Selbstmanagement

Was ist eigentlich Work-Life-Balance?

Jeder spricht davon, jeder strebt danach, jeder hätte sie gern: eine gesunde Work-Life-Balance. Aber was ist diese begehrte Work-Life-Balance genau?

Da die Work-Life-Balance den zentralen Inhalt meines Blogs darstellt, habe ich mir gedacht, wir setzen uns heute mal mit der eigentlichen Bedeutung des Begriffs auseinander. Außerdem habe ich mich bei meiner Familie und in meinem Freundeskreis ein bisschen umgehört, wie es dort so mit der Work-Life-Balance steht.

balance business cobblestone conceptual

Gibt man Work-Life-Balance in Google ein, so erhält man ca. 676 Mio. Ergebnisse. Der Begriff Workaholic hat im Vergleich dazu nur rund 8,24 Mio. Ergebnisse. Das allein zeigt schon die Wertigkeit der Work-Life-Balance bzw. das Streben danach, eine gute Balance zwischen Beruf und Privatleben zu erreichen. Die Bildung des Begriffes Work-Life-Balance stammt ursprünglich aus dem Englischen: Arbeit (work), Leben (life), Gleichgewicht (balance) und hat sich im Zeitalter der sogenannten New Economy etabliert.

Aber wie lässt sich eine gute Work-Life-Balance messen bzw. unter welchen Voraussetzungen kann eine Person sagen, dass sie eine gesunde Balance zwischen Beruf und Privatleben gefunden hat?

Dazu nehmen wir zuerst einmal die Hauptursachen unter die Lupe, die in der Regel zu einer fehlenden Balance führen. Das wären insbesondere

  • eine hohe Arbeitsbelastung
  • Erfolgsdruck ggf. einhergehend mit einer großen Verantwortung
  • die ständige Erreichbarkeit
  • Überforderung bei der Arbeit entweder fachlich oder organisatorisch

Treten eine oder gleich mehrere dieser Ursachen auf, dann kippt das Gleichgewicht zwischen Arbeit und Privatleben ins Negative.

Die Folgen einer ungesunden bzw. fehlenden Work-Life-Balance über einen längeren Zeitraum sind

  • eine geringere Leistungsfähigkeit
  • Beeinträchtigung der psychischen und körperlichen Gesundheit
  • Burnout

Letztendlich ist jeder selbst für seine Work-Life-Balance verantwortlich.

background balance beach boulder

Aber welche Möglichkeiten es gibt, die negativen Einflussfaktoren einzugrenzen, auf dem Weg zu einer besseren Work-Life-Balance?

Genau das habe ich mir bei LiWoBa als Aufgabe gestellt, zum einen für mich persönlich und natürlich für euch, falls auch ihr noch nicht das optimale Gleichgewicht zwischen Job und Privatleben gefunden habt.

Wie zu Beginn bereits erwähnt habe ich aus Interesse bei meinem engeren Umfeld nachgefragt, wie es dort mit der Work-Life-Balance steht. Dabei habe ich folgende 3 Fragen gestellt:

  1. Was bedeutet für dich Work-Life-Balance?
  2. Wie gut funktioniert bei dir deine eigene Work-Life-Balance?
  3. Achtest du bewusst auf deine persönliche Work-Life-Balance, wenn JA, was tust du dafür?

An dieser Stelle ein riesengroßes Dankeschön an meine Interviewpartner, dass ihr euch die Zeit genommen und euch sofort bereit erklärt habt, mir die Fragen so offen zu beantworten. Da ihr mich teilweise gebeten habt, anonym bleiben zu dürfen, gebe ich außer den Vornamen nur so viel bekannt: unter den Befragten befinden sich Beamte und welche, die als Ingenieur tätig sind, grob gefasst zwischen 30 und 50 Jahre alt, männlich und weiblich. Aber nun zu den Antworten:

Yvonne: „Work-Life-Balance bedeutet für mich, dass ich immer wieder einen Ausgleich zu meiner Arbeit finde. Es bedeutet für mich auch, dass ich abends abschalten kann und mich die Arbeit nicht bis in die Nacht hinein verfolgt. Was ich zudem damit verbinde ist, dass die Arbeit Spaß macht und man sich zumindest fast jeden Tag gerne auf den Weg dorthin macht. Ich glaube, dass ich eine ganz gute Work -Life -Balance habe. Es gibt selten Momente, in denen ich mich mit meiner Arbeit überfordert fühle, oder dass ich denke mein Privatleben wäre dadurch eingeschränkt. Ich fühle mich selten ausgelaugt oder genervt von meiner Arbeit. Natürlich gibt es immer stressige Phasen, in denen man weniger Zeit für das private Vergnügen hat, aber ich habe immer im Hinterkopf, dass dieses eben nur eine Phase ist. Und ja, ich achte bewusst darauf, neben der Arbeit immer einen Ausgleich zu finden. Was mir persönlich sehr gut tut und mich wieder runter bringt, ist Bewegung und Natur. Ich gehe fast täglich am Abend eine Stunde spazieren und versuche zweimal wöchentlich Sport zu machen. Ich habe mir angewöhnt, wichtige Dinge aufzuschreiben, damit ich sie nicht vergesse. So kann ich ruhiger einschlafen und überlege nicht die ganze Nacht, was am folgenden Tag erledigt werden muss. Wichtig für mich ist es auch, Freunde zu treffen. Selbst wenn man wenig Zeit hat, ist dies möglich, beispielsweise zu einem gemeinsamen Essen, denn essen muss man sowieso😉“

Matthias: „Ich finde Work-Life-Balance wichtig. Aber es liegt an jedem selbst, ob er das auch hinbekommt, was mir leider zu oft nicht gelingt. Ich bin fast jeden Abend unterwegs und finde einfach keine Ruhe, obwohl ich mich danach sehne, mal zur Ruhe zu kommen. Außerdem mache ich mir ständig Gedanken insbesondere um meine Kinder. Seit der Scheidung sehe ich sie nicht so oft und habe deshalb das Gefühl, dass sie sich immer weiter von mir entfernen. Auch hierbei hege ich den Wunsch, meine Gedanken irgendwann besser kontrollieren zu können. Ich weiß selbst, dass ich viel besser auf meine Work-Life-Balance bzw. auf mich selber achten sollte, aber momentan gelingt es mir einfach nicht.“

Mirko: „Für mich ist Work-Life-Balance, meinen Alltag so zu gestalten, dass ich alles gerne mache und nicht das Gefühl habe, dass alles über mich hereinbricht. Dass man keine Lust auf alle seine Aufgaben hat, ist ganz normal. Mein Engagement im Fußballverein ist nicht nur Entspannung, sondern fordert mich teilweise auch in der Freizeit. Die körperliche Anstrengung im Training bzw. Spiel tut aber gut. Es ist dann eher das Drumherum, was manchmal nervt. Etwas muss ich an meiner Work-Life-Balance noch arbeiten. Das Gleichgewicht finde ich nicht immer. Ich probiere es allen Recht zu machen und vergesse dabei ab und zu mich selbst. Gerade bevor ich in den Urlaub gehe, will ich in meinem Job so gut wie möglich reinen Tisch machen und meiner Vertretung wenig Aufgaben übertragen. Da kommt die Freizeit leider etwas zu kurz. Zumindest habe ich erkannt, dass jeden Tag Überstunden machen nicht hilft. Es bleibt immer noch genug Arbeit liegen und glücklicher gehe ich deshalb nicht nach Hause. Außerdem will ich den Abend genießen können und nicht nur rumhängen ohne Lust auf etwas anderes. Egal was man macht, es sollte möglichst wenig Last sein. Wenn man sich einmal einen Ruck gegeben hat, stellt sich das Vergnügen meist von selbst ein. Auf die Frage, ob ich bewusst auf meine Work-Life-Balance achte, kann ich sagen: mal ja, mal nein. Ich nutze in der Regel meine Zugfahrt ca. 35 Minuten, um wieder runterzukommen. Das kann mal ein Nickerchen sein oder eine Zeitung bzw. ein Buch lesen oder auf dem Handy spielen. Lieber etwas länger Zug fahren, als sich im Auto konzentrieren zu müssen, ist da die Devise. Mich stört z.B. der Lebensmitteleinkauf nicht. Das kann gerne mal 30 Minuten oder länger dauern und am Ende landet trotzdem nicht viel im Korb. In dem Moment bin ich entspannt und mache mir keine großen Gedanken. Mitunter muss man sich an den kleinen Sachen des Lebens freuen und sich immer wieder bewusst machen, dass es einem eigentlich ganz gut geht. Das funktioniert relativ gut bei mir. Auch der Austausch mit der Familie, Freunden oder Bekannten lässt mich teilweise auf andere Gedanken kommen.“

Da dieser Blogpost – aufgrund der sehr schönen ausführlichen Antworten meiner Interviewpartner – bereits jetzt schon länger geworden ist als erwartet, habe ich entschieden meiner ganz persönlichen Work-Life-Balance einen eigenen Artikel zu widmen. Dazu also demnächst mehr hier auf LiWoBa. Ich hoffe, ihr seid wieder dabei.

Wie steht es denn mit eurer Work-Life-Balance?

Ein Gedanke zu „Was ist eigentlich Work-Life-Balance?“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s