Selbstmanagement

Meine ganz persönliche Work-Life-Balance

Wie bereits in „Was ist eigentlich Work-Life-Balance?“ versprochen, will ich euch heute darüber berichten, wie es mit meiner ganz persönlichen Work-Life-Balance aussieht. Warum ich denke, dass ich auf einem ganz guten Weg bin, wie mir der Blog dabei hilft und dass ich nicht immer so ausgeglichen war.

Manche von euch haben sich sicherlich schon gefragt, warum heißt mein Blog eigentlich LiWoBa und nicht WoLiBa? Das liegt ganz einfach daran, dass WoLiBa als Domänenname bereits vergeben war 😉 Aber im Nachhinein finde ich das gar nicht so schlecht. Denn einerseits klingt LiWoBa aus meiner Sicht schlichtweg besser und warum sollte man LIFE nicht vor WORK stellen? Man lebt schließlich nicht um zu arbeiten, sondern arbeitet um zu leben, somit hat LIFE den größeren Stellenwert und darf deshalb gerne an erster Stelle stehen.

Warum habe ich Work-Life-Balance überhaupt zu meinem Blog-Thema gemacht? Zum einen ist das Thema heutzutage in unserer schnelllebigen Zeit natürlich in aller Munde, das ist aber nicht der eigentliche Grund. Mit zunehmender Lebenserfahrung und fortschreitendem Alter macht man sich immer mehr Gedanken, was man vom Leben erwartet. Und mir wurde vor geraumer Zeit bewusst, so wie sich mein Leben entwickelt hatte, war es definitiv nicht das, was ich mir wünsche und womit ich glücklich bin. Also musste ich etwas dagegen unternehmen, ganz nach dem Motto

„Jeder ist seines Glückes Schmied!“

In „The show must go on“ habe ich bereits ein bisschen was aus meinem Leben erzählt, welches nicht immer ganz so bilderbuchmäßig verlaufen ist. Daher hatte ich zwei Möglichkeiten, entweder mich in die Opferrolle begeben, pessimistisch sein und denken: „Bei mir läuft doch eh immer alles sch…“ oder ich bewege meinen A… und tue etwas dagegen. Schließlich habe auch ich das Recht auf ein glückliches Leben, ganz egal, was in der Vergangenheit passiert ist.

lieselot-dalle-801707-unsplashAn dieser Stelle kommen wir wieder auf die Work-Life-Balance zurück. Wenn man was in seinem Leben ändern will, muss man zuerst wissen, was man ändern will. Offensichtlich war, dass ich damals viel zu viel gearbeitet habe, vermutlich um dadurch meine Probleme zu verdrängen. Es gab Monate mit 50 Überstunden oder sogar mehr, zu Hause war ich nur zum Duschen, Putzen und Schlafen. Es gab Tage, an denen ich nicht mal etwas gegessen habe, weil ich einfach nicht dazu in der Lage bzw. zu faul war, mich auch noch darum zu kümmern. Zwischenzeitlich rappelt man sich immer mal wieder auf, um dann erneut in ein tiefes Loch zu fallen. Im Prinzip funktioniert man nur noch, für den Job und alle anderen, die man nicht enttäuschen will. Ähnlich verlief die Phase während meines Hausbaus. In diesem Jahr hatte ich insgesamt über 400 Überstunden, war Fußballtrainer bei meiner Damenmannschaft und habe mich mehr oder weniger allein um den Hausbau und der damit verbundenen Arbeiten gekümmert. Es war nicht selten, dass ich nur 4 bis 5 Stunden Schlaf hatte. Zu dieser Zeit habe ich mir immer wieder gesagt: „Ist das Haus erstmal fertig, wird alles besser.“ Es wird aber nicht besser, wenn man nichts dafür tut, damit es besser werden kann.

Nachdem alle möglichen Baustellen inklusive Garten bei mir zu Hause beseitigt waren, habe ich also begonnen, mich intensiv mit mir selbst auseinanderzusetzen. Dabei muss man sich erst einmal bewusst werden, dass man selbst etwas wert ist. Man muss sich selbst mit allen Schwächen und Fehlern akzeptieren, ein neues Selbstwertgefühl entwickeln und sich selbst lieben lernen. Lange habe ich versucht so zu sein, wie andere mich gerne hätten bzw. das zu tun, was von mir erwartet wird. Aber das bin dann nicht ich, so habe ich mich absolut nicht wohl gefühlt.

Das führte schließlich dazu, dass ich zuallererst für mich selbst herausfinden musste:

  • Was macht mir Spaß?
  • Wobei fühle ich mich wohl?
  • Was tut mir gut?

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Was ich mir selbst in meinen schwierigeren Lebensphasen bewahrt habe, ist der Fußball. Im Nachhinein bin ich mir sicher, dass das ganz wichtig war. Der Fußball ist meine wahre Leidenschaft. Wie ihr  wisst, bin ich dem Fußball bis heute treu geblieben. Was ich leider lange Zeit vernachlässigt und teilweise sogar vor den Kopf gestoßen habe, sind Freunde. Dabei sind Freunde so extrem wichtig. Das bemerkt man leider erst, wenn man die meisten vergrault hat, z. B. weil einem die Arbeit wichtiger erschien. Und schon sind wir bei dem wahrscheinlich größten Problem angelangt: meinem Arbeitspensum. Bei mir beschränkt sich die Arbeit nicht ausschließlich auf meinen Job, sondern umfasst auch Haushalt und Garten. Ich als Ordnungsfanatiker und Perfektionist musste erst lernen, dass tipptopp bzw. perfekt nicht länger mein Anspruch sein kann, sondern dass OK auch mal ausreichen muss. Ansonsten schrumpft meine Freizeit bzw. meine Me-Time gegen Null. Deshalb habe ich zu guter Letzt meine Wochenarbeitsstunden (also Überstunden) im Job drastisch reduziert. So kann ich zu vernünftigen Uhrzeiten essen, gesünder kochen (nicht nur Fertiggerichte), kann einige Hausarbeiten noch nach Feierabend erledigen, Sport machen und muss nicht alles aufs Wochenende verschieben. Das hat sich mittlerweile für mich bewährt. So bleibt am Wochenende Zeit für mich selbst, die ich zum Regenieren nutze und mir ab und zu auch mal gönne, einfach nichts zu tun.

Durch meine auf diese Art und Weise neu gewonnene Freizeit habe ich mit diesem Blog begonnen. Das Schreiben hilft mir, Dinge zu reflektieren und zu verarbeiten. Außerdem beschäftige ich mich so viel intensiver und bewusster mit mir bzw. mich betreffende Themen, auch im Austausch mit anderen Bloggern. Mittlerweile bin ich sehr viel ausgeglichener, kann mich wieder an kleinen Dingen erfreuen und habe nicht so extreme Stimmungsschwankungen wie früher. Ich akzeptiere es einfach, wenn mal etwas nicht so klappt, wie ich es mir vorgestellt habe und mache mir bewusst, es hätte noch viel schlimmer kommen können. Mein privates Umfeld profitiert natürlich davon und freut sich mit mir. Bei meinem Job gestaltet sich das etwas anders, da ich nicht mehr jederzeit zu allem bereit bin. Ich habe gelernt NEIN zu sagen, auch wenn das anfangs schwer war bzw. manchmal immer noch ist.

Jetzt wisst ihr, wie es bei mir mit der Work-Life-Balance steht, dass es oft ein längerer Prozess ist, um zu einer gesunden Work-Life-Balance zu gelangen und dass ich noch längst nicht am Ende angelangt bin, sondern weiterhin an mir arbeiten muss. Aber das ist es definitiv wert.

Wir verpassen so viel Schönes, weil wir im richtigen Moment mit den falschen Gedanken beschäftigt sind.

art beach beautiful clouds

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