich? Ich selbst war lange Zeit nicht die Person, die ich gerne sein wollte: Ich fand mich nicht klug genug, nicht hübsch genug … ich war schlicht und einfach nicht gut genug für meine eigenen Ansprüche.

Die Art und Weise, wie wir uns selbst beurteilen, wirkt sich u. a. darauf aus, ob wir erfolgreich sind oder ob wir beispielsweise eine glückliche Beziehung führen. Möglicherweise würden mich viele als erfolgreich bezeichnen, wenn man auf das zurückblickt, was ich bisher insbesondere in meiner schulischen Laufbahn und im Berufsleben erreicht habe. Ich selbst sehe aber nur, dass ich leider nicht das erreicht habe, was ich mir vor vielen Jahren als Ziel gesetzt hatte. Daher würde ich von mir nicht behaupten, ich sei erfolgreich. Vor allem wenn ich verfolge, wie steil die Karriere von manchen ehemaligen Schulkameraden bergauf ging. Mit einer glücklichen Beziehung, hat es ebenfalls nicht geklappt, so dass ich jetzt schließlich bald 39 bin und immer noch Single.

Ich bin mir sicher, dass mein teilweises Scheitern hinsichtlich Erfolg/Karriere und Beziehung auf mein damals geringes Selbstwertgefühl und meine Selbstzweifel zurückzuführen ist. Nur der Glauben an die eigenen Möglichkeiten führt zum Erfolg und macht es möglich Schwierigkeiten zu bewältigen. Bei mir wurde der Glaube an mich selbst ersetzt durch Fleiß, enorme Disziplin und Ehrgeiz. Und immer wieder habe ich mir selbst nur meine eigenen Schwächen vor Augen geführt. Ich habe bis zum heutigen Tag Probleme damit, Komplimente anzunehmen und es fällt mir schwer, glückliche Momente so richtig zu genießen. Aber warum? Weil ich denke, dass ich es nicht verdient habe, glücklich zu sein. Weil ich nicht gut genug bin, Komplimente anzunehmen, weil es bessere als mich gibt. Was das Thema Beziehung angeht: Wer soll mich lieben, wenn ich es noch nicht mal selbst kann?

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Bekanntermaßen begünstigen wiederkehrende Anerkennung und Wertschätzung das Selbstwertgefühl und verbannen die Selbstzweifel. Bereits in frühester Kindheit wird der Grundstein für ein gesundes Selbstwertgefühl gelegt. Die Eltern vermitteln einem als erstes, dass man ein wertvoller Mensch ist – oder eben nicht.

Ich habe schon immer Menschen bewundert, die keine Angst davor haben, Fehler zu machen oder sich gar zu blamieren, die einfach ihr Ziel weiterverfolgen und ihren Plan durchziehen. Menschen, die einfach drauflosreden wie ein Wasserfall und sich keine Gedanken darüber machen, ob sich ihr gegenüber überhaupt dafür interessiert. Menschen mit bunten Haaren, mit riesigen Tattoos, Piercings oder Kleidung im Gothik-Style, die genau das machen, wonach ihnen der Sinn steht, unabhängig davon was andere darüber denken, oder ob das der Norm entspricht. Menschen, die sich selbst treu sind und nicht nur jemandem nacheifern, um aus sich selbst eine billige Kopie zu machen.

Meinen eigenen Style habe ich wohl bis heute noch nicht zu 100% gefunden, aber ich bin mir mittlerweile treu und verbiege mich für niemanden mehr. Ich habe erkannt, was mir gut tut und wobei ich mich wohl fühle. Ich würde nicht behaupten, dass es mir gar nicht mehr wichtig ist, was andere über mich denken. Es ist mir aber sicherlich weit weniger wichtig als früher. Es ist ja nicht so, dass mich keiner leiden kann, es gibt genügend Leute, die mich mögen und zwar genauso wie ich bin. Es hat nur seine Zeit gebraucht, das zu erkennen … und ich erwarte längst nicht mehr, dass mich alle mögen.

Lange Zeit hatte ich nicht nur ein gestörtes Verhältnis zu meiner Persönlichkeit, sondern auch zu meinem Körper. Ich fand mich zwar nicht hässlich aber eben auch nicht schön. Ich habe immer nur die Makel an mir gesehen. Mal fand ich mich zu dick, dann zu klein oder ich wollte blond anstatt brünett sein usw. Aber auch der Bezug zu meinem Körper hat sich geändert, so dass ich jetzt sogar stolz darauf bin.

Zu lange habe ich mich in jeglicher Hinsicht versteckt, mich nichts getraut und bin dadurch sehr wahrscheinlich unter meinen Möglichkeiten geblieben. Ich habe neue und ungewohnte Situationen stets vermieden und dadurch sicherlich so viel verpasst. Das wollte ich unbedingt ändern, habe ich teilweise geändert und bin ich noch dabei zu ändern.

Die Liebe zu sich selbst ist ein Prozess, den man lernen muss und der sich entwickelt. Rein theoretisch haben äußere Faktoren wie materielle Dinge keinen Einfluss darauf, der Selbstwert wird an inneren Werten gemessen.

Deinen Selbstwert findest du nicht in den Meinungen der anderen. (S. Aitchison)

Der Prozess zu mehr Selbstwertgefühl beginnt mit folgenden 3 Schritten:

  1. Sich selbst besser verstehen
  2. Sich selbst akzeptieren
  3. Die eigenen Werte identifizieren – Was ist dir wichtig im Leben?

Sich selbst besser verstehen

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Ist die Grundvoraussetzung für alles weitere. Du kannst dich nur dann besser verstehen, wenn du dir Zeit für dich nimmst, die so genannte Me-Time. Dabei ist wichtig, dass alle Störfaktoren wie zum Beispiel Handy, Fernseher u. a. beseitigt sind. Tu in deiner Me-Time ausschließlich das, was du willst, was du gerne tust und was dir am meisten Spaß macht. Das ist deine ganz persönliche Zeit und wenn du nackt vor dem Spiegel tanzen willst, tu genau das! Lerne dich besser kennen und beschäftige dich intensiver mit dir selbst. Sei nicht nur für andere da, um dafür vielleicht ein kleines „Dankeschön“ zu erhaschen, ein kleines Wort der Anerkennung, das sich ohnehin zu schnell verflüchtigt. Nein, jetzt bist du egoistisch und tust dir selbst etwas Gutes bzw. erkennst erstmal, was dir überhaupt gut tut.

Sich selbst akzeptieren

Es reicht nicht aus, wenn man weiß, wer man ist, falls man damit nicht zufrieden ist und anderes bzw. wie jemand anderes sein möchte. Mein erster Rat hierzu ist: Hör auf dich ständig mit anderen zu vergleichen! Löst Social Media ein schlechtes Gefühl in dir aus, verzichte weitestgehend darauf. Social Media gaukelt dir einen Perfektionismus durch photogeshopte Bilder vor, den es in der Realität so gar nicht gibt. Wenn du Kleidergröße 46 anstatt 36 hast oder eine große krumme Nase dein Gesicht ziert oder du nur 1,50 m groß bist … na und, was macht dich dadurch schlechter? Genau, gar nichts! Du bist und bleibst etwas besonderes und dein Körper (egal wie er auch aussehen mag) ist ohnehin ein Wunder der Natur, also bedanke dich bei ihm! Was habt ihr nicht schon alles zusammen durchgestanden? Also achte auf ihn, du hast nur ein Leben mit einem Körper! Und wenn du denkst, du bist nicht klug. Das ist nicht so, du interessierst dich eben nur für andere Dinge und es ist nun mal nicht jeder Albert Einstein. Außerdem war Einstein bestimmt keine Sportskanone oder ein begnadeter Sänger. Jeder Mensch hat andere Talente, du musst nur dein Talent entdecken. Und nimm Komplimente deiner Freunde und Kollegen endlich mal an, stell dir vor, die sind tatsächlich ernst gemeint! Zu guter Letzt schenke dir jeden Morgen im Spiegel ein Lächeln … nein, das ist nicht lächerlich.

Deine eigenen Werte identifizieren

Sei dir bewusst, jeder kann was, auch du. Wie bereits gesagt, du musst dein Talent, das in dir schlummert, nur entdecken. Werde dir deiner Stärken bewusst und vergegenwärtige dir deine bisherigen Erfolge und sorge für viele weitere kleinere und größere Erfolgserlebnisse. Belohne dich für deine Erfolge. Wappne dich für kritische Situationen und besänftige deinen schlimmsten Kritiker, nämlich dich selbst. Umgebe dich mit Menschen, die eine positive Haltung pflegen und lerne von ihnen. Werde dir klar, was dir wichtig ist im Leben und kämpfe dafür. Es ist OK, wenn etwas mal nicht klappt, das geht nicht nur dir so. Kämpfe trotzdem weiter und bleib dir treu. Verwandle negative Gedanken in positive Gedanken und sei vor allem verdammt nochmal stolz auf dich! Denn du bist es wert!

Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist. (Henry Ford)

Ich jedenfalls bin auf einem guten Weg und werde mir jeden Tag ein Stück weit sympathischer und habe spürbar mehr Mut, ich selbst zu sein. Aber vielleicht habt ihr trotzdem noch ein paar Tipps oder Erfahrungen, die ihr gerne mit mir teilen möchtet?

5 Gedanken zu „Mein Weg zu einem besseren Selbstwertgefühl“

  1. Ein total schöner, offener und ehrlicher Beitrag. Ich schreibe ja selbst viel darüber, wie wichtig Selbstreflexion ist, denn sich selbst gut zu kennen ist essentiell um Zufriedenheit im Leben zu erlangen. Ich finde es toll, dass du nun auf einem guten Weg bist und merkst, wie viel besser es dir nun geht! Weiter so!

    PS mein Tipp ist: Scheitern ist, wie bei allem im Leben, erlaubt. Nobody is perfect, aber das muss man auch nicht sein. Auch seine Ecken und Kanten akzeptieren zu können, ist ein schwieriger aber essentieller Prozess 🙂

    Liebe Grüße, Kay
    http://www.twistheadcats.com

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    1. Danke für die lieben Worte.
      Ich glaube, das ist das wichtigste, sich selbst einzugestehen, dass man auch mal scheitern darf. Und hinterher nicht gleich alles in Frage zu stellen, sondern einfach einen neuen Anlauf nehmen und nicht gleich wieder an sich selbst zweifeln.
      LG Kerstin

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  2. Liebe Kerstin,
    danke für diesen tollen Artikel! Diese ganzen Leute, die auf Social Media immer einen auf perfekt und glücklich machen, tun vielleicht auch nur so, weil sie Angst haben, sonst keinen Job zu finden oder etwas verkaufen möchten, was Glück verspricht. Bei der ersten Variante nehme ich mich nicht aus, ich würde gern manchmal offener schreiben, aber wer weiß, wer das liest. Und es würde mir speziell auch nicht weiterhelfen. Also poste ich nur meine Illus, Blogbeiträge und Fotos, die thematisch zu meinem Blog passen. Manchmal leite Ich auch was weiter, was meine Werte repräsentiert, um mich öffentlich zu positionieren und meine Stimme zu nutzen.
    Den dritten Tipp, den du gibst, finde ich besonders wertvoll, weil ich das so explizit noch nicht unter den Tipps für mehr Selbstwertgefühl gesehen habe. Einfach mal statt Glotze am Abend etwas machen, finden, worin man gut ist und was einem Freude bereitet. Und wenn man befindet, dass die Minze auf dem Balkon gut wächst und man den Versuch macht, mit einem Stück Wurzel von ihr Minze auf dem Hinterhof zu kultivieren. Schon hat man ein kleines Projekt. Oder man lernt ein Instrument (ohne Druck, im eigenenTempo), eine Sprache, erforscht etwas, macht Yoga. Jedenfalls findet man dann sein Ding, idealerweise ein paar ähnlich interessierte Menschen, wird anerkannt, bringt etwas zustande, auf das man stolz sein kann.
    Liebe Grüße und vielen Dank
    Tina von http://www.stadtkoenigin.de

    Gefällt 1 Person

    1. Das freut mich sehr, dass dir der Artikel gefallen hat und du auch einen Nutzen für dich persönlich daraus ziehen konntest. Ich bin auch jemand, der immer ein „Projekt“ braucht. Ein Ziel, das ich verfolgen kann, etwas worin ich mich verwirklichen kann. Mittlerweile ist mir das echt egal, ob das andere für sinnvoll halten, es muss mir Spaß machen. Momentan ist das in erster Linie mein Blog. Ich hoffe, du findest auch das passende „Projekt“ für dich bzw. hast es schon gefunden. LG

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