► Selbstmanagement

Digital Detox – Keine Macht den Smartphones!

Den heutigen Blogbeitrag möchte einem sehr guten Freund widmen, bei dem ich denke, dass es gut wäre, er würde sich den ein oder anderen Ratschlag zu Herzen nehmen und sich nicht so oft von seinem Smartphone beherrschen lassen.

Einen Tag ohne Smartphone, Tablet oder Computer in einer digitalen Welt, in der das Internet allgegenwärtig ist, kaum vorstellbar, oder? Dennoch wächst bei vielen gerade deswegen die Sehnsucht nach einem Leben ohne Internet und der Wunsch, für eine gewisse Zeit einfach mal OFFLINE zu gehen. Der Begriff „Detox“ stammt ursprünglich von Diäten und bedeutet nichts anderes als Entgiftung, in unserem speziellen Fall also digitale Entgiftung. Eine digitale Entgiftung ist der Verzicht auf Smartphone, Tablet und Computer zumindest über einen bestimmten Zeitraum. Man entzieht sich somit einer stetigen Vernetzung und einer ständigen Erreichbarkeit, was zur Folge hat, dass der Stress reduziert wird und man wieder mehr mit seiner physischen Umwelt interagiert. Digital Detox ist keine einmalige Sache, wenn es dauerhaft helfen soll, muss es immer wieder in den Alltag integriert werden.

20180702_120300.jpgEine digitale Entgiftung befreit nicht nur Geist und Körper von Stress, sondern ein Stück weit auch von Elektrosmog, Strahlung sowie elektromagnetischen Feldern. Die Hektik, der Druck und die permanente Ablenkung, die wir in der digitalen Welt verspüren, verursachen Stress, Konzentrationsmangel, Schlaflosigkeit, psychische Überlastung, Depressionen bis hin zum Burn-out. Sie rauben die Freizeit und belasten das Privatleben und führen letztendlich auch zu ineffektivem Arbeiten. Kurz gesagt, die Digitalisierung vergiftet Geist und Seele!

Man kann sich aber dagegen wehren, indem man von der digitalen Welt eine Auszeit nimmt. Ein Verzicht auf Smartphone & Co ist heutzutage Luxus, den man sich ab und zu mal leisten sollte… und wann passt die Auszeit besser als im Urlaub? Da heute mein 2. Urlaubstag ist und ich jetzt so richtig viel Zeit für Whatsapp, Facebook, Instagram usw. habe, muss ich mir selbst einen Riegel vorschieben. Sonst wird es so richtig peinlich, wenn jemand fragt, was ich in meinem Urlaub alles unternommen habe. Vor allem, weil ich in meinem Artikel Endlich Urlaub – was für’n Stress noch davor gewarnt und schlaue Ratschläge präsentiert habe. Ich habe allerdings nicht vor, ein Digital Detox Camp zu besuchen. Ja, so etwas gibt es wirklich. Für Menschen, die nicht genügend Selbstdisziplin haben, das Smartphone einfach mal links liegen zu lassen, sicherlich nicht die schlechteste Alternative. In sogenannten Digital Detox Camps verbringt man die Zeit mit Entspannungstechniken wie z. B. Yoga oder Meditation und natürlich ohne Smartphone, Tablet oder Computer.

Jedem ist klar, dass sich Digital Detox nur auf einen kurzen Zeitraum beschränken lässt. Schließlich wollen und können wir nicht wie die Amish People leben. Da ich meinen digitalen Konsum einschränken und nicht komplett darauf verzichten will, gibt es folgende Möglichkeiten, digital etwas kürzer zu treten und nicht vom Smartphone beherrscht zu werden:

  1. Handy einfach mal zu Hause lassen: Das Smartphone bzw. Handy ist zum ständigen Begleiter geworden. Aber muss es wirklich überall mit hin, z. B. zum Bäcker, zum Gassi gehen mit dem Hund, etc.?
  2. Handy ersetzen durch: Wecker, Reiseführer, Kamera, Postkarten anstelle von Posts, Buch statt Kindle, usw. Es musst nicht immer das Smartphone sein, auch wenn das scheinbar die bequemste Variante ist. Aber denkt daran, ist das Handy griffbereit, seid ihr immer erreichbar und geratet permanent in Versuchung, vielleicht doch mal eben schnell die Whatsapp-Nachricht zu checken. Genau das wollen wir vermeiden.
  3. Apps gegen Digital Detox: Das klingt auf den ersten Moment zwar paradox, aber schaut euch mal Apps wie z. B. Forest, Offtime, Space, App-Detox, Quality Time u. a. an und testet, ob das was für euch ist. Ich habe bisher noch keine davon ausprobiert.
  4. Push-Nachrichten unbedingt abstellen: Jeder hat unzählige Apps auf dem Handy, die uns pausenlos über Push-Nachrichten auf dem Laufenden halten wollen, dazu gehören nicht nur Social-Media-Kanäle wie z. B. Facebook. Auch Nachrichten-Apps verführen durch das Push-Geräusch und das Blinken dazu, immer wieder zum Handy zu greifen.
  5. Widersetzt euch bewusst dem Erwartungsdruck, dass ihr auf Nachrichten innerhalb weniger Minuten antworten müsst. Seine Freunde und Bekannten kann man sich auch erziehen. Wenn sie feststellen, dass eure Antwort öfter mal länger auf sich warten lässt, erwarten sie irgendwann keine prompte Rückmeldung mehr. Und glaubt mir, wenn es eine wichtige Angelegenheit gibt, besinnen sie sich darauf, dass das Smartphone auch eine Anruffunktion hat. 😉
  6. Handyfreie Zeit: Nehmt euch bewusst täglich eine handyfreie Zeit, z. B. vor dem Fernseher oder beim Abendessen. Wichtig ist, dass es dann außer Reichweite liegt. Da oft die Faulheit über die Neugier siegt und man nicht sofort aufsteht und zum Handy marschiert, funktioniert das meistens.
  7. Handyfreie Zimmer: Eine Steigerung der handyfreien Zeit sind handyfreie Zimmer. Das Smartphone muss nicht unbedingt die Nacht auf dem Nachttisch neben dem Bett verbringen oder zum Duschen mit ins Bad genommen werden. Neben dem Bett ist ohnehin verfänglich, da man der Versuchung fast nicht widerstehen kann, vor dem Einschlafen das Smartphone nochmals schnell zu checken.
  8. Flugmodus: Eine ganz tolle Erfindung, die entgegen der Bezeichnung nicht ausschließlich während eines Fluges verwendet werden sollte. Falls ihr euch ohne Handy „nackt“ fühlt und ihr ohne Handy keinen Schritt aus dem Haus macht, habt ihr so die Chance, euch trotzdem zeitweise von der digitalen Welt zu lösen

Aber was genau passiert eigentlich, wenn man mal OFFLINE geht? Das schlimmste ist doch die Angst, etwas zu verpassen, oder nicht? Daher wird man zu allererst nervös, wenn man entgegen der Gewohnheit keine Mails checken kann, keine Nachrichten über Whatsapp erhält, sich über Facebook nicht informieren kann, was die Freunde so machen, usw. Teilweise ist man auch desorientiert und aufgeschmissen, wenn man plötzlich Dienste wie z. B. die Bahn-App oder Google-Maps nicht mehr zur Verfügung hat. Viele werden sich vielleicht noch erinnern, es gab auch ein Leben ohne Internet. Da hat man sich über Aushangfahrpläne informiert und riesige Faltpläne zur Orientierung aufgeklappt. Dieser Entzug und die scheinbare Verkomplizierung des Lebens führen dazu, dass man ziemlich schnell genervt und gereizt ist. Nach dieser Genervt-sein-Phase wird man allmählich wieder relaxter, da man sich an den neuen Zustand gewöhnt hat und erkennt, dass man plötzlich verdammt viel freie Zeit dazu gewinnt. Das wiederum fördert die Achtsamkeit für unsere Umwelt, man entdeckt neue interessante Dinge und findet eine neue Motivation.

img_0628Ich würde vorschlagen, wir probieren das einfach mal aus und befreien uns von der Macht des Smartphones. Ich denke, es ist echt lohnenswert, das Smartphone gegen frische Luft und echtes Leben einzutauschen. Und seid hinterher ehrlich zu euch, habt ihr in der OFFLINE-Phase irgendetwas Wichtiges verpasst?

3 Gedanken zu „Digital Detox – Keine Macht den Smartphones!“

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