Selbstmanagement

Gestresst

– wer ist das nicht

Wenn man heutzutage Freunde, Verwandte, Arbeitskollegen oder sonstige Bekannte fragt, fühlt sich fast jeder gestresst. Stress ist ein Ausdruck für eine sehr große körperliche oder seelische Belastung, die durch zu viel Arbeit oder durch andere Probleme verursacht wird. Eine gewisse Dosis an Stress kann das Leben interessanter machen (Eustress), zu viel Stress jedoch führt zu Krankheiten (Disstress). Manchmal hat man das Gefühl „Stress zu haben“ gehört in unserer Gesellschaft bereits zum guten Ton. Oft steckt das Bedürfnis dahinter, die eigene Wichtigkeit hervorzuheben. Eine Situation wird allerdings erst dann als Stress auslösend bewertet, wenn die entsprechende Person seine eigenen Ressourcen, diese Situation erfolgreich zu bewältigen, als nicht ausreichend einschätzt. Ein und dieselbe Situation kann dabei für den einen Menschen bereits bedrohlich sein, ein anderer sieht sie bspw. als Herausforderung. Deshalb sollten wir es unbedingt sein lassen, über andere zu urteilen, ob sie durch eine bestimmte Situation „gestresst“ sind oder nicht.

Um Stress zu reduzieren und entspannter durchs Leben zu gehen hilft ein gutes Zeitmanagement, Reizmanagement (Reduzierung von Störreizen), Erregungsmanagement (Minderung der vegetativen Reaktion auf Stressoren) sowie Belastungsmanagement (Änderung der subjektiven Bewertung von Stressoren). Aber darüber werde ich ein anderes mal intensiver schreiben. Heute möchte ich euch von meiner Fußballmannschaft berichten.

Dass Fußball ein Mannschaftssport ist, brauche ich keinem erzählen. Aber was hat meine Mannschaft mit dem Thema Stress zu tun? Das werdet ihr erfahren, wenn ihr hier weiterlest. Sich in einer Mannschaftssportart zu betätigen, heißt in unserem Fall zweimal pro Woche Training und am Wochenende ein Spiel. Da wir Fußball in unserer Freizeit betreiben und damit kein Geld verdienen, machen wir es zusätzlich zu Beruf, Schule oder Uni und vor allem freiwillig. Und da fängt das Problem schon an. Freiwillig bedeutet, ich tue etwas, weil es mir Spaß macht. Nur wird die Regelmäßigkeit, die diese Mannschaftssportart mit sich bringt, für manche schon wieder zum Stress. Ich zum Beispiel bin froh, wenn ich mich nach einem anstrengenden Arbeitstag austoben, den Stress abbauen und mithilfe des Trainings abschalten kann. Andere sehen das nicht so. Die brauchen nach einem anstrengenden Tag eher Ruhe. Sie fühlen sich schlapp und haben möglicherweise Kopfschmerzen oder andere Stresssymptome. Verschiedenste Gründe, um das Fußballtraining sausen zu lassen. „Lernen“ ist auch ein beliebter Grund um zu schwänzen. Dabei will ich denjenigen nicht mal unterstellen, dass sie nicht lernen. Ich allerdings habe mein Tagesablauf schon seit eh und je nach den Trainingszeiten gerichtet und warum? Weil mir das Training Spaß macht! Falls ich in Einzelfällen gezögert habe, ob ich nicht besser absagen sollte, hat mich letzten Endes mein Pflichtbewusstsein getrieben, doch beim Training zu erscheinen. Spätestens nach dem Schnüren der Fußballschuhe und dem ersten „dummen Spruch“ meiner Teamkameradinnen, war mir wieder bewusst: ich bin hier, weil ich hier megamäßig Spaß habe und das Team einfach mag.

Diesen Antrieb und vielleicht auch das Talent für ein gutes Zeitmanagement hat aber nicht jeder. Das muss ich lernen zu akzeptieren. Jetzt wären wir wieder bei dem Punkt, dass wir nicht für andere urteilen sollten, was Stress bedeutet. Leider ertappe ich mich selbst immer wieder dabei. Andere Menschen haben eben andere Prioritäten. Trotzdem appelliere ich hin und wieder an ein bisschen Pflichtbewusstsein, das Voraussetzung für einen Mannschaftssport ist.

Da die schrumpfende Trainingsbeteiligung für uns derzeit echt ein Problem ist, mache ich mir öfter Gedanken über mögliche Ursachen. Dabei habe ich generell beobachtet, dass das „Trainingsschwänzen“ ein Problem ist, das in der heutigen Zeit viel häufiger auftritt. Ich denke, das liegt zum einem am steigenden Angebot von Freizeitaktivitäten. Es gibt anders als früher nicht mehr nur Fußball, Handball, Tennis und den Turnverein. Viele wollen sich aus diesem Grund nicht auf den Fußball einschränken und sich auch in anderen Sportarten ausprobieren. Mache ich ja selbst ab und zu. Ein weiterer Grund sind die stetig wachsenden Anforderungen in Schule und Beruf. In der Schule bzw. Uni muss in kürzerer Zeit mehr Stoff gepaukt werden, was schließlich dazu führt, dass die Freizeit weniger wird. Und dann überlegt man schon sehr genau, wie man diese Freizeit gestaltet. Ähnlich ist es im Beruf, Überstunden und flexiblere Arbeitszeiten sind heutzutage keine Seltenheit mehr, sondern fast schon die Regel. Auch das geht auf Kosten der Freizeit. Zu guter Letzt spielen auch die sozialen Netzwerke eine gewisse Rolle. Während man vor ca. 15 Jahren, vor dem Zeitalter der Smartphones, noch beim Trainer anrufen und persönlich absagen musste, reicht heute eine kurze WhatsApp-Nachricht. Das senkt die Hemmschwelle für eine Absage deutlich und man muss sich nicht großartig erklären.

Ich hoffe nur, diese Faktoren lassen den Freizeitfußball bzw. den Mannschaftssport im Allgemeinen nicht aussterben. Man sollte sich wieder mehr auf die positiven Dinge besinnen, die den Mannschaftssport ausmachen und nicht nur den „Gruppenzwang“ zum zusätzlichen Stress ausarten lassen.

Hier gelangt ihr zu Best of Ausreden fürs (Fußball)Training!

2 Gedanken zu „Gestresst“

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