Selbstmanagement

Endlich Urlaub – was für’n Stress

Damit das nicht zutrifft, dass der Urlaub in Stress ausartet, habe ich heute ein paar Tipps für euch. Dass die Theorie dabei immer einfacher klingt, als es sich nachher in die Praxis umsetzen lässt, merke ich an mir selbst. Ich stecke mal wieder in der Zwickmühle zwischen den lieben Gott einen guten Mann sein lassen und einfach nur entspannen oder vielleicht trotzdem ein paar Kleinigkeiten zu erledigen, um das schlechte Gewissen zu beruhigen 🤔

20160712_205342_001
Port de Sóller 2016

„Ich wäre dann jetzt wohl bereit, abgeholt zu werden und ans Meer zu fahren.“

Aber ich glaube, ich war schon lange nicht mehr so urlaubsreif wie dieses Jahr. Woran ich das festmache bzw. dass ich mir das nicht nur einbilde, zeigen die Dinge, die mir in den letzten 2 Wochen passiert sind. Es ist zwar nichts dramatisches, aber völlig untypisch für mich, da ich ansonsten ein sortierter und perfekt organisierter Mensch bin.

Wie so oft, fuhr ich vorletzte Woche nach der Arbeit noch zum Einkaufen in den Supermarkt. Wie immer habe ich abends zuvor die Werbeprospekte studiert und mir einen Einkaufszettel geschrieben. Da Lidl die interessantesten Angebote hatte, habe ich mich auf Lidl konzentriert. Am nächsten Tag ich abends gegen halb 5 in den Supermarkt gefahren, Pfandflaschen in den Einkaufswagen geladen und ab zum Automaten. Als ich die letzte Flasche eingeworfen hatte, zog ich den Einkaufszettel aus der Hosentasche und habe gedacht, was mach ich hier eigentlich? Ich war doch tatsächlich bei Aldi gelandet. Somit war der Einkaufszettel unnötig. Am Freitag ist mir was ganz ähnliches passiert. Ich wollte mir in der Mittagspause bei Edeka ein Fleischkäsebrötchen kaufen, weil ich richtig Hunger hatte und eine Kleinigkeit nicht ausgereicht hätte. Also habe ich Geld eingesteckt und bin losgelaufen. An der Theke wurde ich gefragt, was ich haben möchte, da musste ich feststellen, dass ich nur 72 Cent eingesteckt hatte. Das reichte dann leider nur für eine Brezel und eigentlich hatte ich darauf gar keine Lust.

Da mir solche Dinge sonst nie passieren, hat mir das gezeigt, dass ich mit dem Kopf überhaupt nicht mehr bei der Sache bin, urlaubsreif eben.

CIMG0899

„Manchmal brauchen wir einfach mal eine kleine Auszeit. Denn manchmal ist dasitzen und Nichtstun alles was wir brauchen, um glücklich zu sein.“

Leider funktioniert Entspannung nicht einfach auf Knopfdruck. Jeder 2. hat Probleme im Urlaub auszuspannen. Man darf aber nicht erwarten, dass sich das Urlaubsfeeling gleich am ersten Urlaubstag einstellt. Normalerweise dauert es zwei bis drei Tage bis man in den Erholungsmodus umschalten kann. Ebenso langsam verläuft die Wiedereingewöhnung in den Arbeitsmodus. Dabei ist erwiesen, dass die Fähigkeit zu entspannen vom Grad der Verantwortung bei der Arbeit abhängt. Je größer die beruflichen Herausforderungen sind, desto schwerer ist es abzuschalten. Auch wenn man seine Arbeit gerne macht, ist es wichtig, die Gedanken an die Arbeit aus dem Kopf zu bekommen. Daher lautet die wichtigste Regel: die berufliche Kommunikation unterbinden. Bereits in Warum in die Ferne schweifen habe ich darauf hingewiesen, dass es entscheidend ist, eine Distanz zum Arbeitsalltag aufzubauen. Dazu gehört insbesondere, dass keine Mails gelesen werden, nicht mit den Kollegen oder mit Kunden telefoniert wird und Fachlektüre hat im Urlaub ebenfalls nichts verloren. Die Firma geht deshalb in den nächsten 2 bis 3 Wochen eures Urlaubs nicht den Bach runter. Wer es trotz der gut gemeinten Ratschläge nicht lassen kann, sollte sich z. B. zum Lesen der Mails ein festes Zeitfenster vorgeben. Aus diesem Grund unbedingt die automatische Benachrichtigung für den Maileingang abschalten sowie den Abwesenheitsassistenten einrichten. Lasst euch von eurem Smartphone schöne Momente nicht zerstören. Denkt daran, jedes Smartphone besitzt auch einen Offlinemodus! 😉

IMG_6369

„Lass los und entspanne dich! Manchmal ist es besser, den Dingen einfach ihren Lauf zu lassen.“

Eine weitere Regel, die sich bewährt hat: Entspannung funktioniert besser, wenn du dich in einer neuen Umgebung befindest, da so deine Sinne mit vielen neuen überraschenden Eindrücken gefüttert werden. Dazu gehört auch das Kennenlernen neuer Menschen und Kulturen. Am besten den Urlaub mit euren Liebsten oder im Kreis von Freunden verbringen. So könnt ihr die gemeinsamen Erlebnisse teilen und euch sicher sein, dass Freunde immer für eine willkommene Abwechslung sorgen. Auch Bekanntschaften in Reisegruppen können bereichernd sein. Dabei ist allerdings zu beachten, dass Orte, an denen sich der Körper auf ein anderes Klima und ungewohntes Essen einstellen muss, zur Entspannung nicht ganz so geeignet sind. Das gleiche gilt auch für eine lange und anstrengende Anreise. Da man, wie bereits erwähnt, nicht gleich am ersten Tag in den Urlaubsmodus schalten kann, empfiehlt es sich, nicht gleich am ersten Urlaubstag aufzubrechen. Sorgt dafür, dass ihr erst zur Ruhe kommt und euch auf den Urlaub einstimmen könnt. Genießt noch ein wenig die Vorfreude. Eine natürliche, ländliche Umgebung sorgt für eine intensivere und schnellere Erholung als eine Städtereise, welche eher zu einer Reizüberflutung führt. Besonders erholsam sind Aufenthalte in den Bergen oder am Meer.

Komplett kontraproduktiv zur Entspannung sind To-Do-Listen, die dich unter Stress setzen und dir stets aufzeigen, was alles zu tun ist. Ihr solltet euch genügend Freiräume lassen und nicht alles minutiös durchplanen. Ihr dürft nicht zu viel wollen und schon gar nicht alles auf einmal. Der Urlaub ist dazu da, zu beobachten, zu genießen und zu fühlen, wie sich die innere Anspannung und der Druck langsam legen. Es ist entscheidend, sich selbst zu erlauben, die Zeit zu „vertrödeln“ und die Seele baumeln zu lassen. Lenkt eure Aufmerksamkeit auf das, was gerade im Moment ist und stoppt Gedanken, die ins negative abschweifen. Im Urlaub sollte jeglicher Streit vermieden werden. Einen Kompromiss zu schließen, wird euch weniger schaden wie eine energieraubende Streiterei, selbst wenn ihr euch am Ende durchsetzen solltet. Wenn ihr Energie loswerden wollt, dann in Form von körperlicher Bewegung. Denn dosierte körperliche Beanspruchung ist etwas Positives. Denkt an die Ausschüttung der Glückshormone unter Sport macht glücklich.

P1000441_bear

„Entspannung und Ruhe sind wichtig für den Körper und Geist.“

Mal gespannt wie gut ich selbst diese Regeln umsetzen kann und wie schnell und intensiv die Entspannungsphase einsetzt. Ich hoffe, meine Neugier siegt nicht über die Disziplin, keine Mails zu lesen. Und ich hoffe auch, dass ich mich zurückhalten kann, mein Haus während meines Urlaubs klinisch steril zu gestalten, falls mich der Putzwahn packt. Gartenarbeit hingegen in richtigem Maße kann entspannend sein. Auch hier sollte ich zuvor ein Zeitfenster festlegen, welches auf alle Fälle eingehalten wird. Jetzt wünsche ich mir vor allem, dass mir der Wettergott dieses Jahr gnädiger gestimmt ist und der Urlaub zu Hause nicht ins Wasser fällt.

Wie klappt das bei euch so mit der Entspannung im Urlaub? Vielleicht habt ihr ja noch einen guten Tipp? Ganz interessant zu diesem Thema fand ich auch den Blogartikel Gefangen in der Entspannungssperre von Myriam Klatt.

Ein Gedanke zu „Endlich Urlaub – was für’n Stress“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s