Selbstmanagement

Pleitegeier oder Sparfuchs

Na, wo würdet ihr euch einordnen? Ist euer Budget öfter Mitte des Monats aufgebraucht und ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wo das gute Geld geblieben ist? Oder hortet ihr euer Geld lieber unterm Kopfkissen, anstatt euch mal was zu gönnen? Soll ich euch was sagen, das sind beides keine guten Varianten. Deshalb führe ich ein Haushaltsbuch. Somit habe ich einen besseren Überblick über mein wohlverdientes Geld und weiß, was ich mir leisten kann und was nicht.

Jetzt denken sicherlich manche, wie spießig ist das denn?! Dass ich doch nicht ganz so spießig bin bzw. nicht als einzige, zeigt, dass auch andere Blogger wie z. B. Tweet Girly in „6 Angewohnheiten um Geld zu sparen“ darüber berichten. Ich persönlich habe mehr oder weniger zwangsläufig mit Haushaltsbuch-Führung angefangen, als ich entschieden habe, ein Haus zu bauen und bin bis heute dabeigeblieben. Ich finde, es hat sehr viele Vorteile und macht wirklich nicht viel Arbeit, da es bei mir mittlerweile zur Routine geworden ist. Anfangs war ich echt überrascht, wofür ich mein Geld ausgebe. Da hätte man manches so nicht erwartet. Ich bin ein Mensch, der sehr gut mit Geld umgehen kann – würde ich zumindest mal behaupten – und hatte bisher noch nie Geldnöte. Trotzdem war es für den Hausbau unerlässlich zu wissen, wie viel tatsächlich am Ende des Monats übrigbleibt, um die Höhe der monatlichen Kreditrate angemessen festzulegen.

Ein Haushaltsbuch ist im Prinzip nichts anderes als die Gegenüberstellung der Einnahmen und Ausgaben meist in Tabellenform. Die Ausgaben untergliedern sich dabei in Fixkosten und veränderliche Ausgaben bzw. in regelmäßige und unregelmäßige Ausgaben. Ich finde vor allem schwierig, veränderliche Ausgaben beispielsweise für Lebensmittel, Kleidung oder Freizeit im Auge zu behalten. Durch das Haushaltsbuch erhalte ich somit einen Überblick für welche Kategorien, ich wieviel Geld ausgebe. Am Monatsende werden schließlich alle Beiträge zusammengerechnet und die Einnahmen und Ausgaben miteinander verglichen … und hoffentlich bleibt ein „+“ vor der Zahl stehen, d. h. hoffentlich waren die Ausgaben nicht größer als die Einnahmen.

Das Haushaltsbuch hat nicht nur eine Kontrollfunktion, sondern schafft auch finanzielle Planungssicherheit, wenn man z. B. größere Anschaffungen oder wie in meinem Fall einen Hausbau plant. Letztendlich kann es dazu führen, dass man sein Ausgabe- bzw. Konsumverhalten überdenkt und ggf. ändern will oder sogar muss, wenn eben kein „+“ am Ende des Monats vor der Zahl (Einnahmen – Ausgaben) steht.

Vorlagen für Haushaltsbücher gibt es in Papierform und selbstverständlich digital. Ich persönlich nutze eine Vorlage in Form einer Exceltabelle, die ich mir aus dem Internet heruntergeladen habe und mit der ich sehr gut zurechtkomme. Die aktuellste Version dieser Exceltabelle ist unter folgendem Link zu finden:

https://www.spartipp-haushaltsbuch.de/

Man kann sich natürlich auch selbst eine Exceltabelle zusammenbasteln. In meiner Vorlage sind allerdings selbst die Auswertungen in Form von Balkendiagrammen bereits automatisiert, also sehr praktisch und idiotensicher … und mit Anleitung. Wobei die Tabelle an und für sich selbsterklärend ist. Es gibt aber auch Apps für Smartphone oder Tablet. Eine Bewertung der einzelnen Apps findet man beispielsweise unter:

https://financer.com/de/finanztipps/haushaltsbuch-app/

Ich selbst habe bisher jedoch keine davon getestet. Wie gesagt, ich nutze eine Excel-Vorlage und es macht in diesem Fall absolut keinen Sinn, mehrere Haushaltsbücher parallel zu führen. Das könnte dann wirklich chaotisch oder zumindest arbeitsintensiv werden. Es würde mich aber freuen, wenn es unter euch jemanden gibt, der mit Apps zu diesem Thema schon Erfahrungen gesammelt hat und davon berichten würde. Ansonsten muss man erst einmal der Bewertung von financer.com vertrauen.

Ich jedenfalls handhabe das folgendermaßen mit meinem Haushaltsbuch: Ich lasse mir immer die Quittungen z. B. im Supermarkt oder an der Tankstelle aushändigen. Habe ich Ausgaben, für die ich keine Quittungen erhalte, notiere ich diese in meinem Kalenderbuch oder trage sie schnellstmöglich direkt ins Haushaltsbuch ein. Das funktioniert allerdings nur mit einem guten Gedächtnis. Spätestens an jedem 2. Tag wird alles gesammelte ins Haushaltsbuch eingetragen. Als zusätzliche Option dienen die Kontoumsätze. Da ich sehr viel mit EC-Karte oder Kreditkarte bezahle, wird das alles auf den Kontoauszügen aufgelistet. Ich muss es dann nur noch den jeweiligen Kategorien im Haushaltsbuch zuordnen. Fixkosten wie Kreditrate, Versicherungen, Strom usw. kann ich ebenfalls alle über die Kontoauszüge abrufen. Dann gibt es noch Beträge oder Beiträge, die nur einmal im Quartal (z. B. GEZ-Gebühr) oder sogar nur einmal im Jahr (z. B. Kfz-Steuer) anfallen, die notiere ich jeweils im Monat der Abbuchung. Man könnte auch einen monatlichen Mittelwert eintragen, wem das besser gefällt. Zur Ermittlung der Höhe der Kreditrate wäre ein Mittelwert sogar von Vorteil. Nicht zu vergessen sind natürlich die Einnahmen, insbesondere in Form des Gehalts. Wenn ich überlege, habe ich außer Geldgeschenken an Weihnachten oder zum Geburtstag auch keine weiteren Einnahmen.

Im Urlaub nervt das Haushaltsbuch manchmal tatsächlich ein bisschen. Um dagegen Abhilfe zu schaffen, zählt man einfach sein Geld im Geldbeutel vor und nach dem Urlaub. Bezahlt man mit Karte, steht alles auf dem Kontoauszug. Da ich aber so ein Kontrollfreak bin, interessiert mich auch, wofür ich im Urlaub mein Geld ausgebe. Ohne Fleiß kein Preis, also beiße ich in den sauren Apfel und notiere selbst im Urlaub alle Ausgaben.

Auch wenn man sein Haushaltsbuch nicht so penibel genau wie ich pflegt (Ok, ich habe sogar meinen Glückscent, den ich auf der Straße gefunden habe, eingetragen), hilft es auf jeden Fall erstmal einen Überblick über seine Finanzen zu bekommen. Gerade Leuten, die immer relativ schnell blank sind, würde ich das ans Herz legen. Ihr wollt doch keinen Besuch von Peter Zwegat erhalten 😉 , oder doch? Vielleicht findet ihr eine tolle App dafür, die das ohne nennenswerten Aufwand für euch erledigt.

Probiert’s einfach mal aus, ihr könnt dabei nur gewinnen!

2 Gedanken zu „Pleitegeier oder Sparfuchs“

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