Stories of my life

Wie plane ich einen Urlaub, wenn jeder nur weiß, was er NICHT will?

Passend zum Beginn der Pfingstferien habe ich gedacht, ich gebe mal wieder eine lustige Geschichte von mir selbst zum Besten. Es handelt sich um die Vorgeschichte zu unserer Orient-Kreuzfahrt, die ich gemeinsam mit meiner Familie über Weihnachten 2017 unternommen habe. Natürlich ist das Ganze etwas überspitzt erzählt … oder vielleicht doch nicht?!

Wie kann einem geholfen werden, wenn man selbst nicht weiß, was man will? Oder, wie soll man 3 Personen unter einen Hut bringen, die absolut unterschiedliche Wünsche und Interessen haben? Unter diesen Vorzeichen sind meine Mutter, meine Schwester und ich ins Reisebüro gegangen, mit dem Ziel, eine GEMEINSAME Reise zu buchen.

Schließlich war es seit eh und je der Traum meiner Mum, eine KREUZFAHRT zu machen, woran wir uns alle kurz vor ihrem 60. Geburtstag wieder erinnerten. Blauäugig wie meine Schwester und ich waren, versprachen wir ihr eben diese Traumreise. Auch wenn wir beide generell eher skeptisch gegenüber Kreuzfahrten waren, aus Sorge seekrank zu werden. Zu diesem Zeitpunkt war mir noch nicht klar, dass das Vorhaben eigentlich von vornherein zum Scheitern verurteilt war.

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Hafen von Abu Dhabi 2017

Mit voller Zuversicht gingen wir zusammen in Reisebüro Nummer 1 und schilderten der netten Reisekauffrau unser Vorhaben:

„Wir möchten alle 3 zusammen eine Kreuzfahrt machen, entweder auf der AIDA oder MEIN SCHIFF.“

An sich kein Problem, aber…

„Der Reisezeitraum darf nur zwischen dem 22.12. und dem 07.01. sein.“

Weil meine Schwester ist ja Lehrerin und es bleiben somit nur die Schulferien. Logisch!

„Es muss allerdings unbedingt über den 24.12. sein.“

Da meine Mum an diesem Tag Geburtstag hat und sich vor dem ganzen Trubel zu Hause drücken will.

Die anfängliche Motivation bei der netten Reisekauffrau sank zusehends.

„Außerdem haben wir eine Karibik-Kreuzfahrt in der engeren Auswahl.“

Engere Auswahl bedeutete in diesem Fall, einzige Auswahl. Wir hatten uns quasi darauf festgelegt.

Tatsächlich gab es trotz der vielen Ausschlusskriterien genau eine Reise, die exakt unseren Anforderungen entsprach … dachten wir, bis meine Schwester offenbarte, dass sie wegen der Haustiere keine 2 Wochen verreisen kann.

Die Reisekauffrau war ratlos wie meine Mum und ich auch. Das war ja etwas ganz Neues und schon fingen die Diskussionen an. Die Wortgefechte wurden heftiger, lauter und schon hatten wir die Aufmerksamkeit des ganzen Reisebüros auf uns gezogen.

Schließlich bat uns die Reisekauffrau, wir sollen uns das Ganze nochmals durch den Kopf gehen lassen und uns besser abstimmen, bis wir uns einig sind. Oder anders ausgedrückt, sie hat uns quasi auf höfliche Art und Weise rausgeschmissen.

Ich habe mich echt geschämt. Meine Mutter hingegen meinte nur:

„Also so eine schlechte Beratung hat sie noch nicht erlebt. In dieses Reisebüro gehen wir nicht mehr.“

Nach dieser „inkompetenten“ Beratung in Reisebüro Nr. 1 lag es nun an mir, ein Reisebüro zu finden, welches sich als qualifizierter zur Erfüllung unserer Wünsche erweist. Ich sag nur: MISSION IMPOSSIBLE. Aber wir wollen die Hoffnung ja nicht gleich aufgeben. Am besten die nächstgelegene Stadt besuchen, in der uns keiner kennt 😉

Gesagt, getan. Der nächste Termin in Reisebüro Nr. 2 stand an, nachdem wir in Reisebüro Nr. 1 zumindest geklärt hatten, was wir NICHT wollen. Somit hatten wir die Möglichkeiten sehr schnell eingegrenzt, das machte das Ganze einfacher … oder doch nicht? Irgendwie waren wir vom eigentlichen Pfad – KREUZFAHRT – abgekommen und bewegten uns auf einem Irrpfad – der lautete: Rundreise durch Kuba. Soweit so gut, nur war uns wohl allen, vor allem meiner Schwester, nicht bewusst, dass so ein Urlaub Geld kostet und zwar sehr viel Geld. Die Weihnachtszeit ist schließlich die teuerste Reisezeit im Jahr. Aber so viel Geld bzw. so viel teurer wie im restlichen Jahr? Hm, das kam selbst für mich etwas überraschend.

Außerdem hatte sich meine Schwester mittlerweile darauf versteift, an Silvester wieder zu Hause zu sein. Wegen ihrer armen Haustiere. Klar, meine Schwester hat bisher jedes Jahr an Silvester Tiersitter gemacht 😉

Man konnte ziemlich schnell den Eindruck bekommen, als suche man 1.000 Gründe, die gegen diese Reise sprechen. Aber da war ja noch unsere Mum, für sie gab es das Wort AUFGEBEN nicht. Und schon sind wir wieder beim Thema KREUZFAHRT gelandet. Da die nette, kompetente Reisekauffrau nicht auf ihre fette Provision verzichten wollte, gab sie sich jegliche Mühe. Was heißt, sie versuchte uns eine Kreuzfahrt aufzuschwatzen, die eigentlich keiner wollte… in den ORIENT. Da zählt eine Frau weniger als hierzulande ein Hund. Genau mein Ding!

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Scheich Zayid Moschee 2017

Und ich muss schon sagen, die Reisekauffrau machte ihren Job gut. Meine Mum und meine Schwester waren quasi schon überzeugt und ich ließ mich schließlich auch dazu überreden. Ich sah auch keine andere Alternative mehr. Also eine Woche auf engstem Raum (Kabine 17 m²) mit der Familie, das würde schon eine Herausforderung werden, aber im Vergleich zur Karibik-Kreuzfahrt hätten wir Geld gespart. Warum also nicht?!

Die Formalitäten wurden bei einem weiteren Besuch im Reisebüro Nr. 2 geklärt. Dieses Mal ohne mich. FEHLER! Es gibt Innenkabinen, Meerblick-Kabinen und welche mit Balkon. Warum überraschte es mich nicht, dass es die teuerste (Balkonkabine) sein musste. Ach nein, es hätte ja auch noch die Suite einschließlich Captains-Dinner gegeben … Die war vermutlich schon vergeben 🙂

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Burj Park 2017

Letztendlich sind wir aber trotz aller Schwierigkeiten fündig geworden und haben einen abenteuerlichen Urlaub auf der AIDA mit vielen neuen Eindrücken erlebt. Eine Erfahrung, die ich nicht mehr missen wollte.

 

2 Gedanken zu „Wie plane ich einen Urlaub, wenn jeder nur weiß, was er NICHT will?“

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