ErnÀhrung & Gesundheit

Das macht mich krank đŸ€’

Mal ehrlich, jeder von euch hat mindestens einen Arbeitskollegen, der stĂ€ndig krank feiert und gefĂŒhlt mehr Fehltage als Arbeitstage hat, oder nicht? Und das Ă€rgert euch doch ungemein, oder etwa nicht? Außer ihr seid natĂŒrlich selbst der Simulant und nicht krank sondern allergisch gegen Arbeit. Statistisch gesehen gab es 2016 pro Arbeitnehmer insgesamt 17,2 Fehltage – das sind mehr als 3 Wochen – (Quelle: www.focus.de), wovon im Schnitt 2,7 Tage auf psychische Erkrankungen wie z. B. Depressionen fallen. Da ich selbst letztes Jahr mal wieder NULL Fehltage hatte, wie die Jahre zuvor auch und manchmal arbeiten gehe, auch wenn ich nicht topfit bin, habe ich mir Gedanken ĂŒber den Effekt eines Anwesenheitsbonus gemacht. Mehr dazu findet ihr weiter unten im Text.

Meines Erachtens ist es nicht schwer beim Arzt ein Attest zu bekommen und der Lohn wird weiterhin bezahlt, auch wenn keine Arbeitsleistung erbracht wird, zumindest fĂŒr eine begrenzte Zeit. Da sagen viele nicht NEIN. Bei mir gab es bisher zwei Situationen, bei denen mich mein Arzt krankschreiben wollte: einmal bei meiner Schultereckgelenkprellung (da durfte ich meinen rechten Arm nicht bewegen und hĂ€tte eigentlich auch nicht Auto fahren dĂŒrfen und die Computermaus und Tastatur konnte ich nur mit links bedienen) und das andere Mal bei meinem Magen-Darm-Infekt. Das erste Mal habe ich die Krankschreibung kategorisch abgelehnt, weil ich mich eingeschrĂ€nkt als arbeitsfĂ€hig gehalten habe und beim zweiten Mal habe ich die Krankmeldung auf 2 Tage heruntergehandelt, schließlich hatte ich keinen ansteckenden Infekt und war nach 2 Tagen wieder einigermaßen bei KrĂ€ften. Beides Mal aus meiner Sicht kein Grund zu Hause zu bleiben. Wer von euch hĂ€tte sich krankschreiben lassen, so wie es der Arzt angeboten hatte? ich wĂŒrde behaupten mindestens 80 %. Ok, in diesen beiden FĂ€llen hĂ€tte ich das sogar akzeptiert und nachvollziehen können. Aber es gibt tatsĂ€chlich Leute, die halten sich mit einem Schnupfen oder Regelschmerzen schon fĂŒr todkrank und arbeitsunfĂ€hig oder sind einfach nur faul und unmotiviert. Da platzt mir dann der Kragen, weil das nicht fair gegenĂŒber den Kollegen und dem Arbeitgeber ist. Noch schlimmer ist „blau machen“, besonders beliebt ist das z. B. an Fasching. Was fĂŒr ein Pech, dass es Facebook gibt. Tja, das war frĂŒher einfacher.

AuffĂ€llig ist auch, dass Bundesbeamte mit ihren Fehltagen ĂŒber dem Bundesdurchschnitt liegen. Das wundert mich jetzt nicht, da Beamte i. d. R. einen sicheren Arbeitsplatz haben. Die hĂ€ufigsten Krankheiten sind laut Statistik Erkrankungen des Muskel-Skelettsystems (z. B. RĂŒckenschmerzen), gefolgt von psychischen Erkrankungen und schließlich Erkrankungen des Atmungssystems. Krankheiten verursachen jĂ€hrlich MilliardenschĂ€den in Höhe von 75 Mrd Euro. Jeder Krankheitstag kostet dabei 112 Euro.

Aufgrund dieser Fakten kam die Idee auf, ein PrĂ€miensystem einzufĂŒhren, welches honoriert, wenn jemand keine oder wenige Krankheitstage vorweisen kann. Es könnte allerdings auch dazu fĂŒhren, dass Arbeitnehmer zur Arbeit kommen, obwohl sie ins Bett gehören. Prinzipiell darf man sogar trotz Krankschreibung arbeiten gehen. Das ist auch versicherungstechnisch bedenkenfrei, außer bei BeschĂ€ftigungsverbot wie z. B. bei Schwangerschaft. Dabei trĂ€gt der Arbeitgeber die FĂŒrsorgepflicht, d. h. er muss prĂŒfen, ob der Arbeitnehmer rein objektiv in der Lage ist, die Arbeit auszufĂŒhren.

Wie sieht es aus mit FreizeitaktivitĂ€ten wĂ€hrend der Krankschreibung? SpaziergĂ€nge, Kino oder Restaurantbesuche sind grundsĂ€tzlich kein schĂ€dliches Verhalten. Es kann jedoch das VertrauensverhĂ€ltnis belasten, wenn man vom Arbeitgeber gesehen wird oder fĂŒr Unmut sorgen, wenn man dabei einen Kollegen trifft.

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Wie könnte nun so ein PrĂ€miensystem oder ein Anwesenheitsbonus aussehen? Daimler hat dazu 2 Jahre lang ein Pilotprojekt durchgefĂŒhrt (siehe Anwesenheitsbonus bei Daimler). Bei 0 Fehltagen erhielt der Mitarbeiter 300 Euro fĂŒr das jeweilige Jahr, bei einem Fehltag 50 Euro weniger, bis er schließlich ab 6 Fehltagen nichts mehr erhielt. Teilweise hat das verstĂ€ndlicherweise dazu gefĂŒhrt, dass sich manche krank zur Arbeit geschleppt haben oder dass im Krankheitsfall Überstunden abgefeiert wurden. Kommt man krank zur Arbeit, ist die Gefahr groß, dass Krankheiten verschleppt werden, was richtig schĂ€dlich und gefĂ€hrlich werden kann. Außerdem was sagen chronisch Kranke dazu? Die werden sich selbstverstĂ€ndlich diskriminiert fĂŒhlen. Rein rechtlich gesehen, ist so ein PrĂ€miensystem allerdings zulĂ€ssig.

Was halte ich nun von so einem PrĂ€miensystem? FĂŒr mich persönlich wĂ€re es natĂŒrlich von Vorteil, da ich so gut wie nie krank bin. Viele wĂŒrden jetzt sagen: „sei froh darĂŒber“ und „hast du ein GlĂŒck“. Außerdem ist das Belohnung genug, wenn man so ein gutes Immunsystem hat. Aber keiner fragt danach, was ich dafĂŒr tue, dass es so ist, wie es ist. Ich trinke beispielsweise keinen Alkohol, mache viel Sport an der frischen Luft und achte darauf, dass ich mir privat nicht zu viel Stress aufbĂŒrde. Zudem ist mir wichtig, dass ich regelmĂ€ĂŸige TagesablĂ€ufe habe, ich sehe zu, dass ich vernĂŒnftige Mahlzeiten zu mir nehme, ausreichend Schlaf bekomme usw. Das bedeutet manchmal aber auch Verzicht. Wo bei anderen ggf. der Spaßfaktor (z. B. Party, Alkohol und wenig Schlaf) an erster Stelle steht, siegt bei mir die Vernunft und der Gedanke an meine Gesundheit und ich finde fĂŒr diese Disziplin sollte man belohnt werden.

Ob der Arbeitgeber fĂŒr die Belohnung zustĂ€ndig sein muss? Spontan wĂŒrde ich sagen eher die Krankenkassen und tatsĂ€chlich bietet meine Krankenkasse solch eine jĂ€hrliche Bonuszahlung an. AnfĂ€nglich war ich richtig begeistert davon und es war einer der HauptgrĂŒnde, meine Krankenkasse zu wechseln. Mittlerweile nehme ich seit 3 Jahren an diesem Bonussystem teil. Wollt ihr wissen wie oft ich in diesen 3 Jahren eine Bonuszahlung erhalten habe – ganze 0 mal. Jedes Jahr hat die Krankenkasse eine andere Ausrede, weshalb ich nicht berechtigt wĂ€re, diese Bonuszahlung zu erhalten. Dabei handelt es sich um eine jĂ€hrliche Einmalzahlung bzw. RĂŒckerstattung in Höhe von 500 Euro. Mittlerweile bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass es im Prinzip unmöglich ist, die 500 Euro ausgezahlt zu bekommen. Daher fĂ€llt aus meiner Sicht unter den jetzigen Bedingungen die Krankenkasse als „Belohner“ weg. Also bleibt nur noch der Arbeitgeber mit allen Vor- und Nachteilen die ein solches PrĂ€miensystem mit sich bringt.

Irgendwie habe ich mich damit abgefunden, dass „gesund zu sein“ die einzige Belohnung ist und diese ist ohnehin mit keinem Geld der Welt aufzuwiegen. Das Fazit daraus fĂŒr mich persönlich ist somit: den Empfehlungen des Arztes zu folgen und auch mal zu Hause zu bleiben, wenn ich tatsĂ€chlich krank bin und zu hoffen, dass all die Simulanten zumindest durch das schlechte Gewissen geplagt werden. In diesem Sinne, gebt auf euch acht, bleibt gesund und vor allem fair gegenĂŒber euren Arbeitskollegen.

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