Dies und das

I bims, euer Homie aus einer anderen Zeit

20180421_1128542588331801157521288.jpg„Früher war alles besser“ – entweder ihr seid aus meiner Generation oder älter, dann habt ihr euch sicher mehr als einmal dabei ertappt, wie ihr diesen Satz gesagt habt. Die jüngeren unter euch hingeben haben sich diesen Satz bestimmt schon öfter anhören müssen. Aber war früher tatsächlich alles besser? Ich gehöre zu der Sorte, die das spontan sofort unterschreiben würde. Ich vermisse die gute alte Zeit, in der nicht nur Smombies unterwegs waren. Da hat man sich tatsächlich noch persönlich mit seinen Freunden unterhalten und nicht via Whatsapp. Man hat genauso mit seinen Homies gechillt und ist durch die Gegend gecruised aber nicht ständig am Smartphone gehangen. Früher hat man sich mit seinen Freunden direkt in der Schule für nachmittags verabredet, Handys gab es schließlich keine, Spielkonsolen allerdings schon. Die haben auch schon seinerzeit süchtig gemacht und für so manch schlaflose Nacht gesorgt. Anstatt Xbox, Playstation oder Wii hießen die früher Atari, Sega oder Nintendo 64. Wir fanden das damals ziemlich abgespaced. Heute würde jeder über die mittlerweile überholte Technik lachen.

Dann kam der Gameboy, da kann sich vermutlich jeder noch etwas darunter vorstellen. Das war dann schon richtig de luxe, wie das Smartphone heute war der Gameboy von nun an ständiger Begleiter sogar in der Schule. Bis zu vier Gameboys konnten vernetzt werden, so dass man zusammen zocken konnte. Wer stylisch sein wollte, brauchte unbedingt so ein Ding. Nach dem Gameboy begann schließlich das digitale Zeitalter auch für Jugendliche so richtig. In der Schule wurde zum ersten Mal Informatik unterrichtet, zumindest in der Computer AG. Das verpflichtete die Eltern dazu, sich zu Hause einen PC anzuschaffen. Meines Erachtens nahm damit das ganze Drama seinen Lauf. Das digitale Zeitalter ist nämlich Segen und Fluch zugleich. Auf der einen Seite vereinfacht es uns das Leben, auf der anderen Seite setzt es uns aber auch unter Stress.

Bleiben wir vielleicht mal beim Beispiel der Jugendlichen von heute. Der Gruppenzwang sorgt dafür, dass jedes Kind bereits in der Grundschule ein Smartphone besitzen muss. Ob es sich die Eltern leisten können oder nicht, danach fragt keiner. Dabei spielt ebenso eine Rolle, welches Smartphone man besitzt. Es wird sofort gecheckt, ob es das neueste iPhone oder Samsung Galaxy ist. Hat man kein Smartphone, wird man gedisst und mutiert sehr schnell zum Außenseiter. Entscheidend ist natürlich zudem die Social Media Präsenz, ohne Whatsapp und Facebook geht überhaupt nichts, Instagram und Snapchat ist mittlerweile auch fast schon ein Muss. Weißt du nicht, wie das alles funzt, dann bist du ein Vollpfosten, um es in der Jugendsprache auszudrücken.

Jetzt mal ehrlich, das ständige „Online“ sein, das Checken der neuesten Beiträge, die Selbstdarstellung mithilfe von unzähligen Selfies, ist das nicht anstrengend? Wird nicht sofort geliked, kommentiert oder in sonst einer Form reagiert, fragt man sich sofort „Warum?“. Ist das Selfie zu hässlich, mag mich keiner, …? Nein, der Rest der Welt hat sich nur mal kurz eine digitale Auszeit genommen. Kein Grund zur Sorge! Ich glaube, manchmal würde jedem so eine digitale Auszeit gut tun. Das Handy einfach mal für eine Stunde in die Ecke legen, Ton aus und denken, ist mir doch latte! Hin und wieder schaffe ich das tatsächlich, aber leider viel zu selten. Habt ihr das schon ausprobiert oder euch bewusst gemacht, wie viel Zeit ihr mit eurem Smartphone oder Tablet verbringt? Testet euch mal selbst. Ich würde wetten, die meisten bekommen ganz schnell Entzugserscheinungen oder werden schwach und halten keine Stunde durch.

Die digitale Welt schafft aber noch auf ganz andere Art und Weise Stress. Mobbing ist da ein ganz gutes Beispiel. Nicht dass es das früher nicht gegeben hätte. Nur mit Facebook und Co nimmt das ganz andere Ausmaße. Auch früher wurde man in der Schule gedisst, aber es blieb in der Schule und wurde nicht in die ganze Welt hinausgetragen. Das sogenannte Cyber-Mobbing kann das Leben der betroffenen Menschen regelrecht zugrunde richten. Die digitalen Fußspuren lassen sich nicht einfach löschen und komplett rückgängig machen. Daher sollte man vorher nachdenken und über die Konsequenzen bewusst sein, bevor man etwas ins Netz stellt. Mit kurz die Hand schütteln und „Entschuldigung“ sagen ist es nach so einer Cyber-Mobbing Aktion heute leider nicht mehr getan.

Um der rasend schnellen technischen Entwicklung Stand zu halten, muss man sich ständig mit neuen Geräten, Apps usw. auseinandersetzen. Da frage ich mich manchmal, ob ich einfach zu alt für diesen rapiden Fortschritt bin, oder ob es der jüngeren Generation teilweise ähnlich ergeht. Gegen manche Dinge sträube ich mich ganz bewusst, wie z. B. Instagram. Vor ein paar Wochen habe ich den Kampf allerdings verloren und mich doch angemeldet 🙂 Auch ich bin ein Opfer des digitalen Zeitalters – immer online und immer erreichbar.

Genug über Smartphones usw. geschimpft, jetzt wollen wir uns mal den guten Seiten zuwenden. Gerade als Eltern ist es doch von Vorteil, wenn die Kinder Handys besitzen, sie überall erreichbar sind und man sich deswegen keine Sorgen machen muss. Auch Navigationsgeräte oder Navi-Apps sind für mich unendlich wertvoll und nicht mehr wegzudenken. Genau wie die App der Deutschen Bahn, die einem gleich eine Alternativverbindung aufzeigt, wenn der Zug ausnahmsweise mal Verspätung hat 😉 Dadurch wird das Leben tatsächlich erleichtert und der Stress gemindert. Das Internet generell ist ja schon eine tolle Sache; anstatt Brockhaus suche ich schnell in Wikipedia, habe ich ein technisches Problem, schaue ich mich in entsprechenden Foren nach Lösungen um, möchte ich etwas Bestimmtes kaufen, das es nicht gleich im Laden um die Ecke gibt, bestelle ich es bei Amazon. Ich könnte beliebig mehr Beispiele aufzählen, die zeigen, das Internet ist nicht mehr wegzudenken. Bei Alexa, Google Home und wie sie alle heißen, bin ich allerdings noch skeptisch. Der große Nutzen der Sprachassistenten erschließt sich für mich noch nicht ganz. Schließlich möchte ich mein Gehirn zu Hause nicht in Stand by versetzen und fauler werden, als ich ohnehin schon bin.

20180421_0910176291347545439652885.jpgWissen eigentlich noch alle von euch, was Kassetten sind? Damals war es nicht so einfach, einen Song downzuloaden und auf dem iPod abzuspeichern. Man hat seine Lieblingssongs aus dem Radio mitgeschnitten. Wehe es hat jemand dazwischen gequatscht, dann war die Aufnahem futsch. Das war ganz schön abgefuckt! Und früher gab es auch kein Netflix, Maxdome oder Amazon Prime. Es gab genau vier Programme, da musste man nicht lange überlegen, was man anschauen will. Da es in der Familie oft nur einen Fernseher gab, hatten ohnehin die Eltern zumeist die Herrschaft über die Fernbedienung. Aber was rede ich da, anfangs hatten wir nicht mal eine Fernbedienung. Man musste aufstehen und das Programm direkt am Fernsehgerät ändern. Tja, so hat sich die Zeit gewandelt. Auch wenn die Jugend von heute vermutlich denkt, dass damals alles bullshit war, wenn ich an früher denke, habe ich meistens ein Lächeln im Gesicht. Ich wollte nicht mit der Jugend von heute tauschen und bin froh, dass ich in den 80igern und 90igern groß geworden bin.

Also kein Act, läuft bei mir, bis bald euer Homie!

 

3 Gedanken zu „I bims, euer Homie aus einer anderen Zeit“

  1. Ja eine digitale Auszeit nehmen ist nicht leicht. Bisher habe ich es teilweise nur auf meinen Urlauben in Island geschafft obwohl der Empfang dort fast überall vorhanden ist. Bei der Zweiten Reise habe ich nur für den Island-Blog geschrieben und es veröffentlicht. Es war aber hart die Erste Zeit keine Mails abzurufen oder die aktuellen Nachrichten zu lesen. Auch WhatsApp und Co blieben aus. Das war nicht leicht aber es hat funktioniert.
    Auch ich ertappe mich viel zu oft am Handy und sollte es reduzieren.

    Gefällt 2 Personen

    1. Das Problem ist, dass es nicht ausschließlich positive Nachrichten sind, die man per Mail oder Whatsapp erhält. Gerade deshalb ist es gut, sich im Urlaub davon zu lösen. Wenn man die Nachricht gelesen hat und sich darüber ärgert, ist es zu spät. Das ist nicht mehr rückgängig zu machen. Ich denke auch, dass viele vergessen, was Urlaub heißt. Gerade von Arbeitskollegen sollte „Urlaub“ respektiert werden.

      Gefällt 1 Person

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