Selbstmanagement

Warum in die Ferne schweifen?

– Urlaub zu Hause ist doch viel erholsamer

Jetzt ist es nicht mehr lange, noch 3 Wochen und ich habe meinen wohlverdienten Sommerurlaub. Wo es hingeht? Nirgends, was noch bis vor kurzem meine Freude ein wenig gedÀmpft hat. Aber mittlerweile habe ich mir ein paar Gedanken zur Gestaltung meines Urlaubs auf Balkonien bzw. in meinem Fall auf Terrassanien gemacht. Dabei habe ich erkannt, es hat durchaus auch seine Vorteile, den Urlaub zu Hause zu verbringen:

  1. Ich muss keinen Koffer packen. Das ist immer eine ganz unliebsame Aufgabe fĂŒr mich. Zuhause habe ich meinen kompletten Kleiderschrank jederzeit verfĂŒgbar, muss mich nicht einschrĂ€nken und vergessen kann ich auch nichts.
  2. Ich habe keine Reisestrapazen. Ich stehe weder in langen Staus, noch muss ich mehrstĂŒndige Flugreisen auf mich nehmen, es gibt keine An- und Abreise zum Flughafen und ich habe nicht mit einem Jetlag zu kĂ€mpfen.
  3. Ich muss keine Reise planen. Das heißt ich habe keinen Stress im Vorfeld durch das Suchen und Buchen von FlĂŒgen, Hotels oder Mietwagen und muss mich nicht fĂŒr ein bestimmtes Urlaubsziel entscheiden. Die Entscheidung fĂŒr das Urlaubsziel fĂ€llt mir nĂ€mlich generell genauso leicht wie die Entscheidung, was in den Koffer kommt 😉
  4. Ich kann Geld sparen. Der Urlaub zu Hause schont natĂŒrlich meinen Geldbeutel, was dieses Jahr der Hauptgrund ist, warum ich diesen Sommer nicht verreisen werde. Nachdem ich ĂŒber Weihnachten die teure Kreuzfahrt mit meiner Familie unternommen habe (Wie plane ich einen Urlaub …), habe ich entschieden, dass ich es mir einfach zu Hause gemĂŒtlich mache.
  5. Ich kann besser schlafen. Wo kann man besser schlafen, als zu Hause in seinem eigenen Bett? Nirgends. Mir sind fremde Hotelbetten ohnehin ein GrĂ€uel. Ich bin mir nie sicher, ob die richtig sauber sind. Denn beispielsweise war das Innenleben meines Kopfkissens schon mal verschimmelt. Das wird mir daheim nicht passieren. Zudem ist es wissenschaftlich belegt, dass man zu Hause besser schlĂ€ft. In einer fremden Umgebung bleiben bestimmte Teile des Gehirns allzeit aktiv, was fĂŒr das Schlafen nicht gerade förderlich ist.
  6. Ich kann ausschlafen. Mich drĂ€ngt kein FrĂŒhstĂŒcksbuffet, das nur bis um 10 Uhr geöffnet hat. Mich zwingt kein gebuchter Ausflug aus den Federn. Ich muss mir nicht schon um 8 Uhr eine Liege am Pool reservieren. Ich muss keine Angst haben, etwas zu verpassen, wenn ich lĂ€nger schlafen möchte.
  7. Ich will nicht zu viel. Im Urlaub verspĂŒrt man immer einen gewissen Druck, möglichst viel sehen zu wollen. Da sind die Tage dermaßen vollgepackt und verplant, dass es schon wieder in Stress ausartet.

Das sind alles stichhaltige Argumente, die mich tatsĂ€chlich ĂŒberzeugt haben, dass ich mich darauf freuen kann, dieses Mal zu Hause zu bleiben. Ich bin kaum noch enttĂ€uscht, dass ich nicht wegfahren kann. Mich darĂŒber zu Ă€rgern, wĂŒrde mir die Laune und die Vorfreude auf den Urlaub ohnehin nur vermiesen. Egal, ob andere von Ihrer Karibiktraumreise, dem Wanderurlaub in den Alpen, den TauchgĂ€ngen auf den Malediven oder der Safari in SĂŒdafrika erzĂ€hlen. Na und, ich bleibe hier und fĂŒhre mir nochmal Punkt 1 bis 7 vor Augen und bin zufrieden 🙂

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Bad DĂŒrkheim 2018

Nichtsdestotrotz sollte man beim Urlaub auf Terrassanien nicht einfach in den Tag hineinleben. Ein bisschen Planung gehört auch zum Urlaub daheim dazu. Dieser Urlaub sollte zwar erholsam aber genauso nachhaltig und unvergesslich werden wie eine Urlaubsreise. Wichtig ist, dass man die Routine durchbricht. Dass sich der Urlaub abhebt vom sonstigen Alltagstrott. Nur so kann man den Urlaub auch als Urlaub wahrnehmen. Der Reiz des Menschen liegt bekanntlich im Unbekannten. Also sollte man etwas tun, das man zuvor noch nie getan hat. Es muss jetzt nicht unbedingt gleich ein Fallschirmsprung werden – obwohl, vielleicht gar keine so schlechte Idee – es genĂŒgt bereits, die Umgebung zu erkunden. Wenn ihr ehrlich seid, gibt es selbst im engeren Umkreis eures Wohnortes Ecken, die ihr noch nicht kennt, Museen, die ihr noch nicht besucht habt, Burgen, die ihr noch nicht besichtigt habt uvm. Warum also nicht das Fahrrad schnappen oder in ein Nahverkehrsmittel einsteigen, noch besser beides kombinieren und los geht die Erkundungstour.

Plant in eurem Urlaub zu Hause immer Tage mit ein, die zur Erholung dienen und damit meine ich ausschließlich zur Erholung. Pflastert eure freie Zeit bloß nicht mit Pflichtterminen wie z. B. SteuererklĂ€rung, Großputz, Ausmisten, ĂŒberfĂ€lligen Arztterminen oder sonstigem zu. DafĂŒr ist „Urlaub“ nicht gedacht. Das muss ich mir ganz dick hinter die Ohren schreiben, dass ich es selbst befolge und nicht nur euch vorpredige. Wenn man verreist, interessiert auch keinen die SteuererklĂ€rung. Renovierungsarbeiten sind ebenfalls ganz schlecht zum Entspannen. Selbst wenn ihr einen halben Tag arbeitet und einen halben Tag chillt, mindert der Dreck, den eine Renovierung mit sich bringt, eure WohnqualitĂ€t und schrĂ€nkt euren Wohnraum ein.

Außerdem auf keinen Fall fĂŒr den Arbeitgeber oder die Kollegen stĂ€ndig erreichbar sein. Denn dann kann man gleich arbeiten gehen. Mit jedem Anruf und jeder Email schwindet der Erholungswert eures Urlaubs. Im schlimmsten Fall könnt ihr die Arbeit gar nicht mehr aus dem Kopf verbannen. Auch ich mach aus lauter Neugier immer wieder den Fehler und checke meine Mails. Dann werden sie schnell noch beantwortet, wenn man eh gerade dabei ist und schwuppdiwupp ist eine kostbare Stunde eures Urlaubs dahin.

Aber eigentlich wollte ich euch ein paar Tipps und Ideen mit auf den Weg geben, was man im Urlaub zu Hause noch so alles tun kann:

  • Entdeckungstour, hatte ich ja bereits vorgeschlagen
  • Einen Tag mit Freunden verbringen, z. B. Grillen, ein Konzertbesuch, Kino usw. Da Freunde unser Leben bereichern und gemeinsame Unternehmungen zusammenschweißen.
  • Nichtstun, ohne dabei ein schlechtes Gewissen haben zu mĂŒssen. Dabei ein Buch lesen, Musik hören oder einfach nur faul in der Sonne liegen.
  • Sich etwas gönnen, z. B. in einen Freizeitpark gehen, in einem Badeparadies oder einer Therme (als Schlechtwetteroption) relaxen, Essen gehen anstatt selber kochen.
  • Einen kleinen StĂ€dtetrip machen.
  • Einen Ausflug ĂŒber die Grenze machen. In einem fremden Land fĂŒhlt es sich gleich wie Urlaub an.
  • Trendsportarten ausprobieren
  • Vielleicht findet ihr unter https://www.getyourguide.de/ noch weitere Inspirationen
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Kloster Maulbronn 2007

Am besten ĂŒberlegt man, was man ansonsten bei einer Urlaubsreise am liebsten macht. Setzt euch 3 PrioritĂ€ten und plant danach. In meinem Fall wĂ€ren das: Sport, Baden und etwas Neues erkunden. Also könnte ich z. B. Klettern gehen, mal wieder Inline Skates fahren, an den Baggersee radeln und mir eine Stadt oder eine SehenswĂŒrdigkeit (z. B. Burg) auswĂ€hlen und dort hinfahren. Das klingt doch schon mal grob nach einem Plan. Ich glaube, der Urlaub kann kommen 😎

Ein Gedanke zu „Warum in die Ferne schweifen?“

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