Stories of my life

Kindheitserinnerungen – Noch einmal Kind sein!

Mein heutiger Artikel ist mal wieder Teil einer Blogparade und zwar hat Doris unter https://meinesichtderwelt.wordpress.com aufgerufen, etwas zum Thema „Kindheitserinnerungen“ zum Besten zu geben. Eigentlich sollte ich mich auf den Schwerpunkt „Familie“ konzentrieren, aber ich war gerade so im Flow und habe einfach einen Rundumschlag gemacht. Ich hoffe, jetzt heißt es nicht: „Thema verfehlt, setzen, 6!“

Ich finde Kindheitserinnerungen ist ein sehr schönes Thema, weil ich mich gerne an meine Kindheit zurückerinnere. Natürlich war nicht alles gut, aber trotzdem habe ich im Großen und Ganzen angenehme Erinnerungen an damals. Außerdem ist die Kindheit prägend für die Persönlichkeitsentwicklung des Menschen. Vielleicht lernt ihr mich durch die ein oder andere Anekdote aus meiner Kindheit noch ein bisschen besser kennen und verstehen.

Leider geht die Unbeschwertheit, die man als Kind hatte, im Erwachsenenalter verloren. Schließlich trägt man als Erwachsener eine ganz andere Verantwortung, hat Verpflichtungen im Alltag und ist täglich den beruflichen Anforderungen ausgesetzt. Kinder hingegen erfreuen sich an einfachen Dingen, eine Eigenschaft, die den meisten Erwachsenen verloren gegangen ist. Es wäre schön, wenn man als Erwachsener wieder mehr im Hier und Jetzt lebt und nicht bereits den nächsten Termin vor Augen hat. Ein Stück weit geht uns mit zunehmender Lebenserfahrung auch die Leidenschaft, die Begeisterungsfähigkeit und die Neugierde verloren, wobei … neugierig bin ich eigentlich immer noch 😉

In http://www.neon.de wird es in einem Satz auf den Punkt gebracht:

Der Anfang des Denkens ist der Tod der Sinne.

Aber nun genug der einleitenden Worte, schließlich wollte ich euch etwas aus meiner Kindheit berichten.

Beginnen wollen wir im Kindergarten, denn laut aktuellen Studien sind die Erinnerungen aus den ersten 3 Lebensjahren rein fiktiv und ehrlich gesagt, gäbe es keine Fotos, könnte ich mich an gar nichts aus dieser Lebensphase erinnern.

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Etwas, was ich schon ganz früh gelernt habe, nicht nur unsere Eltern erziehen uns, sondern auch wir können unsere Eltern erziehen. So zum Beispiel musste meine Mutter schon früh lernen, dass sich auch Mädchen schmutzig machen dürfen und nicht zwingend Kleidchen tragen müssen. Auch wenn sie nicht so happy darüber war, dass ich mich eher wie ein Junge verhalten habe, sie musste es akzeptieren.

Eine Eigenschaft, die ich mir bis heute erhalten habe ist mein Ehrgeiz und meine Sturheit. Da ich lange Einzelkind war (7 1/2 Jahre) und zudem das erste Enkelkind von Oma und Opa mütterlicherseits, war ich natürlich lange Zeit das absolute Highlight in der Familie. Wenn etwas nicht nach meinem Kopf ging, wurde ich dermaßen trotzig, was alle um mich herum auf die Palme brachte. Deshalb habe ich im Kindergarten auch nicht so gut funktioniert, schließlich war „Teilen“ bis dahin ein Fremdwort für mich. Da es mir im Kindergarten eigentlich nie gefallen hat, bin ich einfach durchs Toilettenfenster ausgebüchst und schon stand ich auf der Blacklist meiner Kindergärtnerin. Die besten Freunde wurden wir bis zum Ende meiner Kindergartenzeit nicht mehr. Manchmal ließen sich Oma und Opa auch dazu überreden, dass ich nicht in den Kindergarten musste. Ich bin dann lieber mit Cliff, unserem Pudel, und Opa in den Erlenwald geradelt. Zu meinen Großeltern mütterlicherseits hatte ich einen sehr engen Bezug. Da meine Eltern beide Vollzeit gearbeitet haben, waren das quasi meine Ersatzeltern. Erst als meine Schwester auf die Welt kam, hat meine Mutter ihre Arbeitszeit auf halbtags reduziert.

Etwas was ich durchaus positiv fand und nicht missen möchte, dass ich mit Tieren groß geworden bin. Cliff war mein ständiger Begleiter entweder im Anhänger meines Kinder-Bulldogs oder im Puppenwagen, aber immer mit dabei. Meinem Kanarienvogel hat es wohl nicht ganz so gut bei mir gefallen, der wurde nicht alt und hat immer wieder versucht zu flüchten. Später bekam ich letztendlich mein eigenes Haustier: Blacky, der beste Kater der Welt. Wir waren 15 Jahre lang ein Herz und eine Seele.

Wenn ich nicht bei Oma und Opa war und mal wieder Kindergarten schwänzen durfte, war ich zu Besuch bei Tanten, Cousins oder Cousinen. Immer auf Achse und immer im Mittelpunkt, das hat mir als Kind am meisten Spaß gemacht. Sehr oft war ich auch bei Omas Schwester, die von allen immer nur „Gedel“ gerufen wurde. Man musste nur einmal den Garten meiner Großeltern queren und schon war man da. Gedel hatte Hühner und ab und zu sogar Küken 🐣. Den Hühnern habe ich oft unsere Reste vom Salat verfüttert und einmal dummerweise die Tür vom Hühnerstall offen stehenlassen.

Wenn ich keine Verwandten besucht oder Tiere bespaßt habe, habe ich – wie alle anderen Kinder auch – mit Spielsachen gespielt. Ich muss gestehen, ich wurde überhäuft mit Spielsachen. Es gab nahezu nichts, was ich nicht hatte. Aber auch das war ein schwieriger Lernprozess bei meinen Eltern und Verwandten. Meine Lieblingsspielsachen waren nicht etwa die Barbiepuppen, die fand ich nur geeignet zum Haare schneiden, sondern He-Man & Co. Masters waren viel cooler! Mein Interesse für Technik war bereits ebenfalls in frühester Kindheit erkennbar. Ich liebte Lego-Technik. Dann war da noch ein Spielzeug, an das sich meine Mutter gar nicht gerne zurückerinnert: mein ???-Detektivkoffer! Den habe ich wochenlang nicht angerührt, aber am Morgen meiner Erstkommunion fand ich den so interessant, dass ich mit dem Magnesiumpulver unbedingt Fingerabdrücke überprüfen musste. Zum Glück hatten wir 2 Paar weiße Strumpfhosen, meine Mutter bewies da hellseherische Fähigkeiten.

Ich war ein Kind, das auch gerne mal allein gespielt hat. Der Altersunterschied zu meiner Schwester war zu groß, um zusammen spielen zu können. Sie hat immer nur Chaos in Kerstins Spielwelt angerichtet, das hat zu keinem positiven geschwisterlichen Verhältnis beigetragen. In den letzten Jahren ist das Verhältnis sehr viel besser geworden. Ich bin mir allerdings sicher, dass wir auch heute nicht zusammen unter einem Dach wohnen könnten, ohne dass irgendwann die Fetzen fliegen würden.

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Was ich nicht so toll fand, waren die aus meiner Sicht etwas strengen Regeln meiner Eltern. Ich musste immer um 17 Uhr zum Abendessen zu Hause sein. Dieses Zeitlimit gab es bei anderen Kindern nicht. Außerdem durften die anderen Kinder gefühlt immer viel mehr, so dass ich lieber auswärts war und nicht so gerne jemanden nach Hause eingeladen habe. Wenn ich mal wieder jähzornig war und mich gegen alle Regeln gesträubt habe, wurde mir manchmal der Hintern versohlt, aber ich hatte auch ein unschlagbares Talent zur Provokation.

Was ich als Kind genoss, sind die gemeinsamen Fernsehabende jeden Samstag, an dem die ganze Familie zusammen im Wohnzimmer mit ausreichend Knabberzeugvorrat vor dem Fernseher saß und z. B. „Wetten, Dass..?“ geschaut hat. Das haben wir noch relativ lange beibehalten, schließlich gab’s damals weder PC, noch Netflix oder Xbox. Aber eine Spielkonsole gab es schon: der gute alte Atari. Das Lieblingsspielzeug meiner Eltern und wer hat sich bereit erklärt mit ihnen zu spielen? Ich natürlich, schließlich waren das keine erstzunehmenden Gegner und ich habe immer gewonnen 😊

Wie hat es mit mir und der Schule funktioniert? Na ja, wohl so semi gut. Meistens habe ich mich wohl gelangweilt und irgendeinen Unsinn angestellt. Hierzu habe ich sogar einen Auszug aus meinem alten Zeugnis aus der 2. Klasse gefunden. Heute könnte ich mich kaputtlachen deswegen:

20180924_164729.jpgKerstin war des öfteren durch ihr Verhalten in Reibereien mit ihren Mitschülern verwickelt. In Gesprächen zeigte sie sich einsichtig und verhielt sich danach ordentlich. Kerstin lenkte sich und andere gerne ab. Trotzdem nahm sie den Unterrichtsstoff gut auf.

Meine Streiche, wie z. B. das Karpfenangeln im Schulteich hat mir ständig Strafarbeiten eingebracht und meine Mutter fragte mich, warum ich eigentlich keine Fleißstempel wie die anderen Mädchen (die Betonung lag auf „Mädchen“) habe? Wann hätte ich denn auch noch die Fleißaufgaben machen sollen? Letztendlich habe ich sogar mein Studium erfolgreich abgelegt. Also, alles richtig gemacht.

Ich könnte noch so viele Anekdoten aus meiner Kindheit erzählen, aber irgendwann muss mal Schluss sein. Jedenfalls ist es schön, sich daran zurückzuerinnern. Ich kann heute noch über so manches schmunzeln. Ja und manchmal wünschte ich mir, ich könnte nochmal Kind sein, zumindest für einen Tag. Aber warum sollten wir uns bei unseren Kindern nicht etwas abschauen. Unter https://www.zeitblueten.com habe ich einen schönen Bericht dazu gefunden. Schaut einfach mal rein und entdeckt wieder das Kind in euch.

Danke Doris, dass ich durch deinen Aufruf nochmal ca. 30 Jahre zurück versetzt wurde und lang vergessene Erinnerungen wieder hervorgeholt habe.

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