Stories of my life

Schiff ahoi! – Kreuz(igungs)fahrt auf der AIDAstella

Nachdem ich euch die Story zur Reiseplanung erzählt habe (Wie plane ich …), seid ihr sicher neugierig darauf, wie denn die Reise selbst verlaufen ist. Darum fasse ich hier die Woche auf der AIDAstella kurz zusammen. Ich lasse dabei natürlich keines der Highlights aus 😉 Wenn ihr eine Vorstellung davon haben wollt, wie es auf so einem Schiff aussieht, dann klickt einfach auf folgenden Link: www.aida.de

Noch eine ganz witzige Info vorab: 2012 führte der Betriebsausflug meiner Firma nach Papenburg in die Meyer Schiffswerft und ratet mal, welches Schiff dort gerade im Bau war – die AIDAstella! Damals hätte ich mir nicht träumen lassen, dass ich jemals einen Fuß auf diesen Ozeanriesen setzen werde …

Nachdem die Vorplanung etwas chaotisch verlaufen war, waren wir nun bestens vorbereitet auf die kommenden 8 Tage. Ok, den Parkplatz für den Shuttle-Service zum Flughafen haben wir nicht auf Anhieb gefunden, mit der Sitzreservierung im Flugzeug lief es auch nicht ganz so wie gewollt… Schließlich schoss meine Mum aber den Vogel ab. Sie wird von der Stewardess auf Englisch höflich gefragt, was sie essen möchte. Da meine Mum nicht so gut Englisch spricht, wir vorher gemeinsam die Speisekarte mit der unzähligen Auswahl von 2 Gerichten studiert und ich ihr noch gesagt: „Sag einfach nur chicken, sobald du gefragt wirst.“ Und was sagt meine Mum: „No!“ Und was gab’s dann für sie zum Essen? – Nix! Aber dafür gab es die nächsten Tage auf der AIDA Essen in Hülle und Fülle.

Schließlich sind wir auf dem Flughafen in Dubai gelandet und haben unsere Gepäckstücke in Empfang genommen. Bis hierhin war alles reibungslos, aber dann. Da meine Schwester den Flug separat gebucht hatte, durfte sie – aus Gründen, die ich nicht nachvollziehen konnte – nicht mit unserem Shuttlebus fahren, obwohl genügend Plätze frei waren. Außer sie hätte einen so deftigen Aufpreis bezahlt, dass sie auch den persönlichen Chauffeur des Scheichs hätte buchen können. Dann folgte der Check-In am Hafen. Diese Prozedur sollte uns noch den ganzen Urlaub hindurch begleiten. Die Reisepässe wurden eingesammelt, um sie uns später auf dem Schiff vor dem nächsten Landgang wieder auszuhändigen. Das Austeilen der Pässe erfolgte für alle der über 2.500 Passagiere gleichzeitig auf dem gleichen Deck im selben Raum – allerdings immerhin an verschiedenen Tischen. Hat natürlich super geklappt. Dieser Vorgang wiederholte sich, wie gesagt, mehrmals. Das hat teilweise ganz schön viel Zeit in Anspruch genommen. Hauptsache wir haben letztendlich alle unsere Pässe ergattert, was auch nicht selbstverständlich war.

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Weniger gut für mich und meine Familie lief es bei der Rettungsübung. In der Zeit bis ich die Rettungsweste richtig angezogen und die Gurte irgendwie festgezurrt hatte, wäre die Titanic schon dreimal untergegangen. Aber wie ihr seht, es hat geklappt. Schließlich war ich so stolz, dass ich die Rettungsweste gar nicht mehr ablegen wollte. Jedenfalls wir mit der Rettungsweste raus aus der Kabine und ins Getümmel gestürzt. Das Chaos kam der Situation, als würde das Schiff tatsächlich gleich sinken, schon ziemlich nahe. Wir endlich den richtigen Notausgang erwischt, ich indessen gezählt, ob die Rettungsboote für alle ausreichen und nebenher beobachtet wie die Schiffscrew mit dem Treiben überfordert war. Da die Rettungsübung Pflicht war, musste man zur Registrierung seine Bordkarte abscannen lassen und ich schwöre, ich habe das gemacht. Aber wer wird als vermisst ausgerufen: Frau Kerstin B. mit Familie, war ja klar. Schön, dass uns jetzt auch jeder kennt 🙂 Einen Sonderapplaus von den Umherstehenden haben wir uns ebenfalls abgeholt.

Damit konnten wir endlich zum gemütlichen Teil übergehen. Also haben wir uns mit Handtuch, Sonnencreme (Lichtschutzfaktor 50 für mich, 100 gab’s nicht) und Sonnenbrille bewaffnet auf zum Pooldeck gemacht. Es war ein sehr langer Weg. Ich kam mir vor wie Asterix und Obelix auf der Suche nach dem Passierschein A 38 im „Haus das Verrückte macht“. Kennt ihr das? Wenn nicht solltet ihr mal „Asterix erobert Rom“ anschauen. Glücklicherweise war die Sonne noch nicht untergegangen als wir den Pool zu guter Letzt erreicht hatten. Aber der Pool war ja so klein, wie soll man den auch finden? 2.500 Passagiere in einer Badewanne. Ach nein, meine Mum wollte ja nicht baden, also nur 2.499. Das war dann auch das einzige Mal, dass wir im Pool gebadet haben. Die anderen beiden Seetage haben wir uns mit der Suche nach einer freien Liege beschäftigt und danach ins Handtuch gewickelt, um im kalten Fahrtwind zu frieren. Ich zumindest, meine Schwester wollte ja unbedingt braun werden und hat der Kälte getrotzt.

Ein Großereignis auf so einem Schiff ist natürlich immer das Essen. Im Prinzip kannst du dich den ganzen Tag mit Essen beschäftigen. Es gibt Frühstück, Mittagessen, Nachmittagsimbiss und schließlich Abendessen in 9 verschiedenen Themenrestaurants und diversen Cafés und Bars. Die Öffnungszeiten hingegen waren unterschiedlich, so dass die Essenspläne erst einmal studiert werden mussten. Es gab ein Steak House, ein Burger Grill, ein italienisches Restaurant, eine Sushi Bar, ein Brauhaus u. a. Die Auswahl fällt bei so einem riesigen Angebot eigentlich verdammt schwer. Aber es gibt ja die Möglichkeit, an jedem Tag der Woche etwas anderes auszuprobieren. Und was haben wir gemacht? Wir sind jeden Tag entweder ins Bella Donna oder Markt Restaurant gegangen. Dieselbe Buffetauswahl auf zwei unterschiedlichen Decks und warum? Meine Mum wollte kein Sushi und keine Burger, ich mochte nicht ins Steak House weil es dort nur Rindfleisch gab und meine Schwester konnte sich nicht fürs Brauhaus begeistern. Es ist aber auch unerhört von AIDA keine vielfältigere Auswahl anzubieten. Schließlich hätte es auch noch… hm genau, was hätte es eigentlich noch mehr an Auswahl geben könne? Tja, so unterschiedlich wie unsere Interessen innerhalb der Familie sind auch die Geschmäcker.

Aber nicht nur bei der Essensauswahl haben wir so gut harmoniert, sondern auch bei der Entscheidung Klimaanlage versus offene Balkontür. Meine Schwester mochte das Geräusch vom Meer und dem Schiffsmotor nicht, also Balkontür zu. Ich wollte mich nicht permanent von der Klimaanlage anpusten lassen, also Klimaanlage aus. Was dazu führte, dass es meiner Mum zu warm wurde, also Balkontür wieder auf. Als wir einmal mehr die Klimaanlage in Betrieb genommen hatten, habe ich mein Handtuch geschnappt und bin auf den Balkon gewandert. Somit hatte die teure Balkonkabine endlich seine Berechtigung. Nur war es so stürmisch und kalt, dass ich ausschließlich damit beschäftigt war, mich in meine beiden Handtücher einzuwickeln, an Schlafen war nicht zu denken. Nachdem ich 30 Minuten auf dem Balkon ausgeharrt und erste Anzeichen von Erfrierungen hatte, beschloss ich, dass das doch keine Option für die ganze Nacht ist und bin leise ins Bett geschlichen.

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Mein Fazit zur Kreuzfahrt sieht folgendermaßen aus: Ich bin ganz ehrlich, es ist nicht meine Welt. In den Kabinen ist man extrem eingeengt und selbst auf dem Schiff habe ich mich irgendwie eingesperrt gefühlt. Im Urlaub möchte ich Landschaften sehen, die Nähe zur Natur haben und nicht nur Wasser um mich herum. Die Landgänge waren entweder zu kurz (Abu Dhabi und Dubai) oder zu lang (Maskat und Bahrain), je nachdem wie viel es zu sehen gab. Die Landausflüge, welche über AIDA selbst angeboten werden, sind extrem teuer. Vieles auf dem Schiff kostet einen Aufpreis, selbst die Getränke außerhalb der Mahlzeiten. Es sind zu wenige Sonnenliegen vorhanden, der Pool ist eindeutig zu klein und das Anstehen bei Landgängen und die Passausgabe haben zu viel Zeit in Anspruch genommen. Worauf ebenfalls zu achten ist, wenn ihr mit dem Schiff in unterschiedlichen Ländern anlegt, ihr müsst jedes Mal in einer anderen Währung bezahlen.

Was natürlich praktisch ist, du kannst in einer Woche verschiedene Orte bzw. Länder sehen, ohne Kofferpacken und ohne Reisestrapazen. Es sei denn, man ist seekrank, was dann wirklich eine Strapaze ist. Wenn das Schiff ablegt, insbesondere während des Sonnenuntergangs, ist das schon atemberaubend. Ein Ozeanriese bietet mindestens so viele Möglichkeiten wie eine Hotelanlage wie z. B. Fitnessstudio, Wellnessbereich, Unterhaltungsprogramm mit Abendshows, die zugegeben eine gute Qualität haben.

Wer sich gerne mit 2.500 anderen Passagieren auf einem Schiff tummelt, das nötige Kleingeld hat, kein so ungeduldiger Mensch ist wie ich und sich in seiner Flexibilität Landausflüge betreffend nicht eingeschränkt fühlt, ist auf einem Kreuzfahrtschiff genau richtig! Schiff ahoi!

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