Stories of my life

Always look on the bright side of life

Unter diesem Motto stand mein Kurztrip letzte Woche an den Tegernsee. Um für ein paar Tage dem Alltag zu entfliehen, mal abzuschalten und auf andere Gedanken zu kommen, ist so ein Kurzurlaub optimal. Vor allem, wenn sich dieser Trip mit meiner Leidenschaft, dem FC Bayern, verbinden lässt. Somit bin ich also am Dienstagmorgen voller Optimismus in Richtung Tegernsee gestartet, in der Hoffnung dort die Bayernspieler hautnah erleben zu können. Es war allerdings nicht leicht, den Optimismus über die drei Tage zu behalten, so viel kann ich vorwegnehmen.

Manchmal denke ich, eine höhere Macht ist nur darauf aus, mir das Leben schwer zu machen, warum auch immer. Gerade an den ersten beiden Tagen kam ich wieder an den Punkt, wo ich den Eindruck hatte, die ganze Welt ist gegen mich, was natürlich totaler Quatsch ist. Ich hatte mir dieses Mal fest vorgenommen, mir den Urlaub nicht von negativen Kleinigkeiten vermiesen zu lassen und habe immer versucht, das Gute in der jeweiligen Situation zu erkennen. Wenn das nicht funktioniert hat, habe ich mir einfach ein noch schlimmeres Szenario vorgestellt und war froh, dass dieses nicht eingetreten ist.

Dienstag, den 07.08.

Entgegen der Planung wurde kurzfristig das öffentliche Training der Bayern am Dienstagmorgen abgesagt. Ich dachte noch, alles nicht so schlimm. Es gibt schließlich die Möglichkeit das Trainingsspiel am Mittwochabend zu besuchen und/oder das Training am Donnerstag. Ich also auf dem Weg nach Rottach-Egern, unterwegs in der Touristen-Information angerufen, um mich rechtzeitig um die Bayerntickets zu kümmern. Eine Reservierung war leider nicht möglich, somit musste ich mich sputen, bevor das Spiel ausverkauft war. Natürlich kam ich kurz vor dem Ziel in einen Stau und erreichte die Touristeninfo deutlich später als geplant. Bei meinem Glück, könnt ihr euch vorstellen, waren mittlerweile alle Karten weg. Die Enttäuschung war zwar riesengroß, aber irgendwie hatte ich schon damit gerechnet. Und da ich ja optimistisch bleiben wollte, ließ ich den Kopf nicht hängen, da ich wusste, dass eine Chance blieb: der Donnerstag! So konnte ich mich jetzt den anderen Sehenswürdigkeiten rund um den Tegernsee widmen.

Also erstmal das Seehotel der Bayern gecheckt, ob es auch des Rekordmeisters würdig ist. Dass die Bayern dadrinnen sein mussten, bestätigten zum einen die zahlreichen Security vor dem Hoteleingang und zum anderen der Videodreh von Sky. Aber von Spielern, Trainern und dem sonstigen Bayerntross keine Spur. Mir war schnell klar, dass ich hier keinen Spieler zu Gesicht bekommen würde. Damit am Donnerstag nicht noch etwas schiefgehen konnte, beschloss ich letztendlich den Weg zum dortigen Trainingsgelände zu erkunden sowie die hiesigen Parkmöglichkeiten. Schließlich war klar, ich werde nicht der einzige Trainingsbesucher sein. Bereits fernab des Trainingsgeländes waren die ersten Absperrgitter aufgebaut. Ich habe diese einfach ignoriert, um mir das Sportgelände näher anzuschauen. Aber auch hier war ein „Wachhund“ platziert, der auf den heiligen Rasen aufpasste und mich sehr unfreundlich davongescheucht hat. Mittlerweile hatte sich eine unübersehbare Wasserblase an meiner Ferse gebildet, was mir signalisierte, genug gelaufen für heute.

Den Rest des Tages nahm ich mir „fußballfrei“ und probierte es mit baden gehen, quasi ein Muss, wenn man schon mal am Tegernsee gastiert. Das Wetter, 30 Grad und Sonnenschein, lud einfach dazu ein. Also die Badesachen geschnappt, ins dortige Seebad gewandert, kurz ins Wasser gesprungen und auf dem Handtuch gemütlich gemacht. Etwa 15 Minuten später sah das Wetter gar nicht mehr so toll aus und ruckzuck fing es an zu regnen. OK, da hatte wohl jemand etwas dagegen, dass ich baden wollte. Halb so wild, ich war ja vorsichtig und habe nur 3 € für 1 ½ Stunden bezahlt. Ihr seht schon, ich gab mir jegliche Mühe, in allem was passierte, immer das Gute zu sehen. Trotzdem hatte ich jetzt die Nase voll, schnappte meine Sachen und fuhr in mein Hotel. Und was passiert mir dort nach dem Duschen? Ich habe mir dermaßen meinen Nacken verrenkt, dass ich den Kopf nur noch ein eine Richtung drehen konnte. Das hat die ganze Nacht geschmerzt und mich um meinen notwendigen Schlaf gebracht.

Mittwoch, den 08.08.

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Nach dieser Nacht fiel es mir nicht leicht, gut gelaunt in den neuen Tag zu starten. Die ersten Sonnenstrahlen haben mich aber dann doch davon überzeugt, dass dieser Tag gut werden könnte. Heute war ein Abstecher zum Chiemsee geplant. Die Hälfte des Tages verlief wunderbar, nur sollte man sich merken, wo man sein Auto abgestellt hat. Nach meiner stundenlangen Odyssee entlang des Chiemsees mit meinen neuen Wanderschuhen – Flip Flops, aufgrund der Blase am Fuß – und dem Ziel vor Augen, musste ich feststellen, dass ich am falschen Parkplatz gelandet war 🙈. Nicht mal mehr auf Google Maps ist Verlass. Google hätte sich mal den Standort von meinem Auto merken können. Aber was nun wirklich unglaublich war, als ich an diesem Nachmittag abermals baden gehen wollte, zog schon wieder ein Gewitter mit Regen auf. Aber hätte ich mit meinem steifen Nacken überhaupt schwimmen können…?

Nachdem ich dann mein von der Sonne gekochtes Wasser ausgetrunken hatte, ging’s wieder zurück zum Hotel. Ich hatte so einen Kohldampf nach dem anstrengenden Tag, dass ich das Abendessen gar nicht mehr erwarten konnte: Tiroler Gröstl mit Spiegelei 😋! Die Minuten vergingen, alle anderen Gäste hatten mittlerweile ihr Essen erhalten und waren kräftig am Schmatzen, aber wo blieben meine Gröstl? Ich sollte mal die Bedienung fragen. Tja irgendwie war wohl die Bestellung nicht bis zur Küche durchgedrungen, an wem das wohl lag? Nochmal 20 Minuten später, vermutlich kurz bevor die Küche schloss, war dann auch mein Essen da. Mein Hunger leider nicht mehr. Wenigstens arrangierte ich mich die folgende Nacht besser mit meinem Bett, dem ungemütlichen Kissen und meinem verrenkten Nacken. Ich konnte schlafen, genauso lange bis mich die Schnaken als Lieblingsopfer auserkoren hatten. Aber sie ließen mich am Leben, übersät mit unzähligen juckenden Stichen.

Donnerstag, den 09.08.

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Endlich war er gekommen der langersehnte Donnerstag: Trainingsbesuch beim FC Bayern. Ich war mir sicher, die Pechsträhne konnte nicht noch länger andauern und tatsächlich, der Tag wurde einfach perfekt, genau so wie ich ihn mir vorgestellt hatte. Die mehr als 2.000 Menschen um mich herum, hätten zwar nicht sein müssen. Aber trotzdem hat alles gepasst: das Wetter war toll, ich hatte einen der besten Plätze ergattert und die Spieler, allem voran Arjen Robben, kamen nach dem Training für ein Autogramm an die Bande. Alles, was mich für die kleinen Unannehmlichkeiten die Tage zuvor komplett entschädigt hat.

Was ist die Moral von der Geschichte? Auf Regen folgt immer wieder Sonnenschein (im wahrsten Sinne des Wortes, wenn ihr euch an meinen Versuch baden zu gehen erinnert) oder Ende gut, alles gut. Es passieren nicht nur negative Dinge im Leben und wenn, haben sie oft auch eine positive Seite, man muss diese Seite aber auch sehen wollen. Früher war ich selbst zu oft sehr unrelaxed und habe gedacht, die Welt hat sich gegen mich verschworen. Bei jeder Kleinigkeit, die nicht meinem perfekt geplanten Ablauf oder meiner Wunschvorstellung entsprochen hat, wurde ich wütend und fand sofort alles sch… Dieses Mal habe ich mir bewusst gesagt, alles wird gut und das hat sich bewahrheitet, es wurde am Ende alles gut. Also nicht immer gleich den Kopf in den Sand stecken.

Gib jedem Tag die Chance, ein guter Tag zu werden!

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