Ernährung & Gesundheit

Vegetarier – for a week

Da ich mich durch PRO und Contra vegan bereits intensiver mit dem Thema Ernährung befasst habe, wurde ich neugierig, was für mich Verzicht auf Fleisch bedeuten würde. Aus diesem Grund habe ich das einfach mal getestet. Zuerst habe ich meine normalen Essgewohnheiten in Woche 1 intensiv beobachtet und alles notiert, was ich gegessen habe. In Woche 2 habe ich auf Fleisch, Wurst und Fisch komplett verzichtet. Tierische Produkte wie Milch, Ei oder Käse habe ich mir allerdings gegönnt. Ich wollte den Selbsttest nicht gleich zu radikal angehen. Ich kann euch sagen, dass es ein sehr interessantes Experiment war und mich wirklich dazu bewegt hat, zukünftig wieder mehr auf meine Ernährung zu achten. Mein Essensplan in den zwei Wochen sah jeweils folgendermaßen aus:

Woche 1 (normale Essgewohnheiten)

Montag: Kaba, Joghurt, Käse-Wrap, Bratwurst-Carbonara, Chips

Dienstag: Kaba, Käse-Wrap, Schokoriegel, Instantnudeln mit Hühnchen, Kiwi, Erdnüsse

Mittwoch: Kaba, Joghurt, Käsebrot, Schokolade, Kiwi, Züricher Geschnetzeltes mit Spätzle

Donnerstag: Kaba, Käsebrot, Knoppers, belegtes Wurstbrötchen, Salat, Lachs mit Nudeln, Knödel

Freitag: süßes Teilchen, Fleischspieß, Brezel, Knoppers, Schokolade und Erdnüsse

Samstag: Spiegelei, Laugenstange, Wiener, Pizza Diavolo, Erdnüsse

Sonntag: Brötchen, Wiener, Schokolade, Döner, Erdnüsse

Erschreckend dabei ist, es gab keinen einzigen Tag ohne Fleisch oder Wurst, was mir nur deshalb bewusst wurde, weil ich mir alles notiert habe. Zudem war ich Donnerstag und Freitag auf Dienstreise, was das Essverhalten natürlich beeinflusst. Freitag habe ich beispielsweise gar nichts Vernünftiges gegessen, da zwischen Heimkommen und ins Training gehen, nur noch Zeit zum Tasche packen blieb. Aber um den Vergleich ziehen zu können, kommen wir gleich mal zu Woche 2, der vegetarischen Woche:

Woche 2 (vegetarisch)

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Gebackene Champignons mit Tomaten und Cheddar

Montag: Kaba, Milchschnitte, Käsebrot, Trauben, Schokolade, Nudeln mit Pesto

Dienstag: Kaba, Milchschnitte, Trauben, Käsebrot, überbackene Champignons mit Tomaten, Gummibärchen

Mittwoch: Kaba, Milchschnitte, Käsebrot, überbackene Champignons mit Tomaten, Knoppers, Gummibärchen

Donnerstag: Kaba, Milchschnitte, Salatteller, Knoppers, Nudeln mit Pesto

Freitag: Kaba, Milchschnitte, Brezel, Nudeln mit Pesto

Samstag: Spiegelei, Brötchen mit Frischkäse und Marmelade, Schokoladenei, überbackener Broccoli mit Pommes, Chips

Sonntag: Rührei, Nutellabrot, Muffin, Broccoli Käse-Sahne Sauce mit Gnocchis, Chips

Generell kann ich sagen, dass es mir beim Großteil der Woche gar nichts ausgemacht hat, „vegetarisch“ zu essen. Im Gegensatz zu Woche 1 habe ich mich sogar bemüht, richtig zu kochen und habe mich nicht nur auf die Zubereitung von Fertiggerichten beschränkt. Und es hat nicht mal schlecht geschmeckt, auch wenn ich alles andere als ein Profikoch bin. Das Bewusstsein, dass man etwas gesundes, selbst zubereitetes gegessen hat, wofür kein Tier sterben musste, hat das Ganze nochmals aufgewertet.

Dann kam allerdings der Donnerstag, da wurde ich auf eine richtig harte Probe gestellt. Wie in Woche 1 war ich wieder mal auf Geschäftsreise. Von unserem Kunden wurden wir netterweise ins Brauhaus zum Essen eingeladen. Normalerweise hätte ich mich tierisch über die Einladung gefreut, der Blick auf die Speisekarte brachte mich zum Verzweifeln. Ich hatte einen Bärenhunger und lediglich die Auswahl zwischen Käsespätzle und einem großen Salatteller. Da ich Käsespätzle überhaupt nicht mag, blieb nur der Salat. Von einem großen Salatteller kann man schließlich auch satt werden … aber leider nicht, wenn dieser unwesentlich größer als der Beilagensalat ist. Dass ein Drittel des Salates aus Karottensalat bestand, hat alles nochmal getoppt 😦 Rechts und links neben mir die duftenden Schnitzel. Mir lief echt das Wasser im Munde zusammen und der Salat wollte einfach nicht die Kehle hinunterrutschen. Aber ich bin an diesem Tag standhaft geblieben.

Abgesehen vom Mittagessen im Brauhaus ist es mir am Wochenende beim Frühstück schwer gefallen, auf Wurst zu verzichten, da ich immer gerne etwas Deftiges frühstücke. Dadurch hielt sich die Freude auf ein ausgiebiges Frühstück am Wochenende dieses Mal leider in Grenzen.

Das Fazit aus diesem Selbstversuch ist letztendlich, den Fleischkonsum kann und will ich zukünftig weiter reduzieren. Mir fehlt dadurch nicht wirklich was und ich ernähre mich sogar gesünder. Jedoch ganz zu verzichten, würde mir sehr schwer fallen. Dazu bin ich momentan einfach nicht bereit. Nach meiner vegetarischen Woche habe ich mich dann richtig darauf gefreut, mal wieder eine Bratwurst zu essen. Und die hat so gut geschmeckt, obwohl es eigentlich gar nichts besonderes war. Was ich damit andeuten will, durch Verzicht lernt man manche Dinge wieder mehr zu schätzen. Da passt das Sprichwort „weniger ist mehr“ ganz gut. Ein anderes Beispiel: Wenn ich jeden Tag zum essen in ein Restaurant gehen würde, wäre das sehr schnell Normalität und kein Grund sich darüber zu freuen. Vielleicht sollte man sich diesen Aspekt auch mal durch den Kopf gehen lassen.

Ein zusätzlicher Effekt meiner vegetarischen Woche war, dass ich ca. 1 kg abgenommen habe. Ob das allein durch die etwas andere Ernährung zustande kommt oder andere Umstände dazu geführt haben, kann ich nicht sagen. Jedenfalls war ich nicht böse darüber. Manchmal wollte sich kein richtiges Sättigungsgefühl einstellen und ich bin mit knurrendem Magen ins Bett gegangen. Das war weniger angenehm. Aber wie soll sich der Körper in einer Woche umstellen? Dazu war die Zeitspanne einfach zu kurz. Deshalb wird der Körper jetzt langsam daran gewöhnt, dass es ab sofort mehr Gemüse und weniger Fleisch gibt!

Was ich ebenfalls in dieser einen Woche, die dazu noch sehr stressig war, nicht überprüfen konnte, ob die vegetarische Ernährung mich beim Sport leistungsfähiger macht. Hätte ich nur mal die Finger von Chips und Gummibärchen gelassen, das ist vermutlich viel entscheidender. Ich sehe schon, es gibt noch weiteres Optimierungspotenzial 🙂 Was bedeutet vegetarische Ernährung für den Geldbeutel? Hm? Das hängt von zu vielen Faktoren ab: wo kaufe ich ein, was kaufe ich ein und vor allem wo kaufe ich dazu im Vergleich mein Fleisch ein. Deshalb lässt sich das aus meiner Sicht nicht pauschalisieren.

Schlussendlich möchte ich euch noch diese beiden Dinge mit auf den Weg geben: 1. Achtet auf eure Ernährung und 2. Probiert den Fleischkonsum zu reduzieren!

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